Waldmeister

Poetry-Slam bietet viel Abwechslung

Rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten im Waldmeister den abwechslungsreichen Beiträgen.
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Rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten im Waldmeister den abwechslungsreichen Beiträgen.

Walder Theatertage und Verein Waldmeister kooperierten erstmals.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Ende entschied das Publikum über den Sieger – und zwar äußerst knapp. Zweimal musste Moderatorin Jana Sahler die gut 60 Zuhörer des Poetry-Slams im Walder Bahnhof, der Heimat des Vereins Waldmeister, applaudieren, pfeifen und grölen lassen, um an Stärke und Dichte dieser Begeisterung die richtige Stimmung erkennen zu können. Anna Lisa Azur aus Bonn war schließlich Gewinnerin des ersten Preises und verwies Dennis Schulz aus Berlin auf den zweiten Platz.

Gute zwei Stunden lang hatten die beiden, ergänzt durch die Künstler Valo Christiansen und Jens Pruß, am Freitagabend für dichte und berührende Unterhaltung gesorgt. Zwei Vorrunden gaben den Teilnehmern die Möglichkeit, zwei Texte zu präsentieren. Sie faszinierten durch die Vielfarbigkeit dieser Auftritte.

Valo Christiansen etwa thematisierte ihr Outing als nicht-binäre Person in der ersten Runde und legte einen kritischem Blick auf sexistische Tendenzen in der deutschen Sauna-Kultur.

Format nimmt junge Zielgruppe in den Blick

Jens Pruß glänzte mit pointierten Beobachtungen und (selbst)ironischen Anmerkungen zu den Themen Fitnessstudio und Ikea-Shopping am Samstag und hatte viele Lacher auf seiner Seite.

Dennis Schulz forderte durch anklagende Sätze gegen die Regierung, die Gesellschaft, die „Welt, in der wir leben“. Er malte mit durchkomponierten Satzgebilden dunkle Farben in den Raum: Depressionen, Suizidgedanken, Hoffnungslosigkeit sowie die unverhohlene Anklage an die ältere Generation für das, was sie der jungen an Baustellen hinterlässt, waren seine Themen, die er in eindringliche, scharfzüngige Formulierungen verpackte und von der Bühne hinunter ins Publikum rappte.

Rap war auch eines der Stilmittel, mit dem Anna Lisa Azur ihre Texte performte. Für ihren preisgekrönten Beitrag über die Demenzerkrankung ihres Opas bekam sie die Punkthöchstzahl der freiwilligen Jury aus dem Publikum und auch ihr sensibler Auftritt „Heimat“, in dem sie ihren Wermelskirchener Wurzeln eine berührende Liebeserklärung machte, kam gut an.

Der Poetry-Slam war die erste Kooperation der Walder Theatertage mit dem Verein Waldmeister. Sie sei sehr froh, das Portfolio der Kultur-Reihe nun durch das Format „Jugend macht Kultur“ ergänzen zu können, hatte Rita Thomas von den Walder Theatertagen in ihrer Begrüßung gesagt. „Wir möchten der jungen Generation eine Bühne geben.“

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