Zugriff am Freitag

Ermittler nehmen mutmaßliche Drogenkuriere fest

Am Freitag haben Polizisten unter anderem in Solingen zugeschlagen.
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Am Freitag haben Polizisten unter anderem in Solingen zugeschlagen.

Die Verdächtigen sollen pro Tag etwa 40 „Kunden“ mit Drogen beliefert haben. Unter anderem ging es dabei um große Mengen Kokain.

Von Kristin Dowe

Solingen. Nach Hinweisen aus sogenannten EncroChat-Verfahren ist Ermittlern der Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal ein Coup gelungen: Sieben Männer zwischen 23 und 52 Jahren, größtenteils in Solingen wohnhaft, konnten sie am Samstag wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln in Solingen festnehmen. Eine weitere Festnahme einer Frau erfolgte nach weiteren Hinweisen gestern Vormittag. Die Tatverdächtige wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.

EncroChat war ein europaweit tätiger IT-Anbieter, der verschlüsselte Kommunikationsdienste zur Verfügung stellte und sich auf Verschlüsselungssysteme für Chatnachrichten und abhörsichere Handys spezialisiert hatte. Nachdem sich Hinweise auf kriminelle Strukturen bei dem Unternehmen ergaben, gelang es französischen Ermittlern im Frühjahr 2020, das verschlüsselte Netzwerk durch eine Schadsoftware zu infiltrieren und an Daten und Chatverläufe von Kunden zu gelangen, die über das Netzwerk unterschiedlichste kriminelle Aktivitäten wie unter anderem Drogen- und Waffengeschäfte organisierten. „Die französischen Ermittler haben daraus Informationen an die deutschen Behörden weitergegeben“, berichtet Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal. So habe sich auch der Bezug zu dem Solinger Fall ergeben.

Tatverdächtige kommunizierten über Messengerdienste

Mehrere Monate umkreisten die Ermittler die Tatverdächtigen mit verdeckten Maßnahmen, bevor sie nun am Wochenende zuschlugen. Nach ersten Erkenntnissen soll die Gruppe täglich bis zu 40 Abnehmer mit Drogen beliefert haben. Die Abwicklung erfolgte verschlüsselt über diverse Messengerdienste. Auf diese Weise gelang es den Beschuldigten aus Sicht der Staatsanwaltschaft, „Kokain im zweistelligen Kilogrammbereich“ nach Deutschland zu schmuggeln. Für den Transport und die Auslieferung der Drogen sollen die mutmaßlichen Täter speziell präparierte Fahrzeuge mit besonderen Versteckmöglichkeiten genutzt haben.

Anlass für den Zugriff am Samstag seien sich verdichtende Hinweise auf ein geplantes Drogengeschäft gewesen, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit. Neben Solingen führten die Ermittler auch Durchsuchungsmaßnahmen im sauerländischen Menden durch – neben anderem Beweismaterial wurde dabei auch ein Kilogramm Kokain sichergestellt. Gegen fünf der insgesamt acht tatverdächtigen Personen wurden Haftbefehle erlassen. Im Fall einer Verurteilung drohen den Verdächtigen empfindliche Freiheitsstrafen. Bei den Einsätzen kamen neben den Wuppertaler Ermittlern auch Kräfte der Polizei aus Bochum, Ennepetal und des Landeskriminalamtes NRW zum Einsatz.

Erstmeldung von 13.20 Uhr:

Solingen. Der Polizei ist ein Schlag gegen Drogenkuriere gelungen. Am Freitag gab es Polizeiaktionen in Solingen und Menden. Dabei entdeckten die Ermittler unter anderem ein Kilogramm Kokain mit einem geschätzten Verkaufswert zwischen 30.000 und 45.000 Euro.

Vorangegangen waren der Aktion monatelange Ermittlungen nach Hinweisen aus sogenannten „EncroChat-Verfahren“ Schnell nahmen die Polizisten mehrere Tatverdächtige wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln ins Visier. Nach den ersten Erkenntnissen sollen die Verdächtigen (23-52 Jahre) täglich bis zu 40 „Kunden“ mit Drogen beliefert haben. Dabei kommunizierten die Beschuldigten über diverse Messengerdienste.

Schlag gegen Drogenkuriere: Polizei nimmt sieben Verdächtige fest

Im Zuge der Ermittlungen verdichtete sich die Verdachtslage und es ergaben sich Anhaltspunkte für einen tatsächlich erfolgten Einfuhrschmuggel von Kokain im zweistelligen Kilogrammbereich. Weiterhin stellten die Ermittler fest, dass für den Transport und die Auslieferung der Drogen eigens präparierte Fahrzeuge verwendet wurden. Als sich schließlich Hinweise auf ein kommendes Drogengeschäft verdichteten, schlugen die Ermittler am vergangenen Freitag in Solingen und Menden zu. Bei dem Zugriff konnten die Beamten neben anderem Beweismaterial auch ein Kilogramm Kokain sicherstellen.

Sieben tatverdächtige Männer wurden vorläufig festgenommen. Gegen fünf dieser Männer erließ der zuständige Haftrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl. Im Laufe des heutigen Vormittags konnte die Polizei nach weiteren Ermittlungsergebnissen zudem eine Frau festnehmen. Sie wird heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal dem zuständigen Haftrichter zugeführt.

Im Fall einer Verurteilung drohen den Verdächtigen empfindliche Freiheitsstrafen. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen und den Festnahmen kamen neben den Wuppertaler Ermittlern auch Kräfte der Polizei aus Bochum, Ennepetal und des LKA zum Einsatz. red

Erst am Samstag hatte die Polizei nach einer Verfolgungsfahrt in Wuppertal Drogen in einem BMW entdeckt. Der Fahrer des Wagens konnte flüchten.

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