Rund 190 Bauarbeiter und Handwerker im Einsatz

O-Quartier wird Mitte 2022 fertiggestellt

Die meisten Rohbauten im O-Quartier stehen schon, in den ersten Häusern sind die Wohnungen fast fertig. 308 werden es sein. Fotos: Christian Beier
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Die meisten Rohbauten im O-Quartier stehen schon, in den ersten Häusern sind die Wohnungen fast fertig. 308 werden es sein.

Für den Polier auf der Baustelle O-Quartier ist die Sache klar: „Jetzt wird es eng.“

Von Philipp Müller

Projektleiter Thomas Schmidt koordiniert die 190 Bauarbeiter.

Solingen. Mit großer Routine lotst er einen Laster rückwärts von der Aachener Straße mitten auf die Großbaustelle. Den Laster umschiffen Lisa Heller, Pressesprecherin von Kondor Wessels aus Berlin, Emilio Bertarelli, Geschäftsführer der NRW-Tochter des Baukonzerns und Bau- und Projektleiter Thomas Schmidt. Die drei haben das ST eingeladen, sich die Baustelle anzuschauen. Das ist mit Nachrichten verbunden.

„Es ist alles verkauft“, berichtet Bertarelli in rheinischem Ton. Er ist in Köln auf der „Schäl Sick“ in Stammheim aufgewachsen. Die zweite Sache, die er verkündet ist: Alles bleibe im Zeitplan. Die Fertigstellung sei für Mitte kommenden Jahres vorgesehen. „Schon Ende dieses Jahres sind die ersten 60 Wohnungen fertig und könnten zum Jahresbeginn 2022 bezogen werden.“

308 Wohnungen entstehen auf dem ehemaligen Olbo-Gelände. Die Stadt hatte dazu einen bauvorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Bürgerbeteiligung erstellt. Die Wohnungen gingen in der Mehrzahl an sogenannte institutionelle Anleger wie eine süddeutsche Krankenversicherung und die Stadt-Sparkasse Solingen. Die Phase der Vermietung werde in Kürze eingeleitet, sagt Bertarelli. Umstritten war bei den Ohligsern vor allem die Parkplatzsituation. Sie fürchten, da nicht jede Wohnung einen Tiefgaragenplatz erhält, dass der Parkdruck steigt.

Die für den Baukonzern wichtige Nachricht ist, dass das O-Quartier auch im Kostenrahmen bleiben wird. Baustoffmangel und hohe Preise betreffen das Unternehmen fast überhaupt nicht. „Wir disponieren lange im Voraus“, erklärt Bertarelli. Wo der Normalbürger im Baumarkt gerade das Vierfache für eine Dachlatte zahle, da habe Kondor Wessels langfristige Verträge mit Preiskorridoren vereinbart. „Aber das Thema bleibt spannend“, sagt er – auch mit Blick auf das von Kondor Wessels in Planung befindliche Projekt „Greeen“ in Wald. Das soll Anfang 2023 starten.

„Das Richtfest fehlt noch. Das holen wir in Kürze nach.“

Emilio Bertarelli, Kondor Wessels

Thomas Schmidt weitet die Arme aus. 15 Meter und 60 Zentimeter breit ist der Boulevard zwischen den Häusern, der die Aachener Straße mit dem Heiligenstock verbindet. Außerdem solle man sich von den Beton-Skeletten nicht täuschen lassen, erklärt Bertarelli. Sei erst einmal Putz auf den Außenwänden, wirke alles nicht mehr so eng. Schmidt ergänzt, Klinker an den Teilen der Fassaden würden alles optisch auflockern. Mit dem Funkgerät wird der Kranführer angewiesen, Gerüstbohlen richtig abzusetzen. „Das ist ein langjähriger Partner“, erzählt Schmidt über Gerüstbauer Tokus. Der Konzern hat zwar selbst Baufirmen, doch diese setzen stets auf Partner, die solche Großprojekte bewältigen können. „Die gibt es auch in der Region“, steuert Emilio Bertarelli bei. Er hätte das gerne auch mit Solinger Handwerkern gemacht, aber da sei keiner in der Lage, für alle 308 Wohnungen zu arbeiten. Ein Aufteilen der Arbeiten auf viele Firmen passe aber nicht zur Kondor-Wessels-Methode.

Solingen: Anbindung ans schnelle Internet

Die Wohnungen bekommen Parkett. Hellbraun liegt es bereits in der vierten Etage eines fast fertigen Hauses. Das sei Standard, betont Projektleiter Schmidt. Anbindung ans schnelle Internet gibt es. Und dort, wo es später der Käufer haben wolle, lege man etwa für die Küche Strom- und Wasserleitungen hin. Rote und blaue Kappen markieren Warm- und Kaltwasser. Zu jeder Wohnung gehört ein Balkon, der Richtung Sonne liegt.

Um ein solch umfangreiches Projekt bewältigen zu können, hat Kondor Wessels in einer ehemaligen Spielhalle an der Düsseldorfer Straße ein großes Baubüro eingerichtet. An der Wand hängt der exakte Zeitplan auf zwei Metern Breite. Aber nur als Teil. „Ausgedruckt wäre der 17 Meter lang“, erzählt Schmidt. Aus der Zentrale und mit Hilfe der Pläne steuert er den Einsatz von aktuell rund 190 Bauarbeitern im O-Quartier. Qualitätskontrolle und das Einhalten der Zeitpläne sind dabei seine Hauptaufgaben.

Auch wenn alles im Plan läuft, so bedauert Emilio Bertarelli doch eins: „Wir haben wegen Corona noch kein richtiges Richtfest feiern können.“ Das will er aber unbedingt nachholen. „Das ist auch wichtig für den Zusammenhalt der Handwerker.“ | Standpunkt

Vermietung

Allein 76 Wohnungen zum Erstbezug bietet als Vermieterin die Sparkassen Immobilien Management GmbH an. Die Kaltmieten beginnen bei 605 Euro und reichen bis 1165 Euro. Angeboten werden 2,5 und 3,5 Zimmer-Wohnungen bis zu 96 Quadratmetern.

Standpunkt: Neues Gesicht für Ohligs

Von Philipp Müller

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Da muss man sich nichts vormachen. Mit dem O-Quartier bekommt Ohligs ein neues Gesicht. 308 Wohnungen sind im kommenden Jahr fertig. Über den zentralen Boulevard wird es die Menschen auf den Marktplatz spülen. Ist alles voll vermietet, werden sich rund 1000 neue Nachbarn, Mütter, Kinder, Großeltern und Jugendliche vorstellen. Das wird Leben nicht nur auf die Düsseldorfer Straße bringen. Die Nahversorgung ist dank neuem Supermarkt und Wochenmarkt gesichert. Das werden die Neu-Ohligser bestimmt auch nutzen. Aber wir wären nicht in Solingen, gebe es nicht auch Kritik. Viel mit Substanz, einiges ohne. Doch wird es Aufgabe der Verwaltung, der Politik und nicht zuletzt auch der „Alteingesessenen“ sein, sie alle mit offenen Armen zu empfangen. Zugleich gilt der Blick bitte aber sofort auch darauf: Klappt alles mit dem Busverkehr? Laufen die Verkehrsströme in den engen Straßen vernünftig? Erhöht sich wirklich nicht der Parkdruck? Wenn sich der Ohligser Kern herausputzt, zieht das Besucher an. Da ist sicher auch bergische Gelassenheit gefragt.

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