Prügelei war Auslöser für Drohungen

39-Jähriger soll Frau attackiert haben

Von Dirk Lotze

Auslöser für Drohanrufe und eine Attacke an der Tür zu einer Gräfrather Wohnung im Dezember 2017 war wohl eine Prügelei in einem Straßencafé – Monate zuvor. Das klärten Zeugen bei einer Verhandlung am Donnerstag im Wuppertaler Amtsgericht auf.

Angeklagt ist ein 39 Jahre alter Mann, dem Übergriffe, Widerstand, Beleidigungen und Drohungen vorgeworfen werden. Bei dem Angriff an der Wohnungstür hatte er Streit mit dem Sohn einer 44-Jährigen, die ihm ahnungslos öffnete.

Die Frau hat ausgesagt, sie habe an dem Tag eine Nachbarin erwartet. Bei dem Mann, der vor der Tür stand, habe sie sofort Angst bekommen. Er habe sie in ihre Wohnung gedrängt, gepackt und nach ihrem Namen gefragt. Er sei geflohen, als sie sich wehrte und um Hilfe rief. Über den Notruf gab sie eine Personenbeschreibung an die Polizei – der Angeklagte konnte kurze Zeit später von der Polizei festgenommen werden. Die Frau litt noch tagelang unter Schmerzen.

Ihrer Aussage zufolge hatte die Familie zuvor Drohanrufe bekommen: Eine männliche Stimme habe die jeweilige Person am Hörer als „Hurensohn“ beschimpft und angekündigt, er werde sie töten.

Im Gericht sagte der Sohn der Familie aus, ein Mittzwanziger: Er sehe einen Zusammenhang der Drohungen mit einer Schlägerei vom Sommer vor dem Angriff, die in einem Café in Wuppertal stattgefunden habe. Das sei seine einzige Begegnung mit dem Angeklagten gewesen. Es habe sich Streit entwickelt, weil der Angeklagte „komisch geguckt“ habe. Die Adresse der Familie in Solingen habe der Mann wohl aus der folgenden Anzeige erfahren.

In der Anklage finden sich mehrere ähnliche Auseinandersetzungen

Der 39-Jährige tritt im Gericht im kurzen Sporthemd auf, das seine Muskeln zeigt. Vor sich hat er einen tragbaren Computer aufgebaut, wie sein Anwalt neben ihm. Er benutzt das Gerät aber nicht. Er verlangt Freispruch für sich, Gefängnis für die Zeugen.

Drehpunkt mehrerer Anklagepunkte sind Auseinandersetzungen zwischen ihm und jüngeren Zufallsgegnern, die meist mit ihrer jeweiligen Freundin unterwegs waren. Mehrfach erlitt der 39-Jährige dabei selbst Verletzungen. Der Polizei soll er vorgeworfen haben, sie würden in ihm den Falschen verfolgen.

Das Gericht lässt den Mann von einem Psychiater untersuchen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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