Orgelsommer endet mit Harfenklängen

Litauische Musik in St. Clemens

Von Susan Jörges

Sechs Sonntage in Folge lud die Katholische Kirchengemeinde St. Clemens zu einzigartigen Konzerten ein. Von vierhändiger Orgel über Duos mit Trompete oder Violine und einem musikalischen Sommerspaziergang wurde Konzertbesuchern eine bunte Mischung an klassischer und moderner Kirchenmusik geboten. Zum Abschluss des Orgelsommers stand nicht die Orgel im Fokus des Konzertes, sondern zwei litauische Harfenistinnen, die sanfte Melodien ihrer Zupfinstrumente mit nach Solingen brachten.

Als Duo Unicum spielen Giedre Siaulyte und Ingrida Spalinskaite-Kuriene auf der keltischen Harfe und der Kankles, einem litauischen Saiteninstrument aus der Familie der Zither. Seit zwei Jahren hatten die befreundeten Künstlerinnen wegen der Pandemie nicht zusammen auftreten können. Die Kombination der beiden volkstümlichen Instrumente ist weltweit einzigartig, alle vorgetragenen Stücke haben die studierten Musikerinnen eigens für ihr Duo arrangiert.

Nach Werken aus der Zeit des Barocks folgten litauische Stücke von Mikalojus Konstantinas Ciurlionis, dem „Mozart Litauens“, wie Giedre Siaulyte erklärte. Zwischen den Stücken brachte sie dem Publikum die baltische und keltische Musik näher und sprach über den Aufbau der beiden Saiteninstrumente, die sich in ihrer Bauart und Spielweise ähneln und doch unterschiedlich klingen. Siaulytes keltische Harfe eignete sich dank ihres hellen und silbrigen Klangs ganz besonders für die traditionellen keltischen Stücke wie „Danny Boy“, mit denen das Duo das Konzert abrundete.

Während Siaulyte eine der wenigen Harfenistinnen ist, die drei verschiedene Harfeninstrumente souverän beherrscht, arbeitet Spalinskaite-Kuriene auch als Schlagzeugerin und Kankles-Dozentin. Beide treten regelmäßig als Solistinnen und in unterschiedlichen Formationen in Deutschland, Litauen und weltweit auf.

Organisatoren haben die Konzertreihe der Krise angepasst

Kamil Gizenski, der gemeinsam mit der Kirchenmusikerin der Pfarrgemeinde St. Clemens, Andrea Wingen, die Konzertreihe organisiert hatte, zieht ein positives Fazit aus dem Orgelsommer 2021: „Es tat gut, Kultur und Musik zurück in die Kirche zu bringen“. Um möglichst vielen Personen einen Besuch der Konzerte zu ermöglichen, fanden jeden Sonntag zwei kürzere statt einem längeren Konzert in der Klosterkirche statt. Über einen Orgelsommer 2022 unter nicht-pandemischen Bedingungen würden sich die Organisatoren dennoch freuen, bekräftige Gizenski.

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