Sanierungskonzept für die Brache

Rasspe-Gutachter bringen Erfahrung mit

Die meisten Hallen auf dem ehemaligen Gelände der Firma Rasspe stehen leer. Viele sollen abgerissen werden. Für den Boden wird jetzt ein Sanierungskonzept erstellt. Archivfoto: Christian Beier
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Die meisten Hallen auf dem ehemaligen Gelände der Firma Rasspe stehen leer. Viele sollen abgerissen werden. Für den Boden wird jetzt ein Sanierungskonzept erstellt

Unternehmen aus Niedersachsen erarbeitet ein Sanierungskonzept für die Brache. Erste Ergebnisse liegen Ende des Jahres vor.

Von Andreas Tews

Das Sanierungskonzept, das die Gutachter der Burmeier Ingenieur-Gesellschaft (BIG) für das 6,5 Hektar große ehemalige Rasspe-Gelände erarbeiten werden, gehört nicht zu den größten Projekten des Unternehmens aus Gehrden bei Hannover. Das wird beim Blick auf die Referenzen deutlich. Als Beispiel für eine Altlastensanierung wird auf der Homepage des Unternehmens unter anderem der Truppenübungsplatz Munster (Heidekreis/Niedersachsen) aufgeführt. Auf 870 Hektar werden dort Kampfmittel und Schadstoffe im Boden vermutet.

Das ehemalige Rasspe-Gelände an der Straße Stöcken steht weitgehend leer und soll als Gewerbefläche reaktiviert werden. Die Gesamt-Sanierung des Bodens betreut der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) als Partner der Stadt und der Wirtschaftsförderung. Basis dafür ist ein öffentlich rechtlicher Vertrag. Der Verband, den das Land NRW, die Kommunen und die Wirtschaft 1989 gegründet haben, hat die Burmeier Ingenieur-Gesellschaft nach Angaben der Wirtschaftsförderung unter 15 Bewerbern ausgesucht. Die Sanierungsuntersuchung sei europaweit ausgeschrieben worden, erklärt AAV-Sprecherin Sabine Boos.

Bei der Auswahl kamen drei Planungsbüros in die engere Auswahl. Die wurden eingeladen, um ihre Planungsansätze und Kalkulationen jeweils eine Stunde lang vorzustellen. Anschließend mussten die Ingenieure Fragen von Vertretern des AAV, der Wirtschaftsförderung und der Stadt Solingen beantworten. Die BIG habe dabei das beste Konzept und die beste „Performance“ geboten, schildert Boos.

Blind auf die Aussagen der Unternehmen habe man sich dabei nicht verlassen – zumal der AAV mit dem Unternehmen aus Gehrden bisher noch nicht zusammengearbeitet habe. Die Bewerber mussten nach Boos´ Angaben die Fähigkeit nachweisen, dass sie die geforderten Leistungen erbringen können. Zudem waren Referenzen von bisherigen Flächensanierungs-Projekten vorzulegen.

Die BIG hat ihren Hauptsitz in Gehrden und unterhält Büros in Chemnitz, Dresden. Zu ihren bisherigen Auftraggebern im Bereich Flächensanierung gehören unter anderem die Oberfinanzdirektion Hannover (beim Projekt auf dem Truppenübungsplatz Munster und der Sanierung eines Tanklagers bei Nienburg/Weser) und der Energiekonzern EnBW (Sanierung eines Gaswerks). Weitere Geschäftsbereiche sind Projektsteuerung und Controlling, Liegenschaftsentwicklung, Abfallwirtschaft, Sicherheitsmanagement sowie Forschung und Entwicklung.

Ingenieure beginnen nächste Woche mit der Arbeit

Die Ingenieure der BIG nehmen laut Boos in der kommenden Woche ihre Arbeit auf. Untersuchungen vor Ort wird es aber nicht sofort geben. „Sie müssen sich zunächst in das Thema einarbeiten“, erklärt Boos. Dazu gehöre es, die vorliegenden Unterlagen und Gutachten zu prüfen und dann zu entscheiden, welche Untersuchungen noch nötig sind.

Bisherige Untersuchungen bezogen sich auf den aktuellen Zustand des Geländes. Wenn jetzt Gebäude abgerissen und versiegelte Flächen aufgebrochen werden, könnten neue Gefahren für den Boden entstehen, hatte AAV-Geschäftsführer Dr. Roland Arnz bereits im Dezember erklärt. Diese Risiken gelte es abzuklären.

Auf Basis ihrer Erkenntnisse erstellt die BIG ein Konzept für das Rasspe-Areal. Unter anderem muss laut Wirtschaftsförderung das geeignete Sanierungsverfahren für die durch die industrielle Vorgeschichte belasteten Böden ermittelt werden. Der AAV-Geschäftsführer geht davon aus, dass einige Bereiche des Geländes mit relativ hohem Aufwand saniert werden müssen. Laut Wirtschaftsförderung kann zum Beispiel ein Austausch des Bodens notwendig sein.

Die Untersuchungen nehmen Monate in Anspruch. AAV-Sprecherin Boos rechnet mit ersten Ergebnissen nicht vor Ende dieses Jahres.

GEWERBEFLÄCHE

BRACHE Das ehemalige Rasspe-Gelände an der Straße Stöcken ist mit 6,5 Hektar die größte Gewerbebrache Solingens. Eigentümerin ist die städtische Wirtschaftsförderung. 

KONZEPT Der Plan sieht vor, auf dem Areal innovative Unternehmen anzusiedeln, die auf das digitale Zeitalter setzen. Bei konkreten Planungen sollen Vertreter der Wirtschaft und der Wissenschaft mitwirken. 

ZEITPLAN 2018 will man mit den Abbruch- und Sanierungsarbeiten beginnen. Zur Verfügung stehen soll das Gelände 2019. Verzögerungen schließt Frank Balkenhol, Chef der Wirtschaftsförderung, aber nicht aus.

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