Auszeichnung

Diese Solinger Orte sind Paradiese für Schwalben und Fledermäuse

Bereits seit 2018 sind Fledermäuse im Verwaltungshaus an der Bonner Straße heimisch. Darüber freuen sich Nicole Dockendorf (l.) und Marita Klause (r.) von der Stadt mit Christoph Kalde vom Nabu.
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Bereits seit 2018 sind Fledermäuse im Verwaltungshaus an der Bonner Straße heimisch. Darüber freuen sich Nicole Dockendorf (l.) und Marita Klause (r.) von der Stadt mit Christoph Kalde vom Nabu.

Auszeichnung des Naturschutzbundes für Verwaltungssitz Bonner Straße und den Bauernhof Liebke.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Straßen und Häuser statt Wald und Natur: Fledermäuse haben es im Großstadtdschungel nicht einfach – umso wichtiger ist es, Lebensräume, auch künstliche, für die geschützten Tiere zu schaffen und zu erhalten. Um die Bevölkerung auf die Situation der Tiere aufmerksam zu machen, verleiht der Naturschutzbund (Nabu) Solingen die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ an Eigentümer, in deren Haus es Quartiermöglichkeiten gibt. Dazu gehört nun auch das städtische Verwaltungsgebäude an der Bonner Straße. Jetzt gab es die Übergabe der Auszeichnung in Form einer Plakette.

Annette und Christoph Kalde sowie Daniela Hoeboer (r.) vom Nabu zeichneten außerdem den Bauernhof von Ralf Liebke (l.) aus. In den Ställen können Schwalben jederzeit ein- und ausfliegen.

Im Juni 2018 habe man zum ersten Mal Zwergfledermäuse im Gebäude entdeckt, erinnert sich Marita Klause vom Stadtdienst Natur und Umwelt. „Dann war klar, dass man hier was machen muss.“ Um den Tieren einen geeigneten Unterschlupf zu bieten, habe man acht Fledermauskästen am Gebäude aufgehängt. Dass Fledermäuse sich in Gebäuden einquartieren, sei nichts Ungewöhnliches. Sie würden nicht zwischen einer Felswand und einer Hausfassade unterscheiden, weiß Christoph Kalde, Vorsitzender des Nabu-Stadtverbandes Solingen. „So eine Fassade sieht für sie aus wie eine Felswand.“ Die Tiere sind nachtaktiv und geben keine hörbaren Laute von sich. „Viele Leute wissen deshalb gar nicht, dass sie die im Haus haben“, erklärt Marita Klause. Doch wenn man welche entdeckt, sei dies kein Grund zur Panik – im Gegenteil: Sie seien scheu und harmlos.

Genau wie die Fledermäuse gehören auch Schwalben zu den geschützten Arten. Daher verleiht der Nabu Solingen auch die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Als ein solches wurde nun der Bauernhof Liebke ausgezeichnet. Durch die offene Stallhaltung auf dem Hof „ist es möglich, dass die Schwalben permanent rein und raus fliegen können“, sagt Christoph Kalde.

Aktuell beheimate der Bauernhof acht Nester, in denen Schwalben brüten. Besonders wichtig sei den Rauchschwalben Beständigkeit. „Die kommen immer wieder zu demselben Ort zurück und deswegen ist es wichtig, dass diese Brutmöglichkeiten über viele Jahre erhalten werden“, erklärt er. Schwalben hätten zunehmend Probleme, Brutplätze und Nistmöglichkeiten zu finden. Daher soll die Plakette Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere schaffen. „Uns ist es als Nabu wichtig, Nachahmer zu finden.“

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