Serie

Wer rastet, der rostet: Rehasport fördert auch das Gedächtnis

Kursleiter Arnold Falkowski zeigt, wie die Bewegungsabläufe funktionieren. Foto: Christian Beier
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Kursleiter Arnold Falkowski zeigt, wie die Bewegungsabläufe funktionieren.

Orthopädie-Gruppen setzen auf regelmäßiges Bewegungstraining.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Bei gestrecktem Oberkörper in die Hocke gehen, mit den Zehenspitzen drei Punkte außerhalb des Holzreifens antippen: Acht Teilnehmerinnen hat die „Orthopädie-Gruppe“ des Solinger Turnerbundes. Wer für welche Indikation Angebote hat, stellt das Tageblatt in einer kleinen Serie vor: Für die breite Palette von Orthopädie, Neurologie, innerer Medizin (Herz, Lunge, Niere) bis zu geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen sind die Fachleute gut aufgestellt.

Die für Rehasport zertifizierte Gesundheitspädagogin Frauke Lischka achtet auf jede, die einmal in der Woche zu ihr kommt. „Ich erarbeite Übungen, die alle mitmachen sollen, aber natürlich jeweils in dem Maße, wie sie es augenblicklich können. Wenn jemand einstweilen die Arme nur bis zur Waagerechten heben kann, und nicht höher kommt, ist das so, gequält wird niemand.“

Was nicht heißt, dass sie nicht Mut und Zuspruch gibt, sich selbst zu verbessern. Aber eben Schritt für Schritt und nicht in einer Hauruck-Aktion. „Seit ich hier mitmache, komme ich endlich wieder in die Hocke-Beugung“, sagt eine der Teilnehmerinnen. Sie schätzt die unaufgeregte Art von Frauke Lischka, die leicht und spielerisch mit der Runde Koordination, Balance und Kraft trainiert.

„Bei Knorpel-Veränderungen, Bewegungsstörungen durch Wirbelsäulenprobleme oder auch mit neuen Hüft- oder Knie-Prothesen muss man seinen Körper wieder neu kennenlernen und ihn ausprobieren“, sagt Lischka. „Viele Teilnehmer haben zunächst Angst zu stürzen und sind extrem vorsichtig, weil sie sich nichts mehr zutrauen – das kann man aber durch regelmäßige Bewegungseinheiten wieder zum Positiven ändern“.

Auch Konzentration und Gedächtnis können trainiert werden. Körperliches und geistiges Vermögen seien immer eine Einheit, das wisse man auch von Kindern: Im Umhertollen schulen sie zugleich auch ihre kognitiven Fähigkeiten.

Drei verschiedene Gruppen bietet der STB derzeit an, Pläne, das Angebot aufzustocken, waren durch die beginnende Pandemie erst einmal vom Tisch. „In der Regel verschreibt der Arzt 50 Einheiten, die binnen 18 Monaten zu absolvieren sind“, sagt Lischka. Nur durch Regelmäßigkeit erziele man Erfolge. „Außerdem sollen die Teilnehmer Bewegungsabläufe, die sie hier lernen, in ihren Alltag integrieren.“

Reha-Sport soll den Alltag leichter machen

Der Reha-Sport stehe nicht für sich, sondern solle den Alltag leichter machen, Schmerzen reduzieren und Medikationen minimieren. Auch im RBS, dem Reha- und Behindertensportverein, werden entsprechende Angebote gemacht.

Derzeit trifft sich am Montagnachmittag eine gemischte Gruppe. Viele Teilnehmer kämen nicht, weil sie Angst vor einer Ansteckung hätten, sagt Übungsleiter Arnold Falkowski. Kurzerhand hat er deshalb alle zusammengepackt, die Lust auf Bewegung haben, und zeigt Übungen, die sowohl für Orthopädie-, Neurologie- oder Herzpatienten geeignet sind. Wer Interesse hat, soll sich über 01 77 8 80 32 95 über das Angebot informieren.

Reha-Sport

Rehabilitationssport ist anerkannt als Beitrag zur Genesung. Einschränkungen bei chronischen Erkrankungen im Bereich Neurologie, Orthopädie oder innere Medizin können durch gezieltes Bewegungstraining verbessert werden. Mit einer Verordnung vom Arzt hilft das Team des Sportbundes, einen passenden Verein des Reha-Netzwerks zu finden.

Tel. (02 12) 20 22 29

info@solingersport.de

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