Ukraine-Krieg

Projekt Apfelbaum: Walbusch-Team betreut Geflüchtete

Projekt Apfelbaum: Denise Melcher (l.) und Christina Röhl vor dem Haus für Geflüchtete in Haan.
+
Projekt Apfelbaum: Denise Melcher (l.) und Christina Röhl vor dem Haus für Geflüchtete in Haan.

Solinger Mode-Unternehmen und Mitarbeiter haben 130 000 Euro gespendet.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. 14 Frauen und Kinder leben seit Anfang Mai in einem Haaner Einfamilienhaus, das zum Abbruch vorgesehen war. Christian Busch, Geschäftsführer von Walbusch, hatte im März eine E-Mail an die Belegschaft geschrieben und um Mithilfe bei einem Projekt gebeten: Statt das Haus abzureißen, wollte er es für aus der Ukraine geflüchtete Menschen zur Verfügung zu stellen.

Schnell hatte sich eine schlagkräftige Truppe aus der Mitarbeiterschaft gebildet, die dem Prinzip „Apfelbaum“ folgen wollten: „Auch wenn ich wüsste, das morgen die Welt untergeht, so würde ich doch heute einen Apfelbaum pflanzen“, hatte Busch Martin Luther zitiert und damit dem Projekt seinen Namen gegeben. „Das Haus war erst zwei Wochen zuvor besenrein verlassen worden“, sagt Denise Melcher, die sich mit ihrer Kollegin Christina Röhl vor Ort um die Bewohner kümmert. Die beiden geben Hilfestellungen bei organisatorischen und bürokratischen Herausforderungen, bahnen Kontakte an, fördern das Miteinander. Die Familien aus der Ukraine kannten sich zuvor nicht.

„Bald könnte es zum Beispiel hier in diesem schönen Garten ein kleines Grillfest geben“, sagt Röhl. „Für uns ist das Ganze ein Herzensprojekt: Wir möchten einen Ort bieten, an dem die Menschen sich nach ihren schlimmen Erfahrungen sicher fühlen können und an dem sie Zuversicht und Hoffnung tanken können.“
Auch interessant: Vier Häuser für Geflüchtete: Initiative sorgt für Wohnraum

Geflüchtete werden von Tag zu Tag wieder lebensfroher

Zuvor waren Melcher und Röhl Teil des Helfertrupps: „Wir haben hier alle zusammen, inklusive Christian Busch, an zwei April-Tagen die Räume gestrichen und gründlich geputzt“, berichtet Christina Röhl. Möbliert worden sei mit Spenden der Firma Ostermann, die alles geliefert und aufgebaut habe. Auch das Untergeschoss des Einfamilienhauses werde bewohnt. „Es ist richtig gemütlich geworden“, sagt Denise Melcher. Spielsachen für die Kinder, Kleidung oder Küchenutensilien kamen aus Sachspenden.

Inzwischen, nach fast einem Monat, sei die Stimmung bei den Bewohnern deutlich positiver und hoffnungsfroher als zu Beginn. „Von Woche zu Woche spüren wir, dass die Gesichter ein bisschen heller werden, trotz noch ungewisser Zukunft.“ Man wisse ja nicht, wie es weitergehe mit dem Krieg. Für Christian Busch als Initiator des „Apfelbaums“ sei deshalb völlig klar: „Jeder kann hier so lange bleiben, wie es nötig ist.“

Die Firma Walbusch hatte bereits im März 100 000 Euro an „Deutschland hilft“ gespendet – mit der Ankündigung, jede weitere Spende aus der Belegschaft zu verdoppeln. So kamen insgesamt 130 000 Euro zusammen.

Tiefer Dank für die Bleibe in Haan kommt von einer Bewohnerin, stellvertretend für die Hausgemeinschaft: Sie hat eine von allen verfasste schriftliche Botschaft dabei, weil der Deutschkurs gerade erst begonnen hat, und das bisher Gelernte noch nicht für ein Gespräch reicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Open-Air-Konzert: Einige Helfer nutzten ihre Freikarte nicht
Open-Air-Konzert: Einige Helfer nutzten ihre Freikarte nicht
Open-Air-Konzert: Einige Helfer nutzten ihre Freikarte nicht
Corona: Viele offene Fragen zur 3-Euro-Regel für Bürgertests
Corona: Viele offene Fragen zur 3-Euro-Regel für Bürgertests
Corona: Viele offene Fragen zur 3-Euro-Regel für Bürgertests
Pläne für Veloroute lösen Debatte um Parkplätze aus
Pläne für Veloroute lösen Debatte um Parkplätze aus
Pläne für Veloroute lösen Debatte um Parkplätze aus
Deftiges aus der Burger Corner - mit Rezept
Deftiges aus der Burger Corner - mit Rezept
Deftiges aus der Burger Corner - mit Rezept