Bergisches Wissensforum

Referent will aus den Zuschauern Helden machen

Cristián Gálvez wurde 1969 in Köln geboren. Als Jugendlicher war er ein erfolgreicher Zauberer, später Moderator im Fernsehen. Er hat sein Studium der Wirtschafts- und Sozialpsychologie mit Diplom abgeschlossen (Note 1,0). Er ist Autor zahlreicher Bücher und hat mehr als 6000 Vorträge gehalten – auch viele Dax-Konzerne zählen zu seinen Kunden. Gálvez lebt in Köln. Foto: Cristián Gálvez
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Cristián Gálvez wurde 1969 in Köln geboren. Als Jugendlicher war er ein erfolgreicher Zauberer, später Moderator im Fernsehen. Er hat sein Studium der Wirtschafts- und Sozialpsychologie mit Diplom abgeschlossen (Note 1,0). Er ist Autor zahlreicher Bücher und hat mehr als 6000 Vorträge gehalten – auch viele Dax-Konzerne zählen zu seinen Kunden. Gálvez lebt in Köln.

Cristián Gálvez ist beim nächsten Bergischen Wissensforum zu Gast und berichtet unter anderem von seinem Interview mit Barack Obama

Von Björn Boch 

Herr Gálvez, Sie wollen die Zuschauer beim Bergischen Wissensforum zu Helden machen. Was erwartet uns?

Cristián Gálvez: Wir sprechen über Motivation in herausfordernden Zeiten. Mein Vortrag geht zurück auf den Mythenforscher Joseph Campbell. Er hat sich mit Helden beschäftigt und festgestellt: Erfolgsgeschichten sind immer Transformationsgeschichten. Am Ende ist der Held verändert, er ist innerlich gewachsen – und die Geschichten folgen immer der gleichen Struktur. Diese hat viel mit der Psychologie der Menschen zu tun. Hat man sie verstanden, hat man Zugriff auf die eigene Lebensgeschichte. George Lucas hat das sogar in eine Filmreihe übersetzt.

Was können wir vom Erfinder von „Star Wars“ lernen?

Gálvez: Die Filme und fast alle Blockbuster dieser Welt folgen der Blaupause von Joseph Campbell – ebenso alle Erfolgsgeschichten von Unternehmen. Zumindest aus psychologischer Sicht. Ich habe in den letzten zehn Jahren weit mehr als 100 Interviews geführt: mit Sportlern, Unternehmern, Weltverbesserern. Sie alle haben ihre eigene, erfüllte und glückliche Lebensgeschichte geschrieben. Daraus habe ich ein Modell geformt, seine eigene Lebensgeschichte erfolgreicher zu gestalten und mit Veränderungen leichter umzugehen. Das Modell hilft Unternehmern, Führungskräften, Eltern und sozial engagierten Menschen.

Können Sie das psychologische Muster erläutern?

Gálvez: Es geht immer um Motivation, Selbstmotivation, das Überwinden von Widerständen – und darum, wie wir damit umgehen. Es geht um Teamarbeit und Gelassenheit in herausfordernden Situationen, um den „Umgang mit Drachen“, um im Bild der Heldengeschichte zu bleiben. Es geht um Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit und den richtigen Umgang mit Erfolgen.

Wobei der Umgang mit Erfolgen wesentlich leichter fallen dürfte als der mit Niederlagen, oder?

Gálvez: Dennoch ist das wichtig. In jeder Heldengeschichte kehrt der Held am Ende zurück – ans Lagerfeuer im Western, auf die Siegesfeier nach einem Wettbewerb. Dies stärkt für weitere Abenteuer. Wir leben in Zeiten, in denen Geschichten mit einer großen Dynamik fortgesetzt werden, nicht nur im Kino. Veränderung ist die einzige Konstante, die wir haben. Je mehr wir verstehen, wie wir den Ruf der Veränderung selbstwirksamer gestalten können, desto glücklicher und erfolgreicher werden wir sein.

Was verstehen Sie unter Selbstwirksamkeit?

Gálvez: Das ist eines der wichtigsten psychologischen Konzepte überhaupt. Wir sind nicht Opfer sich ändernder Bedingungen. Selbstwirksamkeit bezeichnet das Gefühl, in herausfordernden Situationen wirksam handeln zu können. Helden sind hoch selbstwirksam. Wenn wir an der alten Welt festhalten, erfahren wir niemals Selbstwirksamkeit. Gerade in Zeiten wie diesen konzentriert sich alles auf eine Grundfrage: Wie können wir trotz der großen Veränderungen selbstwirksam bleiben?

Die Corona-Pandemie sorgt bei vielen für ungewisse Zukunftsaussichten.

Gálvez: Corona ist das Brennglas. Die Herausforderungen, die wir haben, hatten wir schon vorher. Aber zu viele haben an der alten Welt festgehalten. Nehmen Sie Lehrer: In anderen Ländern ist Online-Unterricht ganz normal. Woher kommt dort die Motivation?

Ist bei diesem Thema nicht eher Druck nötig?

Gálvez: Motivation entsteht aus der Bipolarität zwischen Lust und Schmerz. Es geht darum, möglichen Schmerz vorher hervorzuholen. Etwa, in dem eine Führungskraft den Mitarbeitern deutlich macht, was es in drei, fünf oder zehn Jahren für Konsequenzen hat, wenn es keine Veränderung gibt. Uns ging es in vielen Lebensbereichen viel zu gut!

Welcher Held, den Sie befragt haben, hat Sie besonders beeindruckt?

Gálvez: Alle auf ihre Weise. Es war besonders beeindruckend, Barack Obama eine Stunde lang befragen zu dürfen. Es wird auch die eine oder andere Anekdote zu Obama im Vortrag geben. Aber auch die scheinbar normalen Menschen haben ihre inspirierenden Heldengeschichten erzählt. Wie der Mann, der sein Leben lang vom Fliegen träumte. Er war Hauptschüler und sollte zu Ford, weil der Vater bei Ford war. Mit 40 Jahren hat sich der Mann entschieden, doch noch Berufspilot zu werden. Er wurde der Älteste, der je beim Luftfahrtbundesamt seine Berufspilotenlizenz gemacht hat.

Und was lehrt uns das?

Gálvez: Wie wir mit Widerständen umgehen und was wir daraus lernen können. Wir schauen im Vortrag in die Welt der Coaching-Praxis, der Psychologie und der Neurologie. Und wir schauen auf Geschichten von Menschen, die uns alle bewegen und begeistern.

Termin und Karten für den Livestream

Termin: Dienstag, 25. August, 19.30 Uhr bis ca. 21 Uhr

Tickets: 49 Euro, ST-Karten-Inhaber zahlen 39 Euro; Tel. (0 25 61) 9 79 28 88, per E-Mail: info@sprecherhaus.de oder online: t1p.de/4t7a

Aufzeichnung: Das Video steht nach dem Livestream vier Wochen lang als Aufzeichnung bereit.

Veranstalter: Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger gemeinsam mit der Volksbank im Bergischen Land, Walbusch und der Veranstaltungsagentur Sprecherhaus.

Tipps für ein besseres Streaming-Erlebnis

Wlan: Nutzen Sie die stärkste Internetverbindung. Eine Kabelverbindung kann besser sein als ein Wlan-Netz. Bei einer Wlan-Nutzung sollten keine weiteren User zeitgleich im Wlan aktiv sein, weil das die Download-Leistung reduzieren kann.

Browser: Google Chrome läuft beim Wissensforum-Stream häufig besser als Firefox oder Safari. Sollte die Übertragung hängen, so laden Sie die Seite bitte neu.

Geräte und andere Software: Neuere Geräte, vor allem mit aktueller Software, bieten eine fließendere Übertragung und bessere Bild- und Tonqualität.

Vollbildmodus: Nutzen Sie den Vollbildmodus (die zwei kleinen Pfeile unten rechts im Sendebild).

Helligkeit und Ton: Prüfen Sie Einstellungen für Helligkeit und Lautstärke, am besten vor dem Vortrag.

Strom: Stellen Sie eine Stromversorgung (oder ausreichende Akkuleistung) sicher.

Apps: Vermeiden Sie Störquellen, indem Sie Apps, Programme oder andere Webseiten auf dem Gerät schließen.

Falls Arbeitgeber im Bergischen Land in den nächsten Tagen mehr Kündigungen als sonst auf den Schreibtisch kriegen, dürfte Thomas Baschab der Grund dafür sein. Der Mentaltrainer forderte seine Zuhörer beim 1. Bergischen Wissensforum 2020 auf: „Wenn Sie nicht lieben, was Sie tun, hören Sie sofort auf damit. Kündigen Sie oder melden Sie ihr Gewerbe ab. Es ist mein voller Ernst.“ Er sprach beim Wissensforum darüber, wie man durch positive Gedanken mehr erreichen kann.

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