Prozess am Landgericht

Richter: „Das war in Solingen eine Nummer“

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Reihenweise Einbrüche in Firmen und Autos – Landgericht verhängt Haftstrafen gegen Bandenmitglieder.

Solingen. Nach einer Serie von Einbrüchen in Solinger Firmen und Autos und nach Betrugstaten hat das Landgericht Wuppertal drei Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt. Eine Frau (31) und ein Mann (41) sollen jeweils drei Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe verbüßen, ein weiterer Mann (32) wurde zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Keiner der drei bekommt Bewährung. Der Vorsitzende Richter stellte fest: „Die Taten haben das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit beeinträchtigt. Das war in Solingen eine Nummer.“

Rückwirkend aufgeklärt wurde die Serie anhand eines Einbruchs in einen Musiker-Probenraum im Stadtteil Ohligs vom Januar 2021: Gestohlen wurde Ausrüstung im Wert von mehr als 50 000 Euro; die Polizei fand Hinweise auf einen Bandenzusammenhang. Von da an folgten Ermittler der Spur zurück bis zu Taten aus Herbst 2019. In Betriebe war eingebrochen worden, ein Transporter für 30 000 Euro war vom Straßenrand verschwunden, dazu kamen Einbrüche in Autos. Die Beute landete in zwei Lagerräumen und wurde über das Internet verkauft. Dabei wurden Käufer betrogen. Der Wert der Beute soll einen sechsstelligen Eurobetrag erreicht haben. Nach den Ermittlungen läuft eine Vielzahl von Verfahren gegen verschiedene Personen.

Drehpunkt im aktuellen Prozess war die 31 Jahre alte Frau: Sie ist die Ex-Lebensgefährtin eines ehemaligen Kopfes der Gruppe und spätere Freundin des 32-jährigen Mitangeklagten. Sie und die beiden anderen Angeklagten hatten die Vorwürfe bestätigt.

In der Urteilsverkündung erläuterte der Richter, was ohne Geständnisse passiert wäre: „Dann wären die beiden hauptbelasteten Angeklagten für zehn Jahre im Gefängnis verschwunden.“ Beide sind vorbestraft. Der Richter fügte hinzu: „Wir hätten eine Galerie von 20 Geschädigten hier sitzen gehabt.“ Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten eine Vereinbarung geschlossen: Gegenstück zu den Geständnissen war die Zusicherung von Obergrenzen für die möglichen Strafen. Dazu bleiben einige Vorwürfe außen vor, die das Urteil nicht wesentlich verschärft hätten, aber strittig waren. Das Gericht hat die Geständnisse anhand von Spurensicherungsergebnissen überprüft. Alle drei Angeklagten befinden sich in Haft. dilo

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