Die Zahl stagniert

Polizei zählt mehr als 27.000 legale Schusswaffen

Polizei verzeichnet mehr Taten mit Waffengewalt.

Von Jonas Meister

27 000 legale Schusswaffen wurden im Jahr 2021 im Bergischen Städtedreieck registriert. Das teilt die Polizei mit. Dazu zählen scharfe Waffen, nicht jedoch Schreckschusswaffen oder Signalpistolen. „Natürlich ist das eine Zahl, die auf den ersten Blick sehr hoch erscheint. Bei den meisten Besitzern handelt es sich hier um Waffensammler, Jäger, Sportschützen und Sachverständige“, erklärt Polizeisprecher Stefan Weiand. Einige Sammler besäßen mehrere Hundert Gewehre und Pistolen. Auch bräuchten Jäger je nach Aufgabengebiet mehrere Waffen.

Bei Straftaten kommen immer häufiger Waffen zum Einsatz

Die Daten werden für Wuppertal, Solingen und Remscheid zusammen erhoben. Insgesamt habe sich die Zahl der registrierten legalen Waffen laut Weiand im Bergischen nicht wesentlich verändert. Er weist auf entscheidende Unterschiede hin: „Da man nicht nur für Schusswaffen, sondern auch Teile wie Gewehrläufe und Patronenlager eine Waffenberechtigung braucht, zählen diese auch mit in die Statistik. Es handelt sich also nicht unbedingt um 27 000 einzelne Gewehre oder Pistolen.“  

Für die Kontrolle ist die Waffenbehörde der Polizei zuständig. Im vergangenen Jahr wurden Waffenbesitzer in der Region darüber informiert, dass die sichere Aufbewahrung in Zukunft verstärkt überprüft werde. Dies geschieht über unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen: „Die Mitarbeiter der Waffenbehörde weisen sich dabei an den Anschriften entsprechend mit ihrem Dienstausweis aus und werden gegebenenfalls von Kollegen des Polizeivollzugsdienstes begleitet.“

Die hohe Zahl der Schusswaffen spiegelt sich für die Ermittler auch in den Straftaten wider, bei denen Gewehre oder Schreckschusspistolen zum Einsatz kamen. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren konstant angestiegen. 2015 tauchten dazu in der Kriminalstatistik 155 Delikte auf. 2020 lag die Zahl bei 220. „Wir werten nicht aus, ob Taten mit legalen oder illegalen Waffen begangen wurden, da dies in der Behörde zu viele Ressourcen bindet. Es ist aber davon auszugehen, dass hier zum Großteil illegale Waffen verwendet werden“, erklärt der Polizeisprecher.

Wie viele Verfahren aktuell wegen Schusswaffengebrauchs geführt werden, kann die Wuppertaler Staatsanwaltschaft nicht sagen. „Unser Asservaten-Verwalter schätzt, dass wir zurzeit neben anderen Waffen wie Kampfmessern auch mehr als 20 scharfe Gewehre aller Kaliber als Beweismittel aus laufenden Fällen im Haus haben“, berichtet Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. „Diese Waffen werden bis zur Rechtskraft des jeweiligen Urteils aufbewahrt und im Anschluss vernichtet.“

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