Projekt

Rasspe: Forum für Elektro-Mobilität geplant

OB Tim Kurzbach (Mitte) ließ sich von Arnd Sander (links) und Guido Korff den letzten erhaltenen Schleifwagen zeigen. Foto: Michael Schütz
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OB Tim Kurzbach (Mitte) ließ sich von Arnd Sander (links) und Guido Korff den letzten erhaltenen Schleifwagen zeigen.

Verein Bergische Museumsbahnen plant eine Gleisanbindung bis zur Kohlfurther Brücke.

Von Alexandra Dulinski

Solingen. Auf dem Rasspe-Gelände ist Großes geplant. Denn der Verein Bergische Museumsbahnen möchte auf einem Teil des Areals ein Bergisches Forum für Elektro-Mobilität entstehen lassen.

Das Forum soll ein Museum sein, in dem sich Schatzmeister Guido Korff beispielsweise gut zwei ehemalige Straßenbahnen, einen O-Bus und einen elektrischen Lieferwagen als Ausstellungsstücke vorstellen kann. „Beim Thema Elektro-Mobilität sind wir genau richtig“, sagt Korff. Es sei alles schon einmal da gewesen: Schon vor über 100 Jahren sei vieles elektrisch betrieben worden. „Strom war damals eine hippe Sache“, so Korff. Heute seien viele Unternehmen in dem Sektor tätig.

Zudem soll es eine Ausstellung geben. Themenschwerpunkte könnten dabei die Fahrzeugentwicklung, Fahrzeugtechnik und Energieerzeugung sein.

„Rasspe soll zu einem Gründerzentrum entwickelt werden mit innovativen Produktions- und Forschungsunternehmen. Da sind wir ein Anziehungspunkt für Besucher und Veranstaltungen“, so der Schatzmeister.

Mit der Entwicklung des Forums sei es denkbar, eine Gleisverbindung – durch den Wiederaufbau der ehemaligen Strecke auf der noch vorhandenen Trasse – zwischen dem Rasspe-Gelände und dem Straßenbahnmuseum in der Straße Kohlfurther Brücke in Wuppertal herzustellen. So könnten Besucher des Forums die dort gezeigten Technologien auch selbst erproben und erleben. „Der nostalgische Aspekt ist hier an der Kohlfurther Brücke, oben ist es topmodern“, fasst Guido Korff die Pläne zusammen.

Auch Radfahrer könnten in das Konzept einbezogen werden und Fahrrad-Transporte nutzen. Das Vernetzungspotenzial sei da.

Für das Projekt werden Sponsoren gesucht

Das Projekt ist für die nächsten zehn Jahre angedacht, genehmigt sei noch nichts. Der Verein befinde sich momentan in Gesprächen mit der Stadt. Auch werden Sponsoren gesucht, die das Forum unterstützen. Denn alleine die Restauration eines Wagens koste um die 250 000 Euro.

Achim Wilke von der Wirtschaftsförderung befürwortet die Pläne. „Elektro-Mobilität ist ein innovatives Thema, das wir im Fokus haben.“ Er wolle das Gebiet auf dem Rasspe-Gelände beleben, Historisches mit Neuem verbinden. Das Thema Elektro-Mobilität sei in stetiger Weiterentwicklung. Die Anbindung der Kohlfurth an das Rasspe-Areal stelle einen Knotenpunkt dar. „Wir haben großes Interesse, daran mitzuarbeiten“, erklärt Wilke.

Auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der sich am Montag die alten Straßenbahnen zeigen ließ, steht hinter der Idee: „Das Rasspe-Gelände soll ein Ort der Kommunikation sein. Das Forum ist eine tolle Vision.“ Was der Verein präsentiere, sie etwas Besonderes.

Ein Viertel der Rasspe-Gebäude ist schon abgerissen: Zwei denkmalgeschütze Bauten bleiben stehen – der Einsatz kostet eine Million Euro.

Es gibt einen ersten Investor, der konkrete Pläne für Teile des früheren Rasspe-Geländes vorgelegt hat. Zwischen der Renaissance AG, die in Krefeld und Wuppertal sitzt, und der Solinger Wirtschaftsförderung laufen Gespräche.

Standpunkt: Pläne weiter verfolgen

Von Alexandra Dulinski

alexandra.dulinski@solinger-tageblatt.de

Die Nachricht, dass der Verein Bergische Museumsbahnen auf dem Rasspe-Gelände ein Forum für Elektromobilität errichten möchte, ist positiv. Obwohl Motoren schon seit mehr als 100 Jahren elektrisch betrieben werden, gewinnt das Thema immer mehr an Wichtigkeit. Das zeigen die steigenden Zulassungszahlen von E-Autos. Das Forum könnte dazu beitragen, Besucher für diese Thematik zu sensibilisieren. 

Des Weiteren zieht es Touristen zum Rasspe-Areal, der Weg in die Innenstadt und zu anderen Plätzen der Stadt ist dann nicht mehr weit. So kann ganz Solingen davon profitieren. Eine mögliche Verbindung zwischen der Kohlfurther Brücke in Wuppertal und dem Rasspe-Gelände würde das noch verstärken. Zwar ist noch ungewiss, ob und in welchem Maße die Pläne des Vereins genehmigt werden, sicher ist, dass die Umsetzung der Ideen die Klingenstadt aufwerten würde. Fest steht, dass die Pläne weiter verfolgt werden sollten.

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