Für 2026

Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz: Ganztagsgrundschulen in Solingen gefordert

Die SPD-Landtagsabgeordnete Marina Dobbert hatte zum schulpolitischen Gespräch eingeladen.
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Die SPD-Landtagsabgeordnete Marina Dobbert hatte zum schulpolitischen Gespräch eingeladen.

Schulpolitiker, Grundschulleiter und Gewerkschaftsvertreter diskutierten im Landtag und virtuell.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Ab dem Jahr 2026 gibt es einen Rechtsanspruch auf das Ganztagsangebot an Grundschulen. Das ist im Koalitionsvertrag der Landesregierung festgelegt. Doch welche Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang sind nötig? Darüber diskutierte am Donnerstagabend im Düsseldorfer Landtag die Solinger SPD-Abgeordnete Marina Dobbert mit Jochen Ott, dem schulpolitischer Sprecher der SPD, und Jens Merten, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) in Solingen. Online zugeschaltet waren Iris Preuß-Buchholz, schulpolitische Sprecherin der Solinger SPD, und die beiden Solinger Schulleiterinnen Claudia Bialowons, und Sabine Riffi.

Schon jetzt gibt es offene Ganztagsangebote (OGS) an den Solinger Grundschulen, an der Schule Am Rosenkamp zudem einen rhythmisierten Ganztag, bei dem sich der Unterricht von 8 bis 15 Uhr verteilt und sich Lernzeiten, Übungszeiten und Beschäftigungsmöglichkeiten abwechseln. „Einen gebundenen Ganztag müssen wir zukünftig noch viel mehr als Bildungs- und nicht nur als Betreuungsangebot wahrnehmen“, forderte Jochen Ott. Der Schulunterricht dürfe nicht mehr getrennt von Sport, Musik und Kunst sowie anderen Angeboten der Träger, die den Offenen Ganztag gestalten, gesehen werden. „Was ist dann dabei Pflicht und was ist Kür?“ Diese Frage müsse geklärt werden.
Ganztagsbetreuung an Grundschulen bald für alle: Reaktionen aus Solingen

Schulen mit gebundenem Ganztagsangebot einzurichten, das werde in Solingen schon seit Jahren diskutiert, erklärte Iris Preuß-Buchholz. Aber selbst die Minimal-Version mit einer Ganztagsschule pro Stadtteil oder zumindest eine Schule in der Innenstadt sei bislang von der Bezirksregierung abgelehnt worden. „In den Ganztagsschulen gäbe es einen sinnvollen Wechsel von Lern- und Ruhephasen, man könnte die Räume optimal nutzen und das Nebeneinander zwischen den beiden Systemen Schule und OGS entfiele“, nennt Preuß-Buchholz mehrere Vorteile.

Ganztagsbildung statt Ganztagsbetreuung gefordert

Wichtig sei es vor allen Dingen, die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, fordert Claudia Bialowons, Leiterin der Grundschule Weyer. Um Ganztagsbildung statt Ganztagsbetreuung in hoher Qualität anzubieten und auch für Eltern attraktiv zu machen, brauche es multiprofessionelle Teams aus Lehrern und Erziehern, ausreichend Räume und „mutige Politiker, die die Möglichkeit geben, Konzepte zu entwickeln“. „Groß zu denken“ war die allgemeine Forderung.

Das Thema Ganztagsschulen diskutierte Landtagsabgeordnete Marina Dobbert am Donnerstagabend mit Gästen. An der Schule Am Rosenkamp gibt es bereits einen rhythmisierten Ganztag. 

Ausreichend ausgebildete Fachkräfte gebe es im jetzigen Offenen Ganztag nämlich noch nicht, skizzierte Sabine Riffi, Leiterin der Grundschule Uhlandstraße, die aktuelle Situation. Sie plädierte auch für zunächst eine Ganztagsschule pro Stadtteil – mit der entsprechenden Ausstattung bei Räumen und Personal.

Das ausreichend zu finden sei nicht leicht, verwies Jens Merten vom VBE auf den Lehrermangel vor dem Hintergrund wachsender Schülerzah-len und großer Klassen. Mehr Studienplätze und die Lockerung des Zugangs zum Studium seien ein Weg. „Aber das hilft nur langfristig“, so Riffi, auch konkret müsse geholfen werden. „Jetzt sind die Kinder da und jetzt fehlen die Räume.“

Lehrermangel

Studium: Ein hoher Numerus Clausus und zu wenig Studienplätze verschärften das Problem des Lehrermangels. Zudem müsse das pädagogische Profil im Lehramtsstudium verstärkt werden, so Jochen Ott. Die derzeit vielen Quereinsteiger seien nur eine Notlösung.

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