Krieg

40 Neu-Registrierungen von Flüchtlingen aus der Ukraine pro Woche

Oberbürgermeister Tim Kurzbach besuchte gestern die Erstaufnahmestelle für Geflüchtete im Solinger Impfzentrum in der Innenstadt.
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Oberbürgermeister Tim Kurzbach besuchte am Donnerstag die Erstaufnahmestelle für Geflüchtete im Solinger Impfzentrum in der Innenstadt.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach besuchte die Erstaufnahmestelle für Geflüchtete.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Etwa 40 Geflüchtete aus der Ukraine registrieren sich derzeit im Schnitt pro Woche in der Erstaufnahmestelle im ehemaligen P&C-Gebäude. Am Donnerstag stattete Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) der Einrichtung einen Besuch ab. An den drei zentralen Stationen – der medizinischen Untersuchung samt Impfberatung, der melderechtlichen Erfassung und der Vermittlung von Wohnraum oder finanzieller Unterstützung durch den Stadtdienst Soziales – kam Kurzbach mit den Mitarbeitern ins Gespräch.

Während der ersten Flüchtlingsphase im März seien fast alle Menschen aus der Ukraine bei Verwandten oder Freunden untergekommen, berichtete Stefan Grohé, Leiter des Stadtdienstes Soziales. „Das hat sich jetzt geändert.“ Deshalb sei die Stadt ständig auf der Suche nach angemessenem Wohnraum. Nach dem Verteilungsschlüssel des Landes soll Solingen noch 260 weitere Geflüchtete aufnehmen. „Das müssen wir natürlich immer tagesaktuell nachhalten und dann reagieren“, skizzierte Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) die Situation.

So viele Menschen aus der Ukraine sind in Solingen angekommen

Derzeit sind 1152 Ukrainer in Solingen, 776 weibliche und 375 männliche Geflüchtete wurden registriert, darunter viele Kinder. Nach einer Beratung werden die Kinder ohne Impfstatus in der Regel gegen Tuberkulose geimpft. Auch ohne Masern-Impfung dürfen sie nicht in Kita oder Schule. „Dabei sind mir schon Kinder und auch Lehrer in Solingen begegnet, die von hier aus am digitalen Unterricht in ihrer Heimat teilnehmen“, erwähnte Kurzbach mit Blick auf die Schulausstattung in der Ukraine. Und er erfuhr einiges über die Verständigung in der Erstaufnahmestelle. Vieles klappe auf Englisch oder mit Hilfe eines Dolmetschers, „oder wir geben die wichtigsten Sätze ins Übersetzungsprogramm des Handys ein“, so eine Mitarbeiterin.

Kurzbach zeigte sich stolz angesichts des professionellen Managements. „Damit es gelingt, brauchen wir in der Stadt aber das Zusammenspiel von Profis und ehrenamtlichem Engagement“, lobte er all diejenigen, die als Freunde oder Nachbarn Hilfe leisten.

Auf andere Abläufe hat die Stadt wenig Einfluss. So müssen über 1000 der Flüchtlinge am 27., 30. und 31. Mai mit Bussen im Halbstundentakt zur Erfassung nach Bochum gebracht werden, weil es ein spezielles Gerät samt Software zur Erfassung der Fingerabdrücke nur dort gibt. „Dabei haben über 90 Prozent der Flüchtlinge hier einen biometrischen Pass“, hat Dirk May vom Stadtdienst Bürgerservice wenig Verständnis für die vom Land vorgeschriebene Aktion.

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