Partnerstadt Thiès: Menschen leiden Hunger

„Ein Kilo Reis hilft einem Bürger in Thiès für ein paar Tage oder eine Woche, den Hunger zu bekämpfen“, erklärt Otmar Schick.
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„Ein Kilo Reis hilft einem Bürger in Thiès für ein paar Tage oder eine Woche, den Hunger zu bekämpfen“, erklärt Otmar Schick.

Freundschaftsverein-Verein hilft mit Tonnen von Reis und Erdnussöl

Von Philipp Müller

Solingen/ Thiès. Es ist nicht viel mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, den der Fördervereins Freundschaft mit Thiès, Solingens Partnerstadt im Senegal, im Moment leisten kann. Alles scheint auf die ersten Tage der Hilfe zurückgedreht: Hilfe mit Lebensmitteln statt Hilfe zur Selbsthilfe sei jetzt unabdingbar, erklärt Otmar Schick, der Vereinsvorsitzende. Aus den Mitteln des Fördervereins werden kommende Woche ein zweites Mal fünf Tonnen Reis und dazu Erdnussöl an Bedürftige verteilt.

Das Tageblatt trifft einen sichtlich erschütterten Otmar Schick. Er berichtet, wie es zur Situation kam, dass in Solingens Partnerstadt in Westafrika wieder zu Hunger gekommen ist. Präsident Macky Sall habe das Land wegen der Corona-Pandemie in den totalen Lockdown geführt. Trotzdem stiegen zuletzt die Fallzahlen dramatisch an. Das Herunterfahren der Wirtschaft habe dramatische Folgen. Sehr viele Senegalesen, so auch die in Thiès, würden als private Taxifahrer den fehlenden Bus- und Bahnverkehr ersetzen. Das dürfen sie jetzt nicht. Aber Staatshilfe, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld kennt der Staat nicht. Kein Einkommen. Kein Geld. Hunger als Folge – das sei leider wieder Realität.

Plötzlich sei das laufende Projekt zur Wiederaufforstung gestockt. „Unsere Partner vor Ort haben uns gesagt ,Was sollen wir mit leerem Magen Bäume pflanzen? Wir haben ganz andere Sorgen‘“, berichtet Schick von zahlreichen, um Hilfe bittenden Telefonaten mit den sechs Mitarbeitern des Vereins vor Ort und Regierungsstellen.

Als Feuerwehr sprang der Verein dann sofort ein. Die ersten 5,2 Tonnen Reis und 500 Liter Erdnussöl wurden an 3500 Bürger von Thiès vor vier Wochen verteilt. Gemeinsam mit den Bezirksbürgermeistern seien Listen wirklich betroffener Einwohner erstellt worden. In Säcken wurde der Reis aus senegalesischer Landwirtschaft erworben – wenigstens ein bisschen Hilfe zur Selbsthilfe sei dies, sagt Schick.

„Wer sonst, wenn nicht wir als Freunde, soll jetzt helfen?“
Otmar Schick, Thiès-Förderverein

Im Grunde müsse das Hilfsprogramm jetzt wachsen, betont Schick. Doch mit dem Jahresetat von 28 000 Euro sei der Förderverein eigentlich überfordert. Doch er sagt auch: „Wer sonst, wenn nicht wir als Freunde, soll jetzt helfen?“. Er hofft auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung, aber auch aus dem Rathaus für die Partnerstadt.

thies-solingen.jimdofree.com

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