Reichlich Lesestoff auf der Burgstraße

Die Einweihung der drei Bücherschränke wurde musikalisch und durch eine Eröffnungsrede von Ute Reher begleitet. Foto: Tim Oelbermann
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Die Einweihung der drei Bücherschränke wurde musikalisch und durch eine Eröffnungsrede von Ute Reher begleitet.

Drei Bücherschränke für die Nordstadt

Von Tanja Alandt

In der Nordstadt gibt es nun drei Bücherschränke: Ute Reher eröffnete sie auf der Burgstraße. Bereits vor einem Jahr hatte die ehemalige Lehrerin die Idee, hier Bücherschränke aufzubauen. Der Weg dorthin – zumal ein Schrank 2 000 Euro kosten würde – erwies sich indes als steinig.

Gut, dass der ehemalige Stadtdienstleiter Artur Pach sowie Jörg Becker, ehemaliges Mitglied im Kulturausschuss, Reher unterstützten. Darüber hinaus hatte ihr Ehemann eine blendende Idee: Er reduzierte die Kosten, indem er von seinem ehemaligen Arbeitgeber, einer stillgelegten Drucker-Firma, ausrangierte Spinde besorgte. Die Initiatoren beklebten die Spinde jeweils mit einer Folie, die veranschaulicht, was sich in den Schränken befindet, während ein befreundeter Schlosser das Innenleben und eine Überdachung für den Schrank als Regenschutz anfertigte. Anstatt 6 000 Euro hatten die Macher so nur noch Unkosten in Höhe von 1 600 Euro, erhielten darüber hinaus von der Bezirksvertretung Mitte und dem Verein Bunte Nordstadt noch Zuschüsse – und mussten letztlich so nur noch 600 Euro aufbringen. Das bei der Eröffnungsfeier aufgestellte Sparschwein dürfte diesen Betrag noch einmal reduziert haben.

Livemusik gab es von Gitarrist Artur Pacht mit seiner spontan gegründeten Burgstraßen-Combo. Die erfreute auch die Nachbarn, die ihr Grundstück für die Schränke öffneten: Sie durften den Kabelbinder – analog zum obligatorischen Eröffnungsband – der neuen Schränke aufschneiden. Deren Inhalt wurde sofort von den Nachbarn begutachtet und es entwickelten sich unmittelbar Gespräche über die Bücher, die sie in die Hand nahmen. Einige Nachbarn standen schon mit einer Tasche Nachschub parat und füllten die Schränke nach.

Eigenverantwortung: Das Viertel selbst in die Hand nehmen

Vom Kommunalen Integrationszentrum erhielten sie neben den vielen Büchern aus Privatbeständen auch viele internationale Bücher, darunter viele Kinderbücher in türkischer und russischer Sprache.

„Es muss etwas von unten passieren, nicht von oben“, so Becker und ergänzte: „Wenn man sein Viertel nicht selbst in die Hand nimmt, passiert nichts“.

Die neuen Bücherschränke in Kooperation mit der Bibliothek Solingen, befinden sich an der Burgstraße 17, 38 und 42. Die Initiatoren bitten die Nachbarschaft, sich ebenfalls verantwortlich für die Schränke zu fühlen.

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