Historisches Foto

Wo steht dieses Fachwerk-Ensemble?

Das historische Foto dieser Woche zeigt ein markantes Fachwerk-Ensemble. Wo wurde es aufgenommen? Was wissen Sie über die Geschichte des Hauses, welche persönlichen Erinnerungen verbinden Sie damit? Schreiben Sie uns gerne eine Mail mit dem Betreff „Historisches Foto“ bis Donnerstag, 6. Oktober.redaktion@solinger-tageblatt.de
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Das historische Foto dieser Woche zeigt ein markantes Fachwerk-Ensemble.

Das historische Foto der vergangenen Woche zeigte das frühere Rathaus Höhscheid: Prachtbau mit bewegter Geschichte.

Von Manuel Böhnke

Das historische Foto dieser Woche zeigt ein markantes Fachwerk-Ensemble. Wo wurde es aufgenommen? Was wissen Sie über die Geschichte des Hauses, welche persönlichen Erinnerungen verbinden Sie damit? Schreiben Sie uns gerne eine Mail mit dem Betreff „Historisches Foto“ bis Donnerstag, 6. Oktober. redaktion@solinger-tageblatt.de

Solingen. An seinen ersten Besuch im ehemaligen Rathaus Höhscheid kann sich Udo Depping noch lebhaft erinnern. „Ich war ziemlich erstaunt, dort nicht einen Computer vorzufinden“, schreibt er dem ST. 1998 war das – das Jahr, in dem der ST-Leser die Leitung der Schulverwaltung übernahm. Vom Einwohnermeldeamt und der Ausländerbehörde sei er eine andere informationstechnische Ausstattung gewohnt gewesen. Dennoch machte Depping nicht auf dem Absatz kehrt. Vielmehr blieb er für rund sechs Jahre der Hausherr in der Neuenhofer Straße 11. Das historische Foto der vergangenen Woche zeigt den Neorenaissance-Bau. Er wurde in den Jahren 1892 bis 1893 errichtet, erklärt Norbert H. Posthum. Architekt sei Ernst G. Weber gewesen, die Arbeiten habe größtenteils der Solinger Bauunternehmer Kissel ausgeführt. Die Ringofen-Ziegelsteine steuerte eine Ziegelei mit Sitz an der Neuenkamper Straße bei.

Das frühere Rathaus Höhscheid wurde in den Jahren 1892 und 1893 gebaut.

Lange Zeit seien die Höhscheider Amtsgeschäfte in der Wohnung der jeweiligen Bürgermeister abgewickelt worden, berichtet Posthum. Das änderte sich endgültig gegen Ende des 19. Jahrhunderts. „Neben der Wohnung des Bürgermeisters verfügte das Rathaus über Verwaltungsräume. Auch die Sparkasse hatte hier zeitweise ihr Domizil“, schreibt der ST-Leser. Als letzter Bürgermeister vor der Städtevereinigung 1929 habe Hugo Pohlig im Höhscheider Rathaus residiert.

Computer hat Udo Depping in dem prachtvollen Bau vor knapp 25 Jahren nicht entdeckt – dafür Handwaschbecken in jedem Raum. „Eine Erinnerung an die Zeit, als das Haus in den 1940er Jahren als Schwestern-Schülerinnen-Wohnheim fungierte“, erinnert er sich.

Im Peter-Höfer-Saal fanden nicht nur politische Sitzungen statt

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte zunächst die britische Militärregierung das frühere Rathaus, nach 1949 zogen verschiedene Stellen der Stadtverwaltung ein. In den 1950er Jahren folgte laut Depping ein Umbau, ehe die Schulverwaltung ihren Weg nach Höhscheid fand. Der Peter-Höfer-Saal diente Sitzungen des Schulausschusses und der Bezirksvertretung sowie deren Neujahrsempfang als Austragungsort. Auch kleine Feiern hätten dort stattgefunden. „Natürlich nach getaner Arbeit“, merkt Depping an und ergänzt: „Es überwiegen insgesamt die guten Erinnerungen an eine arbeitsintensive Zeit in angenehmer und historischer Umgebung.“

Ganz viele weitere historische Fotos für Rätselfreunde

Guido Esser und Elke Steinhaus erinnern sich vor allem daran, was sich vor dem Gebäude abgespielt hat. „Ungefähr an dieser Stelle befand sich bis Anfang der 1950er Jahre die Endhaltestelle der Straßenbahn-Linie 2“, berichtet Ersterer. Der in Höhscheid aufgewachsenen Steinhaus kommt beim Anblick des Rathauses immer eine persönliche Anekdote in den Sinn: „Einmal fuhr ich dort mit meiner Schulfreundin Roller. Wir alberten rum und passten nicht auf und meine Freundin fuhr einer Frau in die Hacken. Diese schimpfte fürchterlich. Wir fuhren so schnell weg, wie wir konnten.“

Heute dient der Prachtbau an der Neuenhofer Straße unter anderem als Geschäftsstelle des Bergischen HC.

2005 hat die Stadt das Gebäude an Jörg Föste verkauft, erklärt Norbert H. Posthum. Für die Renovierung des seit 1991 denkmalgeschützten Baus erhielt der Solinger Unternehmer den Denkmalschutzpreis des Bergischen Geschichtsvereins. Heute dient der Prachtbau unter anderem als Geschäftsstelle der Bundesliga-Handballer des Bergischen HC.

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