Lebensretter im Bergischen

Bei Notfall am Herz: Drücken ist Pflicht, Beatmen ist Kür

Nur wer geübt ist, sollte zusätzlich zur Herzdruckmassage auch beatmen.
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Nur wer geübt ist, sollte zusätzlich zur Herzdruckmassage auch beatmen.

In unserer Serie geht es heute um das Thema Reanimation bei Erwachsenen – und warum es bei Kindern anders ist

Von Daniela Neumann

Solingen. Die Solinger Ärztin Kathrin Funk hat das Thema Beatmung bei einem Herz-Notfall aufgegriffen. „Wie kommt es zur Empfehlung des Deutschen Rates der Wiederbelebung, darauf zu verzichten – Sauerstoff ist doch für unser Überleben dringend nötig?“

Die Antwort ist pragmatisch. „Eine effiziente Beatmung bekommen Ungeübte meist nicht ausreichend hin.“ Weil sich von der Herzdruckmassage zum Beatmen anders positioniert werden muss. Und der Kopf der hilfebedürftigen Person sollte richtig überstreckt werden, damit die Zunge den Rachen nicht verschließt. „Ist der Patient ein Fremder, kostet Mund-zu-Mund-Beatmung Überwindung.“ Angst vor Infektionskrankheiten als Grund führe mitunter zur Einschätzung, lieber gar nicht erst mit Hilfsmaßnahmen zu starten.

Klar ist: Niemand muss sich in Gefahr bringen. Für die Wiederbelebung durch Laien gilt „Prüfen-Rufen-Drücken“. Das sei das Minimum, um sich nicht selbst strafbar zu machen wegen unterlassener Hilfeleistung. Wenn für eine bewusstlose Person der Rettungsdienst gerufen und bis zu seinem Übernehmen rhythmisch aufs Herz gedrückt wurde, ist die Laienhilfe erledigt.

Wer geübt ist und die Beatmung beherrscht, kann dies vorher noch tun: Für zwei Beatmungshübe sollten nicht mehr als fünf Sekunden aufgewendet werden. Richtschnur: Im Verhältnis 30:2, also 30 mal drücken, 2 mal beatmen.

Kathrin Funk macht deutlich: „Wir dürfen davon ausgehen, dass im Blut für circa acht Minuten Sauerstoffreserven vorhanden sind, deshalb dürfen wir die Atempause mit gutem Gewissen riskieren.“ Motto: „Herzdruckmassage ist Pflicht, Beatmung die Kür“.

Ein Sonderfall sei der Herzkreislaufstillstand beim Kind. „Bei einem Kind ist die häufigste Ursache dafür akuter Sauerstoffmangel, etwa durch Ertrinken/Ersticken. Hier können wir nicht davon ausgehen, dass genug Sauerstoff im Blutkreislauf vorhanden ist. Das Kind braucht Sauerstoff, wir müssen beatmen und beginnen die Reanimation mit fünf Atemspenden.“

Wer den Rhythmus fürs Drücken einüben und sich so für einen Notfall im Umfeld vorbereiten will – der von Funk mitgegründete Verein „Bergische Lebensretter“ bietet Übungszeiten an: jeden ersten Dienstag im Monat um 16 und 19 Uhr im Salon 122, Neuenhofer Straße 122. Mail-Anmeldung erwünscht, spontane Gäste auch sehr willkommen.

info@bergische-lebensretter.de

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