Projekte

Regionale 2006 entwickelt Langzeitwirkung

Die Korkenziehertrasse hat das Freizeitverhalten der Solinger verändert. Abends ist sie beleuchtet nutzbar, weil die Bürger mit den Trassenläufen dafür Geld gesammelt haben und weiter sammeln. Der Müngstener Brückenpark wirkt dank der Brücke auch touristisch überregional
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Die Korkenziehertrasse hat das Freizeitverhalten der Solinger verändert. Abends ist sie beleuchtet nutzbar, weil die Bürger mit den Trassenläufen dafür Geld gesammelt haben und weiter sammeln.

Projekte sollten zu Markenzeichen der Stadt werden. Ist das an allen Stellen gelungen?

Von Philipp Müller

Als 2002 die Projekte fürs Städtedreieck feststanden, die bei der vom Land NRW geförderten Regionale 2006 umgesetzt werden sollten, galten sie als zukunftsweisend. Umgesetzt und begleitet wurden sie zum Teil durch die Regionale-Agentur. Aus ihr wurde später die heutige Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft (BSW). Deren Geschäftsführer, Bodo Middeldorf, schaut für das Tageblatt auf die wichtigsten Solinger Bauvorhaben zurück und bewertet, was aus den ursprünglichen Ideen geworden ist.

Standpunkt von Von Philipp Müller

Ist der Müngstener Brückenpark die touristische Ruheoase unter der „Riesenbrücke“ geworden?

„Ja“, antwortet Middeldorf. 350 000 Besucher pro Jahr seien der eindeutige Beweis für den Zugpferd-Charakter des Parks. Diese Zahl hätte vorher niemand erwartet. Leider mangele es an Parkplätzen.

Hat der Südpark mit Museum Plagiarius, Forum Produktdesign, Güterhallen und der Ansiedlung von Technik-Firmen die Erwartungen erfüllt?

Nicht komplett, ist die Ansicht Middeldorfs. Leider habe es zehn Jahre gedauert, bis das Forum endlich echte Außenstelle der Uni Wuppertal geworden sei. Er hoffe, dass nun ein dynamischer Prozess in Gang komme. „Professor Sebastian Weber und der Lehrstuhl für ,Neue Fertigungstechnologien und Werkstoffe’ werden über eine Stiftung getragen, an der sich die bergische Wirtschaft beteiligt“, erklärt er. Allein das mache Hoffnung, dass die Bedeutung des Standorts wachse. Die Güterhallen mit ihren Künstlern lobt er als Vorzeigeobjekt. Die Ansiedlung kreativer Firmen sei nicht gelungen. Das zeige aber, welche Bedeutung eine Regionale habe. „Man kann im öffentlichen Bereich etwas anschieben, eine Impulswirkung erzeugen“, erklärt er. Aufgegriffen werde müsse das aber von den Bürgern selbst. Eben so, wie es die Künstler vorlebten.

Zieht die Korkenziehertrasse die erwarteten Radfahrer aus dem Umland an oder ist das einzig und allein eine Strecke für die Solinger?

Dort wachse jetzt nach zehn Jahren erfreulicherweise etwas, weil die Trassen der anderen Städte und Regionen endlich untereinander verbunden seien. Das vermarkte die BSW besonders. Von 220 000 Radfahrplänen, die es zur Trasse und den Anschlussangeboten erstellt wurden, sei kaum noch einer vorhanden. „Auf den Tourismus-Messen sind sie ein Renner gewesen.“

Der Neumarkt war als die große Repräsentationsfläche der Klingenstadt gedacht. Wurde das umgesetzt?

Der Neumarkt sei kein überregionaler Anziehungspunkt geworden, so auch nicht gedacht gewesen. Die Aufenthaltsqualität in der Stadt habe sich aber deutlich verbessert, erläutert Middeldorf. Man müsse aber überlegen, mit welchen zusätzlichen Angeboten man „die gute Stube der Stadt“ weiter entwickeln könne.

Haben sich die Bahnhaltepunkte Mitte und Grünewald bewährt?

Der BSW-Geschäftsführer glaubt das sehr wohl. Damit habe man offensichtlich den richtigen Nerv getroffen, den Verkehr richtig gelenkt: „Ich habe noch nie jemanden erlebt, der den alten Bahnhof vermisst.“ Die Haltepunkte seien gut frequentiert. Hat die Regionale das bergische Städtedreieck in den letzten zehn Jahren näher zusammenrücken lassen?

Auf jeden Fall, meint Bodo Middeldorf. Die Regionale habe ein großes Netzwerk in der Politik und abseits der Politik zwischen den drei Städten erst entstehen lassen. Er führt beispielsweise das Maschinenbaunetzwerk, das Fachkräftebündnis oder auch den Bergischen Ring an. „Die Menschen in den drei Städten sind in den vergangenen zehn Jahren viel näher zusammengewachsen als es die aktuelle politische Diskussion glauben lässt.“ Die Städte selbst würden heute viel intensiver überlegen, was man noch gemeinsam schaffen könne. Ein Indikator sei die BSW. Habe die Regionale Agentur noch zu 80 Prozent vom Land finanziert werden müssen, tragen die Städte die BSW selbst. Das alles mache in der Summe die Regionale 2006 eben auch zu einem erfolgreichen Projekt mit Langzeitwirkung.

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