Gewerbegebiet

Rasspe gehört der Wirtschaftsförderung

Firma ISG-Industriemesser auf dem Rasspe-Areal Foto: Christian Beier
+
Es ist die größte Gewerbebrache Solingens: Das Gelände der ehemaligen Firma Rasspe in Kohlfurth gehört jetzt der Wirtschaftsförderung. Das Areal kann jetzt überplant werden

Eintrag im Grundbuch ist bereits vor einer Woche erfolgt. Jetzt kann das Gewerbegebiet neu entwickelt werden.

Von Hans-Peter Meurer 

Nun ist es amtlich: Die Solinger Wirtschaftsförderung ist Eigentümerin des ehemaligen Rasspe-Geländes in Kohlfurth. Damit kann die Stadt Solingen den Startschuss geben, die seit Jahren ruhende Industriebrache neu zu entwickeln. Aber erst frühestens 2018 könnte das Gewerbegebiet wieder genutzt werden. Vorab müssen Altlasten beseitigt und das Gebiet neu überplant werden.

Das Areal im Osten Solingens ist mit rund 66 000 Quadratmetern die zurzeit größte Industriebrache in unserer Stadt. „Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht. Es sind jetzt alle Voraussetzungen geschaffen, das Rasspe-Gelände für die zukünftige Gewerbeflächenentwicklung am Standort Solingen dauerhaft zu sichern“, zeigte sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) zufrieden.

Meinung von Hans-Peter Meurer

„Wir wollen Gewerbeflächen nachhaltig sichern. Dazu gehört, dass wir vor allem auch Industrie- und Gewerbebrachen nutzbar machen. Das ist jetzt endlich mit dem Rasspe-Gelände gelungen“, sagte Kurzbach am Donnerstag bei einer eiligst einberufenen Steh-Pressekonferenz auf dem Gelände der Feuerwache Wald.

Die Solinger Wirtschaftsförderung hatte sich im Sommer mit einem ausgewogenen Entwicklungskonzept und dem Höchstgebot bei einem Bieterverfahren des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW gegen zwei private Interessenten durchgesetzt. Nach dem Bieterverfahren beim BLB über die herrenlose, da völlig überschuldete Immobilie, hatte ein möglicher Investor Beschwerde eingelegt. Dieser Mitbieter, der 170 neue Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe schaffen wollte, hatte daraufhin gegen die Zuschlagserteilung zugunsten der Wirtschaftsförderung Beschwerde eingelegt.

Aktueller Grundbuchauszug lag dem ST schon längst vor

Noch am vergangenen Montag hatte es sowohl beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und bei der Solinger Wirtschaftsförderung geheißen, dass das Beschwerdeverfahren noch nicht entschieden sei. Auch am Donnerstagvormittag hieß es immer noch, es sei keine Entscheidung gefallen.

Solingens Wirtschaftsförderer Frank Balkenhohl sprach sogar von einem „bösen Gerücht“, als das ST am Donnerstag nochmals nachfragte, ob die Wirtschaftsförderung nicht schon längst Eigentümerin der Großimmobilie sei. Erst als das ST aus dem ihm vorliegenden frischen Grundbuchauszug zitierte, räumte Balkenhol ein, das ein Eintrag nun doch erfolgt sei.

Dieser Auszug belegt, dass die Wirtschaftsförderung bereits am 27. November eine Aneignungserklärung gegenüber dem Solinger Amtsgericht abgegeben hat. Und er belegt, dass schon zuvor das Land NRW über den BLB per Urkunde dafür Grünes Licht gegeben hatte. Der Eintrag ins Grundbuch erfolgte dann am vergangenen Montag.

„Wir mussten erst die Verhandlungen mit der noch im Grundbuch eingetragenen Gläubigerbank zum Abschluss bringen“, versuchte sich Balkenhol am Donnerstagnachmittag gegenüber dem ST zu rechtfertigen. Kurz darauf setzte der Chef-Wirtschaftsförderer Oberbürgermeister Kurzbach in Kenntnis. Der veranlasste dann prompt die Presseerklärung.

HINTERGRUND

RASSPE

Das 6,5 Hektar große Gelände der früheren Firma Rasspe ist seit acht Jahren verwaist. Seitdem suchten Flächenentwickler und die Stadt lange Zeit vergeblich nach einem Investor. Viele schreckte ab, dass die Grundstücke mit hohen Schulden belastet sind und dass dort Altlasten im Boden vermutet werden.

Auch Dr. Hartmut Gussmann, Sprecher des BLB in Düsseldorf, ruderte am Donnerstag plötzlich zurück: Das Beschwerdeverfahren des Mitbieters, auf dessen Ausgang angeblich alle Beteiligten seit Monaten gewartet haben, sei nie ein „rechtsförmliches“ Verfahren gewesen. Das heißt, der BLB habe darüber überhaupt nicht entscheiden müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert
Corona: Solingen weiter mit landesweit höchsten Wert
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung
Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare