Amtsantritt im Januar

Andreas Budde einstimmig gewählt - Planungsdezernent soll neue Impulse setzen

Der Stadtrat wählte Andreas Budde (l.) einstimmig zum neuen Stadtplanungsdezernenten. OB Kurzbach war der erste Gratulant. Foto: Christian Beier
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Der Stadtrat wählte Andreas Budde (l.) einstimmig zum neuen Stadtplanungsdezernenten. OB Kurzbach war der erste Gratulant.

Budde ist aktuell Technischer Dezernent des Kreises Viersen. Er tritt zum 15. Januar in Solingen als Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltdezernent die Nachfolge von Hartmut Hoferichter (parteilos) an.

Von Andreas Tews

Solingen. Gemeinsam mit den Solingern will der künftige Planungsdezernent Andreas Budde (parteilos) die Stadt bei den wichtigen Zukunftsthemen voranbringen. Zu diesen Arbeitsbereichen zähle er die Stadtentwicklung, Verkehrsthemen und den Klimaschutz, erklärte der 50-Jährige am Montagabend im Rat. Die Politiker dort hatten ihn zuvor einstimmig zum neuen Planungsdezernenten gewählt. An Budde knüpfen sie hohe Erwartungen – unter anderem die, dass er für die Stadt- und Verkehrsplanung neue Ideen mitbringt.

Er freue sich auf die Aufgabe, sagte Budde nach der Sitzung im ST-Gespräch. Dies liege nicht zuletzt daran, dass zu erkennen sei, dass die Solinger Stadtgesellschaft ihre Stadt nach vorne bringen wolle.

Budde ist aktuell Technischer Dezernent des Kreises Viersen (siehe unten). Er tritt zum 15. Januar in Solingen als Planungs-, Bau-, Verkehrs- und Umweltdezernent die Nachfolge von Hartmut Hoferichter (parteilos) an. Der geht Ende 2021 nach gut 20 Jahren in Diensten der Stadt in den Ruhestand. Budde wurde für acht Jahre gewählt.

„Ich schätze sehr, dass die Stadtgesellschaft die Stadt nach vorne bringen will.“

Andreas Budde, künftiger Planungsdezernent

Die Debatte, wer auf Hoferichter in der Funktion des Stadtdirektors und damit des Vertreters des Oberbürgermeisters folgt, dürfte jetzt Fahrt aufnehmen. Die Grünen wollen Schul-, Sport-, Kultur- und Jugenddezernentin Dagmar Becker (Grüne) durchsetzen. Die 60-Jährige ist in anderen Parteien aber umstritten. Infrage kommen neben dem gewählten Andreas Budde auch die beiden anderen Dezernenten, Stadtkämmerer Ralf Weeke (SPD) sowie Ordnungs- und Sozialdezernent Jan Welzel (CDU).

Parteitaktische Überlegungen spielten am Montag bei der Wahl des neuen Planungsdezernenten offenkundig keine Rolle. An der Spitze des bisherigen Hoferichter-Dezernates wollten die Politiker einen Fachmann mit Verwaltungserfahrung haben.

Auf Budde warten viele wichtige Infrastrukturprojekte, erklärte CDU-Fraktionschef Daniel Flemm im ST-Gespräch. Er erwartet, dass der neue Dezernent diese mit „klarem, fachlichen und objektiven Blick“ angehe. Dessen Erfahrungen im Kreis Viersen mit vielen Städten könnten Budde nach Flemms Meinung dabei helfen, die Stadtteile miteinander zu vernetzen.

Auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz richtete den Blick auf die Stadt- und Stadtteilzentren, die jeweils weiterentwickelt werden müssten. Große Projekte seien aber auch die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und die Verkehrswende. „Wir können uns keinen Stillstand leisten“, sagte Preuß-Buchholz. Dass Budde nicht viel Zeit habe, sich einzuarbeiten, merkte auch Jürgen Albermann (FDP) an. Er hofft, dass der neue Dezernent in Solingen solche Projekte voranbringe, bei denen er im Kreis Viersen einiges bewirkt habe: beim Klimaschutz und der Mobilität.

„Viele Baustellen“ – unter anderem die Arbeit an einem neuen Nahverkehrsplan – sieht Jan Michael Lange, Vorsitzender der BfS/ABI-Fraktion. Auch er geht davon aus, dass es „nicht schlecht“ sei, dass jemand von außen komme und neue Impulse gebe. „Gute Vorschläge für ein Verkehrskonzept“ erwartet Erik Pieck (Linke/Die Partei). Er und sein Fraktionskollege Harald Schulte-Limbeck setzen zudem darauf, dass die Stadt ihre Konzepte – unter anderem beim Klimaschutz – umsetze und dabei vorangehe.

Die Grünen-Fraktionssprecherin Juliane Hilbricht hofft, dass Budde den Klimaschutz in allen Arbeitsbereichen seines Dezernats voranbringe. Als Umweltdezernent habe er zudem die Aufgabe, auch auf die anderen Dezernate in dieser Hinsicht einzuwirken.

Als „starkes Zeichen“ wertete Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) die konstruktive Zusammenarbeit beim Auswahlverfahren und das einstimmige Abstimmungsergebnis im Rat (sechs Ratsmitglieder fehlten).

Zur Person

Andreas Budde ist 50 Jahre alt. Seit 2009 ist er Technischer Dezernent des Kreises Viersen. In dieses Ressort fallen die Themen Bauen, Landschaft, Planung, Vermessung, technischer Umweltschutz, digitale Infrastruktur, Verkehrsanlagen und Bevölkerungsschutz. Als Dezernent ist Budde Betriebsleiter des Abfallbetriebes im Kreis Viersen und Geschäftsführer der dortigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Bis 2009 war er acht Jahre stellvertretender Abteilungsleiter im Amt für Verkehrsmanagement der Stadt Düsseldorf.

Standpunkt: Überzeugender Auftritt

Von Andreas Tews

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Der künftige Planungsdezernent Andreas Budde hat eines zumindest schon geschafft: Er hat die Politiker aller Ratsfraktionen davon überzeugt, dass er der richtige Mann ist, um in die großen Fußstapfen des scheidenden Hartmut Hoferichter zu treten. Seine Auftritte gegenüber der Findungskommission und (per Videostreams) in den Ratsfraktionen sind offenbar gut angekommen. Anders ist die Einstimmigkeit bei seiner Wahl im Rat nicht zu erklären. Er zeigte sich bereits im Auswahlverfahren gut informiert über Solinger Themen und ihre Besonderheiten. Wenn er im neuen Jahr sein Amt antritt, muss er den Worten Taten folgen lassen. Und das wird nicht einfach. Denn, so einmütig wie die Auswahl Buddes über die Bühne ging, so unterschiedlich sind die Erwartungen an ihn. Während die einen kompromisslosen Einsatz für den Klimaschutz fordern, sehen andere den Schwerpunkt beim sozialen Wohnungsbau oder in der Verkehrspolitik. Allen wird es Budde nicht recht machen können. Er wird nicht nur als Fachmann, sondern auch als Kommunikator und Moderator gefordert sein.

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