Ostergalerie

Direktorin des Kunstmuseums eröffnet ST-Ostergalerie

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Güdny Schneider-Mombaur, „#2019-nCoV“ In ihrem laufenden Zyklus „magic mountains“ ist „#2019-nCoV“ als Mischtechnik auf kaschierter Leinwand entstanden. Die in Solingen und Haan arbeitende Künstlerin sagt: „Unsicherheit, Chaos und Katastrophen in Vorder- und Mittelgrund, die weißen Berge als Inbegriff von Klarheit, Reinheit und Sicherheit am oberen Bildrand – das sind die beiden Pole der Bildserie der ,magic mountains'. Das Bild #2019-nCoV von Anfang 2020 nimmt die Verwerfungen und die bedrohliche Dynamik der Pandemie vorweg.“ pm
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Beatrix Deus, „Ruhe“ „Das Bild ‚Ruhe‘ ist in der zweiten Märzhälfte 2020, im wegen Corona geschlossenen Atelier entstanden.“ Mit dem Zitat „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ von Pablo Picasso beschreibt sie, was sie in ihrer Schaffenskraft antreibt.
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Carla Froitzheim, „Fantasieblumen“ Die Fantasieblumen habe ich 2019 an einem sonnigen Sonntag ,plein air* im Südpark Solingen gemalt. Etliche Passanten haben zugeschaut und wir sind ins Gespräch gekommen. Beim Betrachten des Bildes ist die Erinnerung an die Situation so lebendig, dass ich die aktuellen Kontaktbeschränkungen vergesse“, sagt Carla Froitzheim. Sie ist viel in der Natur unterwegs und fasziniert von Lichtstimmungen, mit denen sie sich in expressiven Aquarellen auseinandergesetzt. Sie ist Mitglied im Kunstraum Solingen in den Güterhallen.
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Judith Funke, „Gagelig I“ Die Künstlerin beschreibt ihr Bild „Gagelig I“ so: „In dieser Serie beschäftige ich mich mit Farbe in freier Form und Linie. Gagelig ist eine Person oder ein Etwas welches meistens hochgeschossen und relativ instabil ist. Die Ursache kann in den äußeren Umständen oder am inneren Erleben liegen.“ Funke lebt in Solingen und arbeitet in ihrem Atelier in Düsseldorf. pm
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Klaus Greinert, „Kreisende Ungewissheit“ In allen Köpfen herrscht Sorge über die Pandemie, die kreisende Ungewissheit. Unsicherheit in allen Farben kreist in unseren Köpfen. Exzentrische Farbringe werden visuell zu einer Spirale über alle Facetten des Lebens. Scheinbar zum Greifen nahe sind Gedanken aus Laborideen und lassen hoffen, dass sie kreativ zum Erfolg führen. Klaus Greinert absolvierte Design-Studium mit Diplom FH Wuppertal, er erhielt den Bundespreis „Gute Form“, und hatte einen Lehrauftrag für „Projektion – Perspektive“. Er setzt seine künstlerischen Gedanken in Solingen um.
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Ulle Huth, „Zuversicht“ Die Künstlerin erklärt ihre „Zuversicht“: „Keine zentrale Komposion, verschiedene Tiefen, vieles ist möglich Farbigkeit frisch, opmissch.“ Ulle Huth ist freischaffende Künstler und seit 1976 Mitglied der Solinger Künstler und der GEDOK Wuppertal.
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Bea Kahl, „Forky and Bess“ Bea Kahl ist Hutmachermeisterin und Theaterarbeiterin mit eigenem Werkstattladen und Dozentin für Hutworkshops. „Mein kreatives Umfeld sind die Solinger Güterhallen“, sagt sie. „Forky and Bess“ ist ein Recyclingprojekt. „Beizeiten muss ich aus meinem vertrauten Metier ausbrechen und mit ungewöhnlichen Materialien experimentieren Dieses Kleid besteht aus ca. 700 gebohrten und aufgefädelten Kunstoffgabeln. Die Gabeln habe ich aus einem Müllcontainer gerettet.“
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Michael Klette, „Meerbild“ Die gezeigte Arbeit entstand zu einem Zyklus „Ruhe und Sturm“ im Atelier des Künstlers. „Vorlage für die Arbeiten waren eigene Fotografien zu Wolkenformationen, Meeresbildern und Spiegelungen. Die Arbeiten sind frei komponiert. Für mich lag der Reiz in der Erzeugung einer Dramaturgie, einem Kontrast zwischen Stille und Sturm. Für die Ostergalerie habe ich dieses Bild ausgewählt, weil es für mich sinnbildlich für die momentane Situation steht. Alles scheint verlangsamt zu sein, es ist stiller, wie ein Verschnaufen vor dem, was noch kommen mag“, sagt Klette. Er hat sein Atelier in Solingen.
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Petra Korte, „Kristallisation“ Petra Korte wählte ihren Heimatort Solingen als Basis für ihre internationalen Ausstellungen und Arbeitsaufenthalte. Sie studierte Kunst in Toronto und bei Prof. M. Badura sowie M. Oppenheim. Ihre Arbeiten, die u. a. auch mehrfach auf der Art Karlsruhe präsentiert wurden, thematisieren die Zeitmetaphorik in besonderer Weise: durch Kristallisationstechnik wirkt der momentane Zustand einer Sache oder einer Situation eingefroren und konserviert als Archäologie der Gegenwart - „wie aus der Titanic geborgen“.

In ihrem Grußwort betont Gisela Elbracht-Iglhaut die Freiheit der Kunst. Aufruf des Tageblatts folgen 20 Solinger Künstler.

Von Gisela Elbracht-Iglhaut 

Gerade in Krisenzeiten benötigen wir die Kunst. Kultur ist der wichtigste Freiraum den wir haben und unbedingt zum Leben brauchen. Wir durchleben eine Zeit der Unsicherheit und gesellschaftlichen Improvisation. Viele Kunstschaffende haben ihre Aktionen ins Internet verlegt: Gestreamte Konzerte und virtuelle Museumsrundgänge haben in Zeiten der Isolation Hochkonjunktur. 

Mit der Corona-Krise erleben wir eine weltweite kollektive Traumatisierung, die jedes Individuum spürt und verunsichert. Kunst kann ein Mittel sein, diesem emotionalen Ausnahmezustand Ausdruck zu verleihen. Kunstwerke können unsere Ängste abbilden, sie können auf diese Phänomene reagieren und die Verhältnisse kritisch kommentieren und zum Diskurs anregen. Die Bilder sind ein Mittel der offenen Kommunikation und Transformation unserer Erfahrungen. Kultur kann uns in der Krise auch Mut machen, uns optimistisch stimmen oder sogar zum Lachen bringen. Unsere private Freiheit ist für einen noch unbestimmten Zeitraum sehr stark eingeschränkt. Dieser Zustand der Einengung und Selbstdisziplinierung wirkt auf den Menschen bedrückend. Die Kunst ist deshalb gerade in diesen schwierigen Zeiten Ausdruck unserer Freiheit, die unser höchstes Gut ist.

ZUR PERSON

DIREKTORIN Gisela Elbracht-Iglhaut ist seit November vergangenen Jahres die Direktorin des Solinger Kunstmuseums. Seit dessen Gründung 1996 gehört sie zum Team in Gräfrath. Sie ist die treibende Kraft hinter der jährlich stattfindenden Internationalen Bergischen Kunstausstellung.

Rubriklistenbild: © Güdny Schneider-Mombaur

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