Ditib-Gemeinde

Politik steigt in Debatte um Moschee ein

Auf dem jetzigen Gelände der Firma Kalkum plant die Ditib-Gemeinde von Vorstandsfrau Canan Can eine Moschee. Fotos: Uli Preuss, Christian Beier
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Auf dem jetzigen Gelände der Firma Kalkum plant die Ditib-Gemeinde von Vorstandsfrau Canan Can eine Moschee.

Städtische Gremien befassen sich ab Juli mit Neubauplänen der Ditib-Gemeinde. Es gibt Vorbehalte.

Von Andreas Tews

Konkrete Zeitpläne gibt es für den geplanten Bau einer Moschee an der Schlachthofstraße zwar noch nicht. In den kommenden Wochen soll das Projekt aber vorankommen. Von Juli an werden sich die politischen Gremien bei der Stadt mit den Planungsunterlagen der Ditib-Gemeinde befassen, kündigte Rathaussprecherin Sabine Rische auf Anfrage an. Mit einer Entscheidung rechnet Ditib-Vorstandsfrau Canan Can nach den Sommerferien. In der Zwischenzeit sind kontroverse Debatten zu erwarten. Darauf deuten Äußerungen vor allem aus der CDU hin.

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Vorstandsfrau Canan Can

Der Ditib-Gemeinde reicht das Platzangebot in ihrer jetzigen Moschee an der Kasernenstraße nicht mehr aus. Sie will sich an der Schlachthofstraße deutlich vergrößern. Auf der Suche nach einem neuen Standort wurden sie vor gut einem Jahr auf dem Gelände der Firma Otto Kalkum GmbH & Co. KG an der Schlachthofstraße fündig. Das Unternehmen will innerhalb Solingens umziehen.

Die Verkaufsgespräche für das Gelände sind nach Cans Angaben abgeschlossen, das Grundstück gehört inzwischen der Ditib-Gemeinde. Inzwischen hat die Gemeinde auch Unterlagen eingereicht, die die Stadtverwaltung nachgefordert hatte. Die lägen im Rathaus seit einigen Wochen vor und würden jetzt geprüft, teilte Sabine Rische mit. Bei Abstimmungsgesprächen zwischen Verwaltung und Ditib ging es nach ihren Angaben um die Größenordnung und die Art der Nutzung. Eine zentrale Moschee für das gesamte Stadtgebiet oder gar für das gesamte Bergische Land – wie es einige Skeptiker in den Reihen der CDU befürchten – sei aber nicht geplant.

Ditib musste Planungen in einigen Detailfragen ändern

Standpunkt von Andreas Tews

Diese Bedenken und Vorbehalte gegenüber der Ditib – wegen ihrer Nähe zu offiziellen Stellen des türkischen Staates – hatten einige Christdemokraten bereits im April und Mai hinter vorgehaltener Hand geäußert. Öffentlich mag sich derzeit niemand in dieser Richtung äußern. Damals hieß es, dass die Moschee noch vor der Europawahl auf die Tagesordnung der Ratsgremien kommen würde. Dazu kam es aber nicht. Die Politik werde sich mit dem Thema in der nächsten Sitzungsrunde befassen, kündigte Rische an. Sie versichert: „Früher war das nicht möglich, da die Prüfung der Unterlagen zunächst abgeschlossen sein sollte.“

Die von der Verwaltung eingeforderten Änderungen betrafen nach Cans Angaben unter anderem den Schallschutz, Quadratmeterzahlen und die Positionierung von Parkplätzen. An der grundsätzlichen Ausrichtung der Ditib-Pläne habe sich aber nichts geändert.

Die sehen auf dem 12 500 Quadratmeter großen Grundstück vor allem eine Moschee mit Platz für 400 Gläubige vor. Daneben soll ein Unterrichtsund Bürogebäude errichtet werden, in dem die Ditib-Gemeinde unter anderem Religionsunterricht, Nachhilfestunden und Deutschkurse abhalten will. Zusätzlich ist eine Mehrzweckhalle für 300 Personen geplant. Darin stellt sich die Ditib Seminare, Vorträge, interreligiöse Treffen und das gemeinsame Fastenbrechen vor. Die Gesamtkosten beziffert Can auf einen einstelligen Millionen-Betrag.

DITIB

GEMEINDEN Zur Ditib (Diyanet Isleri Türk Islam Birligi; deutsch: Türkisch-Islamische Union – Anstalt für Religionen) gehören die beiden größten muslimischen Gemeinden Solingens – in Mitte und Wald.

DACHVERBAND Der Dachverband untersteht der türkischen Staatsregierung.

Genauere Planungen könnten Ende des Jahres vorliegen – vorausgesetzt, eine Entscheidung über die Pläne fällt bei der Stadt in den Wochen nach den Sommerferien. Can sicherte zu, dass die Ditib ihre Pläne der Öffentlichkeit präsentieren werde. Wann die Bauarbeiten beginnen werden, sei noch nicht abzusehen, erklärt Can. Diese Überlegungen würden angestellt, wenn ein positiver Beschluss des Stadtrates vorliege. Zu beachten sei auch, dass auf dem Grundstück noch Firmen als Mieter ansässig seien. Mit denen werde die Gemeinde eine einvernehmliche Lösung suchen.

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