Serie

Von Präsidenten und erlesenen Süßigkeiten

Der Ohligser Heinz H. Bender versüßte vier US-Präsidenten das Leben. Foto: Archiv Rosenbaum
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Der Ohligser Heinz H. Bender versüßte vier US-Präsidenten das Leben.

Das ST veröffentlicht in einer Mini-Serie Anekdoten aus dem neuen Buch von Wilhelm Rosenbaum.

Solingen. Anekdoten aus der Klingenstadt hat der Autor Wilhelm Rosenbaum in seinem Buch „Kurios! Geschichten aus Solingen“ zusammengestellt – eine Kooperation von ST und Wartberg-Verlag. Einige der kleinen Kapitel stellt das ST in einer Mini-Serie vor. Heute: „Süße Präsidenten“.

Wer war in den Sechziger- und Siebzigerjahren der süßeste Präsident im Weißen Haus? Ein Ohligser kannte die Antwort. Denn der Gastwirtssohn vom Broßhaus, Heinz H. Bender (1909–1992), wanderte 1928 in die USA aus und arbeitete in renommierten 59 New Yorker Hotels und Clubs. 1968 folgte der nächste große Karrieresprung: Als „Pastry Chef“, als Super-Konditor, verwöhnte er elf Jahre lang vier amerikanische Präsidenten – Johnson, Nixon, Ford und Carter – bei 68 Staatsdiners und zahllosen Teapartys im Rosengarten mit seinen erlesenen Süßigkeiten. Zur weihnachtlichen Hochsaison produzierte Bender mit seinem Team bis zu 40 000 Cookies. Richard Nixon ließ zur Trauung seiner Tochter Patricia eine 350 Pfund schwere Hochzeitstorte kreieren, und auch die englische Queen, die Königin von Dänemark und der französische Staatspräsident knabberten bei Staatsbesuchen in den USA Benders Plätzchen. Memoiren wollte er nicht schreiben, aber ab und zu plauderte er doch ein amüsantes „Dönken“ aus. So enthüllte er, dass der Texaner und Kennedy-Nachfolger Lyndon B. Johnson der mit Abstand süßeste Präsident seiner Karriere gewesen sei: „Oft noch spät abends musste ich ihm eine Schüssel Erdbeeren bringen, darüber ließ er sich Unmengen von Süßstoff schütten. Wenn ein Normalsterblicher davon auch nur eine Fingerspitze nahm, hatte er für fünf Tage Zucker genug.“

Kann es bei so viel hochherrschaftlichem Zuckerzeug noch verwundern, dass die Solinger auf Gräfraths Höhen schon 1954 ihre „süßeste Schule“ einrichteten? Die appetitanregende „Pralinen- Akademie“ ist als Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenindustrie längst international eine allererste Adresse. Wer hier ausgebildet wird, kann seinen Mitmenschen jederzeit das Leben aufs Angenehmste versüßen. Das wissen Schüler aus aller Herren Länder, so auch der Neffe des Königs von Nepal.

Das Buch

Wilhelm Rosenbaum, „Kurios! Geschichten aus Solingen“, Wartberg Verlag/Solinger Tageblatt, 12 Euro, ISBN 978-3-8313-3357-8. Erhältlich ist es unter anderem beim Solinger Tageblatt.

Seit 1962 publiziert Rosenbaum Bücher über die Klingenstadt und das Bergische Land.

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