Erstes Museumskonzert

Publikum bejubelt junge Pianistin

Eva Gevorgyan begeisterte im Meistermannsaal unter anderem mit Rossini und Beethoven.
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Eva Gevorgyan begeisterte im Meistermannsaal unter anderem mit Rossini und Beethoven.

Schon zur Pause hatte Eva Gevorgyan eine Zugabe spielen müssen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Und auch am Ende des Konzertes im Meistermannsaal des Zentrums für verfolge Künste ließ sich die hochbegabte 18-Jährige nicht lange bitten und bedankte sich für begeisterten Schlussapplaus mit einem weiteren Stück: Temperamentvoll spielte sie auf den Flügeltasten Rossinis „Barbier von Sevilla“ herbei und ließ ihn in gerade atemberaubendem Tempo imaginär seiner Tätigkeit nachgehen.

Gute anderthalb Stunden lang hatte sie zuvor im gut gefüllten Saal mit ihrem Können und ihrem musikalischen Charisma beeindruckt.

Mitgebracht hatte sie ein sorgfältig zusammengestelltes Programm, das mit Beethovens „Sturmsonate“ (Nr. 17, d-Moll) begann und über „Vier Mazurken“ und eine Etüde von Chopin zu einem hierzulande weniger bekannten russischen Komponisten, Alexander Skrajbin, führte.

Konzentriert und völlig versunken webte Eva Gevorgyan die Klangteppiche, deren Muster sie, ohne auf Noten zu schauen, vor dem inneren Auge zu sehen schien.

Mit beeindruckender Ruhe widmete sie sich ihren Interpretationen und ließ Tönen Raum und Zeit, zu wirken und nachzuhallen. In Beethovens Sonate Nr. 17 spiegelt sich sein zur Entstehungszeit unruhiges Seelenleben wider, das ihn beflügelte, seine Kompositionen anders zu gestalten als es dem damaligen Zeitgeist entsprach – aber auch anders, als er es selbst zuvor getan hatte. Souverän meisterte Gevorgyan die unruhige Suche nach Stabilität in den drei Sätzen, die bereits in der Einleitung des ersten Satzes deutlich wird und sich – unterschiedlich nuanciert – durch das gesamte Werk zieht.

Pianistin präsentierte die musikalische Welt von Skrjabin

Chopins Miniaturen setzten farbige Tupfen mit mitunter avantgardistischem Charakter, auch sie sorgfältig und virtuos auf den Tasten zelebriert.

Nach der Pause präsentierte das junge Ausnahmetalent, die bereits auf zahlreiche internationale Auszeichnungen verweisen kann, mit „La Valse“ op. 38 und „24 Préludes“ op. 11 die musikalische Welt von Skrjabin. Selten geschmeidig und glatt und zum Konsumieren geeignet, sondern voller emotionaler Wechsel, verlangten die Klangfolgen vom Publikum Aufmerksamkeit und die Bereitschaft zum inneren Dialog – eine Aufgabe, die dank der hervorragenden Interpretation am Flügel gut gelang.

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