Konzert

Psalmvertonung zieht Zuhörer in ihren Bann

Michael Schruff beeindruckte durch sein virtuoses Spiel. Foto: Michael Strahlen
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Michael Schruff beeindruckte durch sein virtuoses Spiel.

Sonate c-Moll von Julius Reubke stand im Mittelpunkt der Vesperklänge.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Am Ende der musikalischen Vesper erklang der fromme Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von der Orgelempore. Den rund 40 Besuchern der „Vesperklänge“ in St. Clemens schien er wie ein einsichtiges Fazit aus dem zuvor Gehörten. Mit der Vertonung des 94. Psalms von Julius Reubke hatte der Solist, Regionalkantor Michael Schruff, nämlich ein Orgel-Werk vorgestellt, das emotional wie klanglich durchrüttelte.

Der Liszt-Schüler lässt in diesem besonderen Werk nahezu alle Arten von Gefühlen in eine fesselnde Tondichtung einfließen: Wut und Zorn des Psalm-Verfassers über „die Stolzen“ und „die Frevler“ mit klarem Appell an Gottes Gerechtigkeit und dessen Rache gehen nach einem geradezu zornrauchenden Allegro con fuoco in sanftere und ruhige Einsicht und die Erkenntnis, auf Gottes Liebe bauen zu können über. Final macht danach ein weiteres, imposantes Allegro Gott zur mächtigen Zufluchtsschutzburg und überlässt ihm hallend das Sagen über diese Welt.

Michael Schruff ließ in dieser Psalm-Sonate brausende Orgelklänge auf die Zuhörer herabdonnern, die nahezu atemlos machten, ob ihrer Komplexität und Emotionalität. Ein Werk, das ihm als dem Interpreten große Virtuosität beim Spiel abverlangte. Helfend zur Seite stand ihm Kamil Gizenski, der als Registrant viel zu tun hatte, die gewünschten Einstellungen vorzunehmen – angesichts des in die Jahre gekommenen Instruments eine echte Herausforderung. So hatte er in seinen Begrüßungsworten bereits den Bogen zum Spendenaufruf gespannt: Die anstehende, dringend nötige Sanierung des Instruments kostet viel Geld.

Einleitend hatten Präludium und Fuge von Mendelssohn-Bartholdy und das Choralvorspiel „O Welt, ich muss Dich lassen“ in die Musik der Spätromantik eingeführt, die das Thema dieser dritten Ausgabe der Reihe „Vesperklänge“ war, die bis Mai regelmäßig an Sonntagnachmittagen in St. Clemens zelebriert werden.

Stadtdechant Michael Mohr hatte den Part übernommen, geistliche Impulse inmitten der Klänge zu setzen und tat das in sensibler und fein auf die zu hörende Musik abgestimmte Weise: Seine verbale Andacht stand bewusst in zweiter Linie – sie begleitete, ergänzte und ordnete ein.

Nächster Termin: Sonntag, 27. März, 17 Uhr, St. Clemens, Bildbetrachtungen zum Kreuzweg – Gebet und Musik mit Pfarrer Michael Mohr und Kirchenmusikerin Andrea Wingen. Der Eintritt ist frei. Anmeldung über Cocuun, das Pastoralbüro, Tel. (0212) 22 14 80 oder per E-Mail michael.schruff@kathsg.de

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