Reaktion

Pfarrer kritisieren Umgang mit Missbrauch

Meinrad Funke ist einer der Initiatoren des Briefes. Archivfoto: up
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Meinrad Funke ist einer der Initiatoren des Briefes.

Das Bistum hätte auf Kritik an der Missbrauchsaufarbeitung früher reagieren müssen, sagt Pfarrer Meinrad Funke.

Viele Pfarrer im Bistum Köln sind wegen der Unruhe in den Gemeinden besorgt. Darum kritisieren sie jetzt auch öffentlich die „misslingende Missbrauchsaufbereitung“ der Bistumsleitung, die viele Pfarrer in einen Loyalitätskonflikt bringe, teilte der Ohligser Pfarrer Meinrad Funke mit. Er gehört zu den 33 Pfarrern, die einen entsprechenden Brief an die Bistumsleitung verfasst haben und ist Sprecher eines Netzwerks aus 45 Pfarrern, das daraus entstanden ist.

Sieben dieser Geistlichen trafen sich jetzt zu einem Gespräch mit Kardinal Rainer Maria Woelki, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und dem stellvertretenden Generalvikar Pfarrer Mike Kolb in Köln. Laut Funke äußerten die Pfarrer dabei ihr Unverständnis darüber, dass die Verantwortlichen im Erzbistum Köln zu lange „billigend und tatenlos“ zugesehen hätten, wie „unzählige in Gemeinden engagierte Christen aktuell ihren Kirchenaustritt erklärten“. „Es trifft den Kern unserer Gemeinden“, sagte Funke. Das Bistum hätte auf Kritik an der Missbrauchsaufarbeitung früher reagieren müssen. Die Pfarrer bemängeln, dass ein erstes Gutachten zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zurückgehalten werde und ein Gegengutachten in Auftrag gegeben worden sei. Zudem bemängeln sie, dass in der Wahrnehmung von außen überwiegend juristische Fragen im Vordergrund stünden. Die Kommunikation bei diesem Thema sei „desaströs“ gewesen. Funke erklärt: „Unabhängig von einer juristischen Aufarbeitung erwarten wir die Übernahme moralischer und systemischer Verantwortung.“ Das Gespräch in Köln blieb laut Funke ohne konkretes Ergebnis. Sein Resümee: „Der Wille der Bistumsleitung, den Aufarbeitungsprozess ehrlich fortführen zu wollen, wird daran zu messen sein, welche ersten Konsequenzen im Anschluss an die Veröffentlichung der beiden in Auftrag gegebenen Gutachten gezogen werden.“ ate

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