Photovoltaikanlage stoppt die Feuerwehr

Brandhaus in Merscheid ist nicht mehr bewohnbar

Um an die Brandnester zu gelangen, wurde auch die Giebelwand des Hauses geöffnet. Foto: Uli Preuss
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Um an die Brandnester zu gelangen, wurde auch die Giebelwand des Hauses geöffnet.

Fahrlässigkeit im Umgang mit einem Gasbrenner ist laut Polizei die Ursache des Wohnhausbrandes an der Westerwaldstraße in Merscheid vom Mittwochabend.

Von Hans-Peter Meurer

Das Feuer, das nach ersten vagen Schätzungen einen Schaden von mehr als 100 000 Euro verursachte, konnte nur unter schwierigsten Bedingungen gelöscht werden: Eine unter hoher Spannung stehende, auf dem Dach des Hauses montierte Photovoltaikanlage verhinderte die direkten Löschmöglichkeiten. Mehr als 14 Stunden lang waren insgesamt 120 Kräfte aller drei Wachen der Berufsfeuerwehr sowie von sechs Freiwilligen Löschgruppen in den Großeinsatz eingebunden.

Ein Freund (52) der Hausbesitzer – es handelt sich um ein großes Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung – plante gegen 18 Uhr eine Fassade zu streichen. Da dort Efeu rankte, wollte er diese Ranken mit einem Gasbrenner entfernen. Dabei breitete sich das Feuer jedoch rasend schnell über die Ranken aus. Der 52-Jährige versuchte noch vergebens, den Brand mit einem Feuerwehrlöscher und einem Gartenschlauch zu ersticken. „Das Feuer war bereits über die Wurzeln der Ranken in eine hölzerne Zwischendecke und unter die Dachhaut gedrungen“, schilderte Feuerwehr-Einsatzleiter Dr. Ottmar Müller später. Folge: Auch die Decke zwischen dem Erdgeschoss und dem Obergeschoss sowie die hölzerne Dachkonstruktion fingen Feuer.

Komplizierter Dachstuhlbrand beschäftigt die Feuerwehr

 © Uli Preuss
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Bereits die Zufahrt zum Brandhaus an der Westerwälder Straße, einer von der Locherstraße abgehende Stichstraße, war durch die enge Bauweise der dortigen Einfamilienhäuser nur möglich, weil die Feuerwehr Solingen über Drehleitern mit lenkbarer Hinterachse verfügt.

Wegen einer großflächigen Photovoltaikanlage und den damit verbundenen Gefahren eines Kurzschlusses, eines Stromschlags oder lebensgefährlichen Lichtbogens für die Einsatzkräfte konnte weder das brennende Dach abgelöscht noch Dachpfannen abgetragen werden.

Solarkollektoren stehen unter 1000 Volt Spannung

„Die Module der Photovoltaikanlage stehen unter bis zu 1000 Volt und können nicht so ohne weiteres stromlos geschaltet werden“, erläuterte Dr. Müller gestern. Um die Brandherde zu erreichen , musste von innen in mühsamer und personalintensiver Kleinarbeit die Zwischendecke mit Motorsägen geöffnet werden. In der Nacht wurden während der Brandwache immer wieder Glutnester gelöscht. Der Einsatz war erst am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr beendet. 

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