Verkehr

Parkgebühren: Solingen ist günstig

Die Parkgebühren in Solingen, die wegen der Corona-Krise zwischenzeitlich auch ausgesetzt waren, sind vergleichsweise niedrig. Archivfoto: Christian Beier
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Die Parkgebühren in Solingen, die wegen der Corona-Krise zwischenzeitlich auch ausgesetzt waren, sind vergleichsweise niedrig.

Preise in der Region sind teils deutlich teurer – und werden weiter erhöht.

Von Eike Rüdebusch und Björn Boch

Solingen. Wer im Bergischen oder den Städten an der Rheinschiene die Parkgebühren vergleicht, stellt fest, dass Parken in Solingen vergleichsweise günstig ist. In der Tarifzone I – Mitte, Ohligs und Gräfrath – werden 50 Cent für die ersten 30 Minuten fällig, dann ändert sich nur die Taktung: 5 Cent je 3 Minuten. In der Tarifzone II – Wald – werden 30 Cent für die ersten 30 Minuten aufgerufen, dann 5 Cent je 5 Minuten. Überall gilt eine Höchstparkdauer von zwei Stunden, Ausnahme: Cheruskerstraße (Klinikum). Dort gibt es ein Tagesticket für 5 Euro. Nach Angaben der Stadt wurden die Parkgebühren zuletzt 1993 angehoben, eine Erhöhung sei derzeit nicht geplant. Die Preise in den anderen Städten sind teils bedeutend höher.

Wuppertal: Dort sind die Gebühren gerade erhöht worden. Wer im Stadtkern parken will, zahlt jetzt statt 1,50 Euro pro Stunde 2 Euro in den Kernbereichen. In den Außenbereichen der Innenstädte kostet es nun 1,50 Euro statt 1 Euro pro Stunde. Tagestickets kosten 8 beziehungsweise 6 statt zuvor 4 beziehungsweise 3 Euro.

Remscheid: In der Nachbarstadt gilt die Gebührenordnung von 1989, in der – auf Euro aktualisiert – steht, dass Parken pro angefangene 5 Minuten 10 Cent kostet. Das macht 1,20 Euro pro Stunde.

Köln: Die Stadt am Rhein nimmt seit Anfang des Jahres in der Innenstadt und in Deutz 4 Euro die Stunde – statt zuvor 3 Euro. In anderen Stadtteilen kostet das Parken 2 Euro pro Stunde statt 1,50 Euro.

Düsseldorf: Weiter am Rhein entlang kostet die Stunde 2,90 Euro in der Innenstadt, 2,10 Euro in der weiteren Umgebung. Die Stadt plant, die Gebühren zu erhöhen – auf ebenfalls 4 Euro die Stunde im Zentrum und auf 3 Euro in den zentrumsnahen Stadtteilen.

Essen: Wer zum Einkaufen an die Ruhr ausweichen will, findet gestaffelte Preise vor. Wer bis zu einer Stunde bleiben will, zahlt 2,10 Euro im Kernbereich der Stadt, 1,20 Euro im erweiterten Citybereich.

„Das falsche Signal zur falschen Zeit.“
Ralf Engel vom Handelsverband zur Erhöhung der Parkgebühren in Wuppertal

In Wuppertal wurde die Erhöhung der Gebühren mit erhöhtem Finanzbedarf für soziale und kulturelle Einrichtungen, Umweltschutz und Ordnungsdienst begründet, aber auch damit, dass ÖPNV-Kosten jährlich steigen, Parkkosten aber nicht. Sogar der ADAC hielt die Erhöhung, die erste seit 2010, für „noch akzeptabel“.

Ralf Engel, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Rheinland, der auch für das Bergische zuständig ist, sieht die Erhöhung in Zeiten von Corona als „falsches Signal zur falschen Zeit“. Gerade jetzt kämen Kunden mit dem Auto, weil sie den ÖPNV meiden. Man müsse die Kauflaune anheben, höhere Parkgebühren seien der falsche Weg.

Wenn man schon Gebühren erhöhe, dann müsse man auch ein anderes Konzept für die Stadt entwickeln, sagt Engel: Fahrradachsen ausbauen, Ladestationen für E-Bikes anbringen und die Händler einbeziehen. Sicher, die Einzelhändler müssten sich auf ein anderes Mobilitätsverhalten der Kunden einstellen. Aber der Weg jetzt biete keine alternativen Anreize.

Offen ist, inwieweit Parkgebühren über das Kaufverhalten entscheiden. Es gibt Umfragen, die besagen, dass Händler die Zahl ihrer Pkw-Kunden höher einschätzen, als sie tatsächlich ist. Und Kunden, die mit dem Pkw kommen, geben zwar im Schnitt bei einem Einkauf mehr aus als ÖPNV-Nutzer, Radfahrer oder Fußgänger. Kunden ohne Pkw kommen allerdings häufiger in den Laden und führen so am Ende in der Statistik.

Weitere Parkplätze

Die hier genannten Preise beziehen sich auf die Parkgebühren der Stadt. Weitere Parkplätze gibt es in privat betriebenen Parkhäusern. Eine Auflistung zu Mitte gibt es online:

t1p.de/b0w5

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