Stippvisiten in Solingen

Politprominenz unterstützt im Wahlkampf-Endspurt

Ingo Schäfer (l.) und Thomas Kutschaty suchten gestern in der City das Gespräch mit den Wählern.
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Ingo Schäfer (l.) und Thomas Kutschaty suchten gestern in der City das Gespräch mit den Wählern.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Thomas Kutschaty und Mona Neubaur besuchten Solingen.

Von Manuel Böhnke

Prominente Unterstützung für CDU-Kandidat Jürgen Hardt: Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte am Mittwoch Solingen.

Solingen. Die Solinger Bundestagskandidaten können im Wahlkampf-Endspurt auf prominente Unterstützer bauen. Die CDU begrüßte am Mittwochabend Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Walder Stadion. Gestern waren dann Thomas Kutschaty, Vorsitzender der NRW-SPD, und Mona Neubaur, die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende der Grünen, in der City zu Gast. Während sich die Politiker inhaltlich um Abgrenzung voneinander bemühten, herrschte in einem Punkt Einigkeit: Entschieden ist die Bundestagswahl noch nicht.

Jürgen Hardt und Caroline Lünenschloss freuten sich über Kramp-Karrenbauers Unterstützung in einem Wahlkampf, „der nicht der leichteste ist“. Für einen 45-minütigen Auftritt mit den CDU-Direktkandidaten in den Wahlkreisen 103 (Solingen – Remscheid – Wuppertal II) und 102 (Wuppertal I) war die Bundesministerin nach Wald gekommen. „Lassen Sie uns noch einmal die Ärmel hochkrempeln und kämpfen“, schwor Kramp-Karrenbauer die rund 60 Zuhörer in der Jahnkampfbahn ein.

Häufig sei bei den vorangegangenen Bundestagswahlen bemängelt worden, dass die Parteien sich zu wenig voneinander unterscheiden. 2021 treffe das nicht zu. „Dieses Mal sehen wir ganz deutlich, dass es wirklich um eine Richtungsentscheidung geht“, erklärte die 59-Jährige. Beispielhaft nannte sie Fragen der Verteidigungspolitik, inneren Sicherheit und das Zusammenspiel zwischen Klimaschutz und Industriepolitik. „Die Interessen, um die es geht, sind sehr unterschiedlich und breit gestreut“, machte Kramp-Karrenbauer deutlich. Deshalb sei eine Politik gefragt, die nicht spaltet, sondern die verschiedenen Seiten berücksichtigt.

Sinja Waldmann (v. r.), Mona Neubaur, Niklas Geßner und Roland Schüren am Stand der Grünen.

Auch Mona Neubaur erwartet eine „richtungsweisende Wahl“. „Es geht um die Frage, ob sich die Menschen eine Politik wünschen, die den Wandel aktiv gestaltet, oder alles weiterlaufen lässt wie bisher“, sagte die Grünen-Landesvorsitzende. Insbesondere mit Blick auf die Klimakrise brauche es eine Regierung, die entschieden auf die sich verändernde Welt reagiert. Am Stand der Grünen Jugend Solingen am Hofgarten warb Neubaur unter anderem an der Seite von Roland Schüren, dem Grünen-Direktkandidaten im Wahlkreis Mettmann I, um Stimmen. Ein vorzeitiges Wahlkampf-Fazit wollte sie nicht ziehen: „Wir kämpfen bis zum letztmöglichen Zeitpunkt. Noch gibt es extrem viele Unentschlossene.“

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Diese Einschätzung teilen SPD-Direktkandidat Ingo Schäfer und Thomas Kutschaty. „In den nächsten Tagen kommt es darauf an, jeden und jede zu überzeugen“, sagte der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten. Auf dem Neumarkt, nur wenige Meter vom Grünen-Wahlkampfstand entfernt, sprach er über für ihn relevante Themen: Mindestlohn, Investitionen ins Gesundheitswesen, mehr Respekt und Gerechtigkeit. Zudem versprach Kutschaty Hilfe für überschuldete Städte: „Daseinsvorsorge heißt in erster Linie, dass wir starke und handlungsfähige Kommunen brauchen.“

Die meisten Solinger zeigten sich davon gestern Nachmittag unbeeindruckt. Einige blieben stehen, der Großteil setzte sein Tagwerk mehr oder weniger ungerührt fort, manche nahmen einen Luftballon für ihr Kind an. Die Grünen verteilten Brezeln des Bäckermeisters Roland Schüren.

48 Stunden lang, bis Samstagmittag, möchte die Grüne Jugend am Hofgarten präsent sein. „Wir wollen mit Menschen in Kontakt treten, mit denen wir normalerweise nicht ins Gespräch kommen“, sagten die Vorstandsmitglieder Sinja Waldmann und Niklas Geßner. Heute Abend liege der Fokus etwa auf Erstwählern. Ab 21 Uhr sei ein Beerpong-Turnier mit Direktkandidatin Silvia Vaeckenstedt und Landtagsabgeordneten Arndt Klocke geplant.

Rund 48 Stunden später steht fest, wer am Sonntagabend Grund zum Feiern hat.

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