Corona-Krise

Praxen bieten Arztgespräch per Videokonferenz an

Dr. Stephan Kochen hat bereits Gespräche mit Patienten via Videokonferenz geführt. Auch mit Kollegen kann er sich beraten. Foto: Anja Kriskofski
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Dr. Stephan Kochen hat bereits Gespräche mit Patienten via Videokonferenz geführt. Auch mit Kollegen kann er sich beraten.

Neue Technik soll Telefonsprechstunde ergänzen.

Von Anja Kriskofski

Ohligs. Mit den ersten Patienten hat Dr. Stephan Kochen bereits via Videokonferenz gesprochen. Die Praxis Kochen/Zenses sowie 14 weitere aus dem Solimed-Netzwerk können seit einigen Tagen die neue Technik nutzen. „Das ist ein echter Innovationsschub. In Corona-Zeiten weiß ich das besonders zu schätzen“, freut sich der Solimed-Vorsitzende Kochen. Nun könne er Patienten sehen, ohne dass diese in die Praxis kommen müssten.

Um den Anforderungen an Datenschutz und Verschlüsselung zu genügen, dürfen Arztpraxen für Videosprechstunden nur zertifizierte Software nutzen. Herkömmliche Anbieter erfüllen diese in der Regel nicht. „Die Möglichkeit zur Erbringung von Videosprechstunden wird aktuell seitens der niedergelassenen Ärzte im ganzen Rheinland extrem nachgefragt“, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) auf Anfrage mit. In den letzten Wochen hätten etwa 10 000 Ärzte die KVNO dazu kontaktiert, heißt es aus Düsseldorf.

Die Solinger Ärzte mussten einige Zeit auf die neue Technik warten. Denn wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind Videosprechstunden plötzlich gefragt. Doch die Umsetzung stockte zunächst, berichtete Kochen noch Anfang April.

Smartphone oder Computer mit Laptop wird benötigt

Doch nun funktioniere es. „Wer einen Infekt hat, soll nicht einfach in die Praxis kommen“, erläutert Kochen. Dafür sei eine Infektionssprechstunde eingerichtet worden. Nun habe er zudem die Möglichkeit, Patienten vorher über Video in Augenschein zu nehmen.

Um mögliche Infektionen mit Sars-CoV-2 aufzuspüren, soll inzwischen bei Erkältungen auf das neuartige Coronavirus getestet werden. „Ich kann Patienten für den Test in der Ambulanz im Krankenhaus Bethanien anmelden oder sie selbst testen.“ Die Videosprechstunde helfe bei der Einschätzung.

Das Gespräch über das Patientus-Programm lässt sich mit einem Computer mit Kamera ebenso führen wie mit dem Smartphone. Der Arzt verschickt per E-Mail eine Einladung mit dem Termin, dem Link und dem Kennwort. 15 Minuten vor Beginn sollten Patienten sich einloggen und den Gerätetest durchlaufen. Anschließend warten sie im virtuellen Wartezimmer, bis der Arzt die Sprechstunde eröffnet.

„Für viele ältere Patienten ist das vielleicht nichts“, sagt Dr. Kochen. In vielen Fällen reiche auch das Telefon, um Laborergebnisse zu besprechen. Abgerechnet wird die Videosprechstunde mit 3,50 Euro pro Gespräch. Kochen will Videokonferenzen auch verstärkt für Beratungen mit anderen Kollegen nutzen. Auch Solimed-Treffen können in Corona-Zeiten so stattfinden.

In unserem Live-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Solingen.

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