Masterplan

Klinikum muss sich schnell modernisieren

Das Haus G des Städtischen Klinikums, rechts des Haupteingangs gelegen, ist nicht wirtschaftlich zu sanieren. Es wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt, der die Gebäude besser vernetzen soll. Foto: Christian Beier
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Das Haus G des Städtischen Klinikums, rechts des Haupteingangs gelegen, ist nicht wirtschaftlich zu sanieren. Es wird abgetragen und durch einen Neubau ersetzt, der die Gebäude besser vernetzen soll.

Der Masterplan für das städtische Krankenhaus kommt bei SPD und CDU gut an. Weitere Reaktionen zum Masterplan.

Update vom 26. November, 18.10 Uhr: 

Von Andreas Tews

Solingen. Eine breite Mehrheit in der Politik sieht in dem am Dienstag veröffentlichten Masterplan für das Städtische Klinikum eine Chance für das Haus, sich in kommunaler Trägerschaft gut für die Zukunft aufzustellen. Nach Vertretern der CDU und der SPD haben sich gestern auch Politiker der Grünen und der FDP entsprechend geäußert.

Der Masterplan sieht unter anderem Investitionen von 120 Millionen Euro in den kommenden Jahren vor. Mit Hilfe entsprechender Kredite will die Geschäftsführung einen Neubau für das Haus G errichten, unter anderem das Labor und die Bildungsakademie modernisieren sowie die IT-Infrastruktur auf einen modernen Stand bringen lassen. Auch diverse medizinische Bereiche wollen der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Martin Eversmeyer und der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl neu aufstellen, um die Einnahmesituation zu verbessern.

Die Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion, Juliane Hilbricht, sieht in diesem Konzept „die Chance, das Klinikum überlebensfähig zu machen“. Sie spricht von „ambitionierten und gut durchgerechneten Zielen“. Neben Investitionen in Bausubstanz und Technik hält sie es auch für wichtig, das medizinische Angebot neu aufzustellen, ohne dabei auf die Funktion des Krankenhauses als Maximalversorger zu verzichten. Als richtig und wichtig bezeichnet sie unter anderem den Ansatz, die Onkologie mit einer psychischen Begleitung zu kombinieren.

Von einer „realistischen Prognose“ spricht im Zusammenhang mit der angepeilten Investitionssumme der gesundheitspolitische Sprecher der FDP, Dr. Robert Weindl. Die Pläne der Geschäftsführung bieten aus seiner Sicht eine gute Perspektive für das Klinikum. Bei der Modernisierung gelte es jetzt schnell aufzuholen, sonst werde man von der Entwicklung abgehängt. Wichtig sei es, zukunftsfähige Fachgebiete vorzuhalten. Dazu zählt Weindl unter anderem die Altersmedizin.

Allerdings seien noch einige Fragen offen – unter anderem im Bezug auf die Bilanz für das Jahr 2020, in der sich die Folgen der Corona-Krise als Einmaleffekt sehr positiv auf die Zahlen auswirken. Auch sei es interessant, wie ein notwendiger Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen bewerkstelligt werden solle.

Zuvor hatten die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver (SPD) und Kai Sturmfels (CDU) von einem „großen Wurf“ für das Klinikum gesprochen. Die SPD-Ratsfraktion sieht in dem Masterplan einen wichtigen Impuls für den Standort Solingen.

Unsere Meldung vom 25. November, 19.05 Uhr: Politik spricht vom „großen Wurf“ für das Klinikum

Von Andreas Tews und Björn Boch

Solingen. Dank des am Dienstag vorgestellten Masterplans blickt nicht nur der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver (SPD), optimistisch in die Zukunft. Von CDU und SPD erntete die Leitung des Klinikums generell Lob. Neu sei unter anderem, dass der Masterplan nicht nur Einsparungen, sondern auch Verbesserungen bei den Einnahmen vorsehe, erklärte Müller-Stöver. Sein Stellvertreter Kai Sturmfels (CDU) sprach von dem „großen Wurf“, auf den man lange hingearbeitet habe.

Das Klinikum will bis 2025 rund 120 Millionen Euro investieren. Allein 80 Millionen Euro fließen in den Neubau von Haus G. Weitere Investitionen betreffen den Neubau von Labor, Bildungsakademie und möglicherweise der Zentralküche. Die IT-Infrastruktur mit dem Ziel einer digitalen Patientenakte soll für 10 Millionen Euro erneuert werden.

Ebenfalls Teil des Masterplans ist eine Neuausrichtung in vielen medizinischen Bereichen. Das Krankenhaus setzt unter anderem auf OP-Technik mit Robotern, die in einigen Fachgebieten in anderen Häusern bereits Standard ist. Zudem soll es in den Bereichen der Intensivmedizin, bei der Behandlung von Tumorpatienten und in der Kardiologie neue Schwerpunkte geben. Die Vollversorgung soll erhalten bleiben, das gilt auch für defizitäre Bereiche wie die Kinderklinik.

Laut Müller-Stöver zeigt der Masterplan die Handschrift des neuen kaufmännischen Geschäftsführers Dr. Martin Eversmeyer. Er habe die Neubaupläne – anders als seine Vorgänger – nicht nur mit einem Gesamtplan für die nächsten Jahre hinterlegt. Er gehe mit seinem Konzept auch in die Strukturen der einzelnen Kliniken hinein. Müller-Stöver zeigte sich optimistisch, dass die Banken auf dieser Basis die nötigen Kredite bewilligen würden.

Laut Sturmfels wurden in dem Masterplan Ideen von Geschäftsführung, Mitarbeitern und Beratern zusammengefasst. Zahlen und Konzept hält er für plausibel. Mit einem guten Konzept sei das Klinikum gut für die Zukunft aufgestellt. Dafür seien Investitionen nötig, die nur über Kredite zu finanzieren seien.

Auch Iris-Preuß-Buchholz, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion bezeichnete dies als den „einzig vernünftigen Weg“. Sie betonte, dass alle medizinischen Fachbereiche entgegen früherer Befürchtungen erhalten bleiben sollen. Zudem erweise sich das Klinikum als verlässlicher Arbeitgeber. FDP-Gesundheitspolitiker Dr. Robert Weindl will sich nach näherer Prüfung erst heute äußern. Der Betriebsrat kündigte für nächste Woche eine Stellungnahme an. Vertreter der Grünen waren am Mittwoch nicht zu erreichen.

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