Gastronomie

Diese Mehrweg-Lösungen gibt es bereits

Manche Restaurants nutzen bereits die appbasierte Lösung Vytal. Kunden können eine App herunterladen, sich registrieren und einen eigenen QR-Code bekommen. Bei der Bestellung können sie dann nach Vytal fragen, so dass das Gewünschte in Mehrwegbehältern kommt.
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Manche Restaurants nutzen bereits die appbasierte Lösung Vytal. Kunden können eine App herunterladen, sich registrieren und einen eigenen QR-Code bekommen. Bei der Bestellung können sie dann nach Vytal fragen, so dass das Gewünschte in Mehrwegbehältern kommt.

Essen zum Mitnehmen wird nachhaltig: So bereiten sich bergische Gastronomen auf die Pflicht ab Januar vor.

Von Johanna Christoph

Remscheid. Nachhaltigkeit ist im Konsumverhalten vieler Menschen angekommen. Viele Verbraucher beschäftigen sich auch vertieft mit dem Thema Mehrweg, wollen von Einwegverpackungen weg, beispielsweise ihren Kaffee zum Mitnehmen in einem Mehrwegbecher bekommen. Am 1. Januar 2023 wird eine neue Mehrwegpflicht eingeführt, mit der sich auch gastronomische Unternehmen in Remscheid, Wuppertal und Solingen auseinandersetzen müssen.

„Es ist richtig, die Leute sind auf dem Weg, nachhaltiger zu sein. Wir müssen weg von den Müllbergen“, sagt Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Dehoga Nordrhein, bei ihrem Vortrag am Dienstag im Flemings Express Hotel am Wuppertaler Döppersberg. Grundsätzlich gilt dann ab dem kommenden Januar, dass Betriebe, die Letztvertreiber sind, also vor Ort die Becher oder Behälter befüllen, den Kunden Mehrwegbehälter zur Verfügung stellen müssen. Diese Behältnisse müssen zum gleichen Preis wie die Einwegbehälter angeboten werden, die Unternehmen dürfen also keinen Aufschlag verlangen.

„Noch herrscht Bequemlichkeit vor.“

Barbara Opitz, Gastronomin

Zwei Gastronomen, die ihren Kunden bereits Mehrweglösungen anbieten, berichteten von ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Mehrweganbietern. Barbara Opitz, Inhaberin von „Schimmerlos“ in Wuppertal, setzt auf ein analoges, pfandbasiertes System vom Anbieter reCup GmbH. „Für uns ist es weniger eine Belastung, weil wir versuchen, nachhaltig zu sein.“ Die Lösung bieten sie seit zwei Jahren an. „Ein Becher kostet einen Euro Pfand und kann in zahlreichen Biomärkten oder auch Tankstellen zurückgegeben werden“, erzählt sie. „Es ist genau eine Kaffeelänge Richtung Innenstadt, den Becher kann man dann im Biomarkt abgeben.“ Doch würde das Angebot noch zu wenig von den Kunden genutzt. „Es ist den Leuten noch nicht klar, dass es eine gute Alternative ist.“

Es kommen weniger Becher zurück, als ausgegeben werden

Monatlich kostet diese Lösung den Gastronomen 28 Euro und ist ein laufender Posten, so Opitz. Aber: „Da kommen momentan weniger zurück, als wir ausgeben“, sagt sie. „Die Bequemlichkeit herrscht noch vor.“ Sie schätzt, dass Menschen, wenn sie eine Vielzahl von Bechern bei sich stehen haben, diese dann auch wieder abgeben, doch zeitlich seien die Verbraucher da in keinem Zugzwang.

Das Remcheider Restaurant Kromberg oder das Wuppertaler Restaurant Taormina etwa nutzen derweil die appbasierte Lösung Vytal. Hierbei können Kunden eine App herunterladen, sich registrieren und einen eigenen QR-Code bekommen. Bei der Bestellung können sie dann nach Vytal fragen, so dass das Gewünschte in Mehrwegbehältern kommt. Innerhalb von zwei Wochen müssen die Behälter dann zurückgegeben werden. „Die Behälter sind geeignet für die Mikrowelle, Tiefkühlung und die Spülmaschine“, resümiert Fabrizio Costa, Inhaber von Taormina. Da Kunden bei der Registrierung in der App ihre Zahlungsdaten angeben müssen, seien viele zögerlich, berichtet er. So komme es vor, dass er das Essen doch in die Einwegbehälter umfüllen müsse. Da scheitere es am Verhalten der Verbraucher. Bei Vytal fällt zwar keine monatliche Gebühr an, aber der Gastronom muss eine Befüllungsgebühr zahlen.

Zum Thema: Dürfen nachhaltige Mehrweg-Boxen überall genutzt werden?

Die Mehrwegpflicht, die ab dem 1. Januar 2023 gilt, richtet sich an Gastronomien, die Essen zum Mitnehmen anbieten. Ausgenommen von der Regel sind solche, die nicht mehr als fünf Beschäftigte und eine Verkaufsfläche bis 80 Quadratmeter haben. Diese müssen jedoch den Kunden anbieten, eigene Behälter befüllen zu dürfen. Wie viele Unternehmen im Städtedreieck von der Mehrwegpflicht betroffen sind, könne man nicht quantifizieren, so Hausmann. Einige Gastronomen sähen keinen Aufwand in der Verpflichtung. „Andere sind durchaus der Meinung, dass es einen Mehraufwand bedeutet.“ So müssten die Betriebe sowohl Einweg- als auch Mehrwegbehälter anbieten. „Das heißt, erst einmal muss man beides kaufen.“

Mit Blick auf die Verbraucher sagt Anne Sprinz von der Verbraucherzentrale in Wuppertal: „Für die Verbraucher soll es möglichst einfach sein“. Heißt: Sie sollen ihre Mehrwegbehälter nicht nur an vereinzelten Stellen zurückgeben können, sondern flächendeckend.

Mehrwegpflicht

Die Mehrwegpflicht im„To-go-Bereich“ richtet sich an alle „Letztvertreibenden“, die Lebensmittelverpackungen aus Einwegkunststoff und Einwegbechern, egal aus welchem Material, in Verkehr bringen. Das sind in der Regel Restaurants, Cafés, Kantinen oder auch Tankstellen. Die Mehrwegvariante darf nicht teurer sein als Einweg.

Lesen Sie dazu auch unsere Serie „Natürlich nachhaltig“

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