Bergische Macher

Podcast: Felix Krause - Mit 20 selbstständig, mit 28 Chef von 100 Leuten

Der Remscheider Felix Krause ist in der neuen Episode des Podcasts „Bergische Macher“ zu Gast. Er erzählt, wie es zu diesem rasanten Wachstum gekommen ist, was er Schülern rät und was wohl seine alten Lehrer über ihn denken.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Von 0 auf 100 in weniger als acht Jahren – die Remscheider Franz & Krause GmbH hat sich in kurzer Zeit zu einem der größten Handwerksunternehmen der Region entwickelt. Was 2014 als Zwei-Mann-Malerbetrieb gestartet war, hat inzwischen rund 100 Mitarbeiter und bildet 14 Gewerke ab. Felix Krause, der gerade 20 Jahre alt war, als er die Firma zusammen mit Daniel Franz gegründet hat, spricht im Podcast „Bergische Macher“ über das rasante Wachstum des Unternehmens, warum die Arbeit auf der Straße liegt und wie es ist, wenn selbst die Azubis älter sind als der Chef. Das ganze Gespräch gibt es zum Runterladen und Nachhören auf den üblichen Plattformen. Auszüge finden sich zudem hier.

Felix Krause über . . .

. . . die Entwicklung der Firma:

„Das hat sich einfach dadurch ergeben, dass wir in die Versicherungsbranche gerutscht sind“, sagt Krause. Sein Unternehmen arbeite in der Schadensbeseitigung für große Versicherer. Und die würden halt das Gesamtpaket verlangen. „Einfach um diese Reibungspunkte zu minimieren und einen ordentlichen Ablauf auf der Baustelle gewährleisten zu können.“

. . . die Herausforderungen dieses Wachstums:  

„Die größte Schwierigkeit war für uns nicht die Mitarbeiterfindung, sondern gerade am Anfang die Mitarbeiterführung“, erinnert sich Krause an die Gründungszeit. Das habe wohl auch am Alter der beiden Gründer gelegen: „Ich glaube, ich war drei Jahre lang, bis auf einen weiteren Mitarbeiter, der jüngste bei mir im Betrieb.“ Selbst die ersten drei Azubis, die bei Franz & Krause die Prüfung absolvierten, seien älter als der Chef gewesen.

. . . wie Franz & Krause in einer Branche mit Fachkräftemangel Mitarbeiter findet:

Es habe sich in der Region herumgesprochen, dass die Firma ein guter Arbeitgeber sei, ist Krause überzeugt. Viele Mitarbeiter hätten sich dort aktiv beworben. „Wären wir der typische Handwerksmeister, der typische Arbeitgeber im Handwerk, hätten wir jetzt wahrscheinlich nicht so viele Mitarbeiter“, sagt er. Man gehe locker mit den Angestellten um und kümmere sich auch um deren sonstige Anliegen.

. . . über die Gründe für den Nachwuchsmangel im Handwerk:

„Ich glaube, die meisten Schüler wollen sich einfach nicht mehr dreckig machen“, sagt Krause. Dabei würden aber die tollen Möglichkeiten, die die Branche bietet, übersehen. „Die Leute denken, dass sie im Büro mehr Geld verdienen. Das ist definitiv nicht so.“ Allein schon wegen des Fachkräftemangels sei in Zukunft mit deutlich höheren Stundenlöhnen im Handwerk zu rechnen, prophezeit der Geschäftsführer.

Mit gerade einmal 20 Jahren gründete Felix Krause mit Daniel Franz einen Handwerksbetrieb, der sich seitdem rasant entwickelt hat.

. . . über die Arbeit in den Hochwasser-Gebieten:

Seit der Hochwassernacht Mitte Juli ist Franz & Krause unterstützt von Sub-Unternehmern in den betroffenen Regionen aktiv. „Da ist alles unterspült, Häuser werden teilweise abgerissen“, schildert Krause die Zustände vor Ort: „Da sind Menschen, die haben ihr ganzes Leben klang darauf hingearbeitet, ihre Häuser abzubezahlen, sind nicht anständig versichert, was natürlich auch nur zum Teil deren Schuld ist, und stehen jetzt vor dem Nichts.“ Finanziell sei das für das Unternehmen ein Gewinn, gibt Krause zu: „Aber ich hätte gut gerne darauf verzichten können.“ Insgesamt würden die Arbeiten dort noch mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen, schätzt der Handwerker.

. . .über Marketing und Werbung:

„Das war mir und meinem Partner schon immer sehr, sehr wichtig“, sagt Krause. Auch weil das eine gute Möglichkeit sei, sich von der Konkurrenz abzuheben. Entwickelt wird das Marketing bei Franz & Krause überwiegend ohne Agentur. Eine eigene Mitarbeiterin kümmere sich um das Thema, berichtet der Inhaber: „Da werden wir auch von allen Ecken und Enden drauf angesprochen.“

...über seine persönliche Entwicklung:

Die sei das Ergebnis der Selbstständigkeit und der damit verbundenen Verantwortung, sagt Felix Krause. Früher sei er nämlich ganz anders gewesen: „Wenn viele alte Lehrer mich sehen würden, die würden schon ein wenig staunen.“

Alle Podcasts der Reihe „Bergische Macher“ finden Sie hier: solinger-tageblatt.de/podcast

Rubriklistenbild: © Roland Keusch

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