ST vor Ort

Rathaus verteidigt Umbau des Fahrradüberwegs

Der Fahrradüberweg der Korkenziehertrasse am Kunstmuseum wird um einige Meter nach links verlegt. Foto: Christian Beier
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Der Fahrradüberweg der Korkenziehertrasse am Kunstmuseum wird um einige Meter nach links verlegt.

Stadt verlegt die Querung der Korkenziehertrasse über die Wuppertaler Straße – für 80 500 Euro.

Von Andreas Tews

Gräfrath. Der Umbau des Überwegs der Korkenziehertrasse über die Wuppertaler Straße (Bundesstraße 224) soll dazu beitragen, den Fahrradverkehr in Solingen insgesamt voranzubringen. Damit begründet das Rathaus die Verlegung der Fußgänger- und Radfahrerfurt, die nach ersten Schätzungen rund 80 500 Euro kosten dürfte. Der Überweg soll um einige Meter nach Norden verlegt werden, damit er vom Parkplatz des Kunstmuseums kommend auf der anderen Straßenseite direkt auf die Fortsetzung der Korkenziehertrasse stößt.

Diese Umgestaltung ist Teil des Projekts Veloroute. Damit ist ein Fahrradweg von Düsseldorf-Benrath über Hilden, Ohligs, Wald und Gräfrath nach Wuppertal-Vohwinkel gemeint, auf dem Fahrradfahrer möglichst schnell vorankommen sollen. Ein Teil dieser Route verläuft in Wald und Gräfrath über die Korkenziehertrasse. Am Überweg Wuppertaler Straße gibt es auf der Straßenseite des Parkfriedhofs aktuell einen Versatz von knapp zehn Metern.

Um den zu beseitigen, plant die Stadtverwaltung, die Korkenziehertrasse am Parkplatz des Kunstmuseums um einige Meter in Richtung der Straße Dycker Feld zu verlegen. Dort soll sie in einen barrierefreien Überweg münden, der ohne den derzeit nötigen Schlenker direkt zu der Fortsetzung der Trasse führt. Die Furt soll dazu leicht diagonal über die Wuppertaler Straße verlaufen und zur besseren Orientierung für die Fahrradfahrer farblich markiert werden. Zudem soll sie breiter sein als der derzeitige Überweg. Die vorhandene Verkehrsinsel wird in den Planungen um sechs Meter in Richtung Dycker Feld verlängert.

In die Kosten ist laut Rathaus-Sprecherin Sabine Rische auch ein Umbau des Parkplatzes am Kunstmuseum eingerechnet. Dort soll der Verlauf der Veloroute auf dem Asphalt farblich hervorgehoben werden. Insgesamt solle die Korkenziehertrasse auf dem betreffenden Abschnitt künftig die Qualitätsstandards einer Veloroute erfüllen.

Nicht in den Kosten enthalten ist der geplante Austausch der Ampelanlage an der Einmündung der Straße Dycker Feld in die B 224. Die alte Ampel ist nach Rathaus-Angaben störanfällig. Ersatzteile gebe es nicht mehr. Einen kompletten Ausfall gab es zuletzt im vergangenen Jahr. Darum sei ein Austausch aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig. Wenn eine neue Anlage installiert wird, will die Stadtverwaltung die Verkehrsführung an diesem Knoten „optimieren“. Dies soll laut Rische parallel mit der Umgestaltung des Überwegs der Veloroute voraussichtlich im Herbst 2020 erfolgen.

Die Höhe der Umbaukosten hatten in der Bezirksvertretung Gräfrath vor allem Andreas Zelljahn (FDP) und Sprecher der CDU kritisiert. Der Kritik schloss sich im Gespräch mit dem ST auch Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) an. Diese Ausgaben seien nicht zu verantworten, erklärte er.

In der Gräfrather CDU befürchtet man zudem, dass es bei einer Verlagerung des Überwegs in Richtung Dycker Feld zu Konflikten mit von dort kommenden Linksabbiegern kommen könnte. Auch für Autos, die von der Melanchthonstraße ins Dycker Feld und wenig später in die Wuppertaler Straße einbiegen, sei zu wenig Platz.

Darum verweigerte die Mehrheit der Stadtteilpolitiker in der Bezirksvertretung zuletzt eine Zustimmung zur Fällung eines Berg-Ahorns, der den Trassenplänen im Weg steht. Jetzt wollen die Verkehrsplaner den Radweg um den Baum herumbauen.

Veloroute

Die Veloroute soll den geplanten Radschnellweg Langenfeld/Monheim-Düsseldorf-Neuss mit der Nordbahntrasse in Wuppertal verbinden. Sie führt von Hilden kommend über Ohligs (Hildener Straße, Kasparstraße, Weyerstraße), Wald (Baverter, Altenhofer, Friedrich-Ebert-, Holbeinstraße und Korkenziehertrasse) und Gräfrath nach Wuppertal-Vohwinkel, wo sie auf die Nordbahntrasse trifft.

Zu den Qualitätsstandards einer Veloroute gehört, dass sie so gut ausgebaut sein muss, dass Radfahrer auf ihr schnell vorankommen. Zur Breite gibt es keine Vorgaben. Velorouten sollen gut erkennbar und einheitlich markiert sein.

In unserer Stadtteilserie nehmen wir in den kommenden acht Wochen immer einen Stadtteil besonders in den Blick. Hier geht´s zur Übersicht.

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