Theater

Premiere im Kammerspielchen bekommt viel Applaus

Désirée Lemke (l.), Ariane vor dem Busche und Florian Stübchen
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Désirée Lemke (l.), Ariane vor dem Busche und Florian Stübchen

Im November gibt es weitere Termine von „Zurück zum Happy End“.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Nach knapp anderthalb Stunden war klar, dass es beim vorweggenommenen Happy End bleiben würde: Tina und Manfred heiraten, freuen sich auf ihr erstes Kind und die Hochzeitsreise nach New York, und auch mit Mutter beziehungsweise Schwiegermutter Marianne haben die beiden ihren Frieden geschlossen.

Bis dahin aber gab es am Freitagabend auf der Bühne des Gräfrather Kammerspielchens bei „Zurück zum Happy End“ viele Erinnerungen zu erzählen, abzugleichen, darüber zu streiten oder darin zu schwelgen – und sich am (fast) Ende des Stückes zu fragen, ob es wirklich so „happy“ machen würde, sich das Ja-Wort auf dem Standesamt zu geben oder es besser zu lassen.

Mutter sorgte für einige unterhaltsame Auftritte

Désirée Lemke und Florian Stübchen gaben in Frank Pinkus' Komödie ein Liebespaar, das dem Publikum kurz vor seiner Trauung erzählt, wie es zum „Happy End“ der Hochzeit gekommen ist. Schnell stellte sich heraus, wie unterschiedlich ihre Erinnerungen waren. Romantische Verklärungen von Manfred (den seine Zukünftige in keinem Fall Freddy nennen darf , wie es seine Mutter tut) standen oft nüchternen Klarstellungen von Tina gegenüber.

Und ob Manfred bei der ersten Begegnung der beiden im Wald ein Mars oder ein Bounty gegessen hatte, als Tina beim Joggen über seine auf dem Weg ausgesteckten Beine stolperte? Das war noch das unwichtigste Detail, bei dem es rückwirkend offenbar verschiedene Wahrnehmungen gab.

Wichtiger schien, ob Tinas Fall bewusst herbeigeführt worden war, ob Manfred seiner künftigen Liebsten mit schmerzendem Bein ins nächste Krankenhaus half oder ob sie doch ein Taxi nehmen musste. Ebenso wie: Wer hatte später einen Heiratsantrag gemacht, wer hatte sich überhaupt wann in den anderen verliebt – und sind Angewohnheiten wie beim Zähneputzen durch die Wohnung zu laufen und „kleine, weiße Spritzer auf den Möbeln zu hinterlassen“ nun „süß“ oder eher das Aus fürs Verliebtsein?

In all den Scharmützeln tauchte immer wieder „Fredddys“ Mutter Marianne auf , die das Paar, einerseits durch ihre Überpräsenz nervte, andererseits erstaunliche Lebensweisheiten in das Gezänk einstreute. Ariane vor dem Busche glänzte in dieser Rolle als optisch überkandidelte reife Dame mit Schleierhütchen und grellrotgeschminkten Lippen und sorgte mit ihren Auftritten immer wieder für neuen Schwung im manchmal etwas ermüdenden verbalen Dauergefecht des jungen Paares. Am Ende gab es langanhaltenden, verdienten Beifall des Publikums, der leider mangels Masse trotzdem dünn bleiben musste. Nur 25 Zuschauer hatten sich ein Premierenticket für einen unterhaltsamen Schauspielabend gekauft.


Weitere Aufführungen:
Freitag, 11. November; Samstag, 12. November, jeweils 20 Uhr, Sonntag, 13. November, 15 Uhr, Kammerspielchen, Gerberstraße 8.

theater-kammerspielchen.de

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