Friedhöfe

Pflegefreie Gräber betreut die Stadt

Andreas Brühne, Abteilungsleiter Friedhöfe bei den TBS, an der Urnen-Rasen-Doppelstelle, die jetzt neu mit Gras bepflanzt wurde. Das bietet die Stadt ganz- oder halbflächig (u. l.) für pflegefreie Gräber an. Eine weitere Form sind Baumgräber (u. r.). Fotos: Tim Oelbermann
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Andreas Brühne, Abteilungsleiter Friedhöfe bei den TBS, an der Urnen-Rasen-Doppelstelle, die jetzt neu mit Gras bepflanzt wurde.

Der Ohligser Waldfriedhof bietet viele verschiedene Formen der Bestattung an.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Am Montag ist Allerheiligen, die anstehenden Toten-Gedenktage sind Anlass für viele Angehörige, die Gräber zu pflegen und zu schmücken. Auf dem Ohligser Waldfriedhof war Eberhard Leverkus beim letzten Besuch am Grab seiner verstorbenen Frau allerdings überrascht. „Auf dem kleinen Urnengrab und auch auf den Nachbargräbern hatte die Stadt neuen Rasen ausgelegt. Auch die Steine, die ich rund um die Grabplatte gelegt hatte, waren verschwunden“, so der Witwer.

Dass es sich bei der vor Jahren gekauften Grabstelle um ein sogenanntes pflegefreies Urnen-Rasen-Doppelgrab handelte, war dem Rentner gar nicht mehr bewusst gewesen. „Bei diesen Gräbern hat man einmalig den Preis für Nutzung und Pflege mitbezahlt“, erklärt Andreas Brühne, Abteilungsleiter Friedhöfe bei den Technischen Betrieben.

Bei der konkreten Gräberreihe in Ohligs hatte die Stadt – dieser Verpflichtung folgend – jetzt auch den Rasen durch Rollrasen erneuert. „Durch die großen Rhododendren hinter den Gräbern, die wir jetzt auch zurückgeschnitten haben, war der alte Rasen vermoost“, so Brühne. Regelmäßig werde der Rasen auf den Gräbern auch von den städtischen Mitarbeitern gemäht – bei einzelnen Gräbern auch mit dem Handrasenmäher.

Was sind pflegefreie Gräber?

Das bietet die Stadt ganz- oder halbflächig für pflegefreie Gräber an.

Schon seit 2009 werden auf den städtischen Friedhöfen verstärkt pflegefreie Gräber eingerichtet. Neben den Rasengräbern gehören auch die Kolumbarien dazu. Für ein Einzel-Rasengrab erhöht sich die Gebühr von 1100 Euro auf etwa 1400 Euro inklusive 30 Jahre Pflege, für ein Urnen-Einzelgrab auf 900 Euro. Zum Service der Stadt gehört bei diesen Gräbern auch, dass etwa beim Absacken des Sarges das Grab mit Erde aufgefüllt wird. „Man darf das aber nicht mit anonymen Gräbern verwechseln, bei denen man auf einer großen Rasenfläche, dem Rasengrabfeld, kein persönliches Grab hat“, so Brühne. Bei pflegefreien Gräbern entfalle nur die eigene Grabpflege.

Kann man das nachträglich ändern?

Es sei zu beobachten, dass sich Angehörige im Laufe der Zeit doch dazu entschlössen, eine Vase auf das Grab zu stellen oder es selbst zu bepflanzen. „Natürlich kann man, obwohl man die Pflege für 30 Jahre mitbezahlt hat, das nachträglich umwandeln“, erklärt Andreas Brühne. Auch umgekehrt könne man ein Grab zu einem pflegefreien Rasengrab umwandeln, aber nur, wenn die Gestaltungsvorschrift des entsprechenden Grabfeldes das zulässt. Um Angehörigen bei den Rasengräbern etwas private Gestaltungsmöglichkeit zu geben, geht die Stadt jetzt dazu über, am Kopf des Grabes einen Plattenstreifen zu pflastern, auf dem Blumen abgelegt werden können.

Welche anderen Grabformen gibt es?

Eine weitere Form sind Baumgräber.

Auf dem 18 Hektar großen Waldfriedhof, der mit vielen Bäumen und Grün bewusst als Park angelegt ist, sind nur zwei Hektar mit Gräben belegt. Zum Großteil sind das Sarg- und Urnengräber. „Dabei sind Sargbestattungen mit nur noch 20 Prozent in letzter Zeit sehr, sehr rückläufig“, so Andreas Brühne. Immer öfter gibt es dort auch Baumgräber, als Wahlbaum, den man frei auswählen darf, oder als Reihenbaum, an dem vier Urnen bestattet werden. „Neben einem Stein und einer Vase sollte dort der Grabschmuck aber so gering wie möglich ausfallen“, erklärt Brühne die Regelung für diese Bestattungsform.

Was ist der neue Memoriam-Garten?

Ähnlich wie die „Insel der Erinnerung“ in Gräfrath ist der Memoriam-Garten in Ohligs eine gärtnerisch gepflegte Anlage für Urnen- und Sargbestattungen. Dabei schließen die Angehörigen einen Vertrag mit dem Gärtner über die gesamte Laufzeit. 400 Gräber sind auf dem Memoriam-Garten möglich. „Bislang gab es dort aber noch keine Belegung“, hofft Brühne auf mehr Interesse für diese Art der Bestattung.

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