Pilotprojekt

Psychologin kämpft gegen Lese- und Schreibschwäche

SPZ-Diplom-Psychologin Sandra Kratz (l.) und Langzeit-Praktikantin Jana Höhmann haben eine Lernhilfe entwickelt. Foto: Christian Beier
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SPZ-Diplom-Psychologin Sandra Kratz (l.) und Langzeit-Praktikantin Jana Höhmann haben eine Lernhilfe entwickelt.

Sonderpädagogisches Zentrum bietet neue Lernmappe.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Sie lassen sich von der Krise nicht stoppen: Auch währender Pandemie helfen Diplom-Psychologin Sandra Kratz vom Sonderpädagogischen Zentrum (SPZ) und Langzeit-Praktikantin Jana Höhmann Schülern, ihre Lese- und Rechtschreibschwäche zu überwinden. Schon vor Ausbruch der Virusinfektion hatten sie eine spezielle Lernmappe entwickelt – doch der Test des Pilotprojektes scheiterte fast an den Kontaktbeschränkungen.

Bei der Konzeption der Lernmappe arbeiten Kratz und Höhmann mit einer besonderen Methode des Springer-Verlags. „Intra act setzt auf klassischen Üben durch wiederholen“, sagt Kratz. Denn: „Auch ältere Kinder können deshalb nicht lesen, weil die einzelnen Buchstaben einfach nicht gut im Langzeitgedächtnis abgespeichert sind“, weiß Höhmann. Daher richtet sich die Lernmappe auch noch an Fünft- oder Sechstklässler.

Die Lernmethode „Intra Act“ unterscheidet sich deutlich vom Lesen- und Schreibenlernen in der Schule. Dort dürfen die Erstklässler erst einmal nach Gehör schreiben – unabhängig davon, ob Wörter dabei richtig geschrieben werden.

Und so lernen die Kinder mit der Mappe: Eine viereckige Schablone blendet alle anderen Buchstaben auf dem Übungsblatt aus. Nur das „A“ ist zu sehen. Oder das „M“. Vielleicht aber auch ein farbiges Feld zwischen Buchstaben. „Die Farben sollen dem Gehirn eine Pause geben: das gerade Gelernte damit neutralisieren“, sagt Kratz.

„Wiederholungen und das Ausblenden ablenkender Reize wie Bilder in einem Lesebuch oder andere Buchstaben neben dem, um den es gerade geht, helfen, sich zu fokussieren“, sagt die Diplom-Psychologin.

Kratz und Höhmann wollten am ansonsten nur diagnostizierenden SPZ die erste Lerngruppe für Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche oder Konzentrationsproblemen einrichten. Dann kam die Kontaktsperre. „Da das Ganze ein Pilot-Projekt ist und wir nicht nur viel Arbeit in die Organisation gesteckt hatten, sondern uns auch viel Erfolg davon versprachen, war schnell klar: „Das müssen wir trotz Corona hinkriegen“. Statt eines Infoabends telefonierte Höhmann ausführlich mit allen Eltern einzeln, das Lernmaterial wurde per Post zugeschickt. „Dieser dicke Ordner mit den vielen Arbeitsblättern kostet die Eltern 30 Euro; das ist zwar kein unermesslich großer Betrag, aber doch Geld“, sagt Sandra Kratz. Umso glücklicher war sie über eine Spende des Springer-Verlags, der drei Ordner zum Ausleihen zur Verfügung stellt.

Ansonsten gehe es darum, die Familien regelmäßig abzutelefonieren, um nachzuhören, ob Fragen sind, ob die Kinder klar kommen, und sie Lernfortschritte erzielen.

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