Verkehr

Solinger Politiker diskutieren wieder über bessere A-3-Anbindung

Die sechs Fahrbahnen der Autobahn 3 werden noch bis 2023 saniert.
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Die sechs Fahrbahnen der Autobahn 3 werden noch bis 2023 saniert.

Geplanter Ausbau der Autobahn belebt eine alte Debatte – BfS/ABI und CDU attackieren sich gegenseitig.

Von Andreas Tews

Solingen. Wenn es um die Anbindung Solingens an die Autobahnen geht, dürfe es keine Denkverbote geben, fordert die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS). Rot-Grün wirft BfS-Politiker Jan Michael Lange eine Blockadehaltung, der CDU in Sachen Kleingartenanlage Bussche-Kessel-Weg „Klientelpolitik“ vor. Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Daniel Flemm kontert und warnt die BfS davor „Luftschlösser“ zu fordern.

Die Diskussion um direktere Autobahnanbindungen wird durch den geplanten Ausbau der A 3 belebt. Der ist ab 2030 vorgesehen. Da die Stadt zu der von der Autobahn-GmbH geplanten Erweiterung auf acht Fahrstreifen Stellung nehmen soll, ist dies jetzt Thema in den städtischen Gremien.

Jan Michael Lange (BfS/ABI) wirft der CDU „Klientelpolitik“ vor.

Als Fehler bezeichnen es Lange als Vorsitzender der BfS/ABI-Ratsfraktion und der BfS-Vorsitzende Bender, dass CDU, SPD und Grüne eine Verlängerung der Viehbachtalstraße in Richtung A 3 aktuell nicht mehr verfolgen. Dabei müsse dies genauso geprüft werden wie eine Anbindung über die Haus Gravener Straße und der Bau eines Kreisverkehrs am Knoten Bonner Straße/Zubringer zur Viehbachtalstraße/Langhansstraße, erklärt Bender. Er vermisst ein schlüssiges Konzept zur Anbindung Solingens an die A 3 und die A 46 und ein Konzept, alle Mobilitätsträger – Auto, Lastwagen, Bus und Bahn sowie Fahrrad – „geordnet“ durch Solingen zu leiten. Mit ihrer Haltung, die Kleingartenanlage am Ende der Viehbachtalstraße erhalten zu wollen, blockiere die CDU eine Verlängerung der Stadtautobahn, kritisiert Lange. Dies habe nichts mit einer zukunftsgerichteten Verkehrspolitik zu tun. Es sei Zeit für eine intelligente stadtweite Verkehrsführung. Die BfS wirft CDU und SPD vor, immer dann in „Aktionismus“ zu verfallen, wenn eine Wahl bevorstehe.

Einigkeit besteht bei einem Kreisverkehr an der Bonner Straße

Einverstanden zeigt sich Christdemokrat Flemm mit der Forderung nach einem Kreisel an der Bonner Straße. Dies sei ein altes Thema seiner Partei. Im Bezug auf andere Möglichkeiten einer Autobahnanbindung warnt er davor, falsche Erwartungen zu wecken. CDU-Verkehrspolitiker Jonathan Bürger spricht sich für Lösungen aus, die schnell Abhilfe schaffen könnten. Dazu zählt er intelligente Ampelschaltungen.

Daniel Flemm CDU) weist die Vorwürfe zurück.

Auch aus Sicht des Ohligser CDU-Politikers Marc Westkämper wäre eine Verlängerung der Viehbachtalstraße bis zum Autobahnkreuz Langenfeld nur noch schwer zu realisieren. Er erklärt: „Unabhängig von der Kleingartenanlage am Bussche-Kessel-Weg müssten entlang der Bahnlinie bis Langenfeld in erheblichem Umfang Wald, Wiesen und Auen umgepflügt werden, um Platz für den Zubringer zu schaffen.“ Zudem weist er darauf hin, dass die alten Bebauungspläne, die eine Verlängerung der vierspurigen Schnellstraße vorsehen, nicht mehr rechtswirksam seien. Eine Neuplanung würde nach seiner Einschätzung mehr als 20 Jahre in Anspruch nehmen.

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