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Restaurant, Handel, Tankstelle: Alle suchen Aushilfen

Isabel Hausmann (Dehoga) setzt Hoffnungen in die neue Obergrenze von 520 Euro bei Minijobs.
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Isabel Hausmann (Dehoga) setzt Hoffnungen in die neue Obergrenze von 520 Euro bei Minijobs.

Der Anstieg der Minijob-Grenze auf 520 Euro wird unterschiedlich bewertet.

Von Björn Boch

Solingen. Wer mit offenen Augen durch die Klingenstadt läuft, sieht die Schilder überall dort, wo Menschen arbeiten. „Aushilfe gesucht“ – „Wir stellen ein“ – Bewerben Sie sich“. Ob im Handel oder der Gastronomie, an der Tankstelle oder beim Bäcker: Möglichkeiten gibt es viele. Und offenbar wenige, die das Angebot annehmen.

Ein Schild hat auch Giovanni Russo immer mal wieder vor der Tür hängen. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole betreibt er seit 1998 die BfT-Tankstelle an der Merscheider Straße. Früher habe er das Schild oft nach sehr kurzer Zeit wieder abhängen können, heute gebe es oftmals keine Rückmeldungen. „Wir haben vor kurzem wieder eine Aushilfe gesucht. Die haben wir mit Glück im Bekanntenkreis gefunden.“ Es gebe einen spürbaren Mangel. Dass sich das mit der Anhebung der Obergrenze für Minijobs ändert, glaubt Russo nicht. „Es liegt eher nicht am Geld. Es fragt ja nicht mal jemand, was er denn als Aushilfe bekäme.“

Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Nordrhein, hofft dagegen durch die neue Regelung auf Besserung – zum 1. Oktober steigt die Minijob-Grenze auf 520 Euro. Wenn es schon nicht zu mehr Bewerberinnen und Bewerbern führe, könnten bestehende Aushilfen immerhin wieder mehr arbeiten mit der neuen Obergrenze. Was notwendig sei, da der Tariflohn in der untersten Stufe bereits zum 1. Mai auf 12,50 Euro gestiegen sei.

Spaß an der Arbeit, das reicht oft schon aus

Die Gastronomie habe das große Problem, dass Menschen „in vermeintlich sicherere Jobs abgewandert sind“. Deshalb seien klare Regeln für den Herbst wichtig. Neben einer drohenden Corona-Welle, die nicht zur Schließung von Hotels und Restaurants führen dürfe, seien die Energiekosten ein großes Thema. „Und natürlich überlegen die Kunden, ob sie sich angesichts der großen Unsicherheiten die Übernachtung im Hotel oder den Besuch im Restaurant noch leisten wollen oder können.“ Vorkenntnisse brauche man als Bewerber nicht, „zwei Hände sind besser als keine Hände“, sagt Hausmann.

Das betont auch Arthur Dammer. „Spaß am Verkaufen reicht eigentlich schon aus“, betont er. Zum 1. März hat er an der Schorberger Straße einen Showroom für handgefertigte Outdoor- und Terrassenmöbel eröffnet. Bloom habe vier dieser Showrooms in Deutschland – einen in Hamburg, zwei in Baden-Württemberg. „Und der Nächste ist nicht in Köln oder Düsseldorf, sondern in Solingen.“ Dammer sieht das als tolles Signal für die Stadt. Doch obwohl der Showroom in Zeiten der Nebensaison nur donnerstags und freitags geöffnet habe, findet auch er kaum Personal.

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