Aktionstag

Reges Interesse an schönen Gärten

Andrea und Stefan Seeger schauten sich mehrere Gärten an. Das Foto entstand im Garten von Andreas Ritter an der Lützowstraße. Fotos: Christian Beier
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Andrea und Stefan Seeger schauten sich mehrere Gärten an. Das Foto entstand im Garten von Andreas Ritter an der Lützowstraße.

Vier Privatleute hatten zum „Tag der Offenen Gartenpforte“ eingeladen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Schwierig zu pflegen seien Kamelien gar nicht, versicherte Ladislaus Goldberg am Sonntagvormittag seinen Besuchern. Ein halbschattiger Standort und im Spätherbst ein Frostschutz für die empfindlichen Knospen – um sie gut durch die Winterkälte zu bringen – seien eigentlich schon alles, was man für die „Rose im Winter“ brauche. Denn die ist seit einigen Jahren die besondere Liebe des gelernten Gärtners, der seine Leidenschaft für Pflanzen auch im Privaten mit ganzem Herzen auslebt. Um die 45 verschiedene Kamelien habe er inzwischen; so viele, dass er viele davon in Töpfen hält. Der Garten bietet keinen Platz mehr für die große Vielfalt.

Zahlreich waren schon früh Gäste in seinen Garten an der Gräfrather Katharinenstraße geströmt, um sein kleines, grünes Paradies zu bewundern, mit ihm ins Gespräch zu kommen – und vielleicht die eine oder andere Anregung für den eigenen Garten mit nach Hause zu nehmen.

Lebhaft bekamen sie bei einer Tasse Kaffee Auskunft – auch von Renate Dahlhaus, die Ladislaus Goldberg bei der Pflege seiner grünen Lunge hilft: „Er hat die Ideen und ich setze sie um“, sagt sie lächelnd und erzählt von den verschiedenen Aufgaben, die das Umsorgen der mediterranen Gewächse wie Zitronen, Olive, Feige, Hanfpalmen oder Bananenstauden so erfordern. „Man ist eigentlich ständig mit irgendetwas beschäftigt“, sagt sie: Umpflanzen, abschneiden, jäten, mähen, düngen oder den Kampf gegen Rosenpilze oder Läuse aufnehmen. Stolz zeigt sie, dass der Feigenbaum nach seinem ersten Winter im Freien nun doch beginnt, auszutreiben. „Wir hatten ihn schon aufgegeben.“

Alte Gartenhütte erstrahlt in neuem Glanz

Auch Andreas Ritter von der Lützowstraße hat im Garten eine Vollbeschäftigung gefunden. Seit er Anfang der 90er Jahre das mit riesigen Tannen bedeckte Grundstück der Großeltern durch Baumfällungen von einem schwarzen Loch zu einem hellen, ansprechenden Ort gemacht hat, ist aus dem 1700 Quadratmeter großen Areal eine traumhafte Idylle geworden. Wege führen zu immer neuen, hinter einer Biegung oder einem Busch verborgenen Refugien, etwa einer Bank oder einem Sitzplatz. Kies, Platten aus Granit oder Schiefer: Das sind die Materialien, die sich mit dem sanften Grün der Rasenflächen zu beruhigender Optik vereinen.

Thorsten Ulbrich und Marcus Vogel haben einen Garten am Bertramsmühler Weg. In dem Pavillon, der Ende 2018 fertig geworden ist, können auch Trauungen stattfinden.

Brückchen verbinden die Ufer von Wasserläufen und Gartenteich und trennen den „japanischen“ Gartenteil vom „mediterranen“ ab. Zunächst aber gilt es, durch ein Haselnusstor oder eines aus antik anmutenden Säulen hindurchzugehen. Kleine Pflanz-Inseln mit Azaleen, Palmen oder Buchsbaum sind Hingucker: Ebenso die Margeriten-Wiese, die voller Knospen und Blüten im lauen Wind schaukelt.

„Nach einem tiefen, radikalen Vertikutier-Einsatz des bis dato völlig vermoosten Rasens haben sich die Blumen neben dem frischen Gras hier eingefunden“, schmunzelt Andreas Ritter, der bei nahezu jedem Wetter irgendwie im Garten arbeitet oder an beziehungsweise in den Lauben, die ebenfalls dazugehören.

TEILNEHMER + TERMINE

TEILNEHMER Ebenfalls bei der diesjährigen „Offenen Gartenpforte“ der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur dabei waren Regina und Georg Mark an der Nussbaumstraße sowie Thorsten Ulbrich und Marcus Vogel vom Bertramsmühler Weg.

TERMINE Die nächsten „Gartenpforte“-Termine sind 15. und 16. Juni, 20. und 21. Juli sowie 14. und 15. September.

offene-gartenpforte-rheinland.de

Zurecht stolz ist er auf sein jüngstes Sanierungsprojekt: Eine alte Gartenhütte, die sein Opa 1963 errichtet hatte und die „eigentlich immer nur als Abstellkammer diente“, erstrahlt nun in schicker und gemütlicher Atmosphäre. Der nächste Schritt sei, sie auch äußerlich zu verändern. Ritter stört zum Beispiel „das bergische Grün“ der Tür, das so gar nicht mit der japanisch anmutenden Umgebung des dortigen Gartens harmoniert. Aber man brauche ja immer die Kombination aus Zeit und Geld – „manchmal dauert es ein bisschen, bis die sich einstellt.“

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