Konzert

Orgel wird behutsame Partnerin des Kontrabasses

Kontrabassist Frank Kistner spielte sein Instrument immer wieder in den Vordergrund.
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Kontrabassist Frank Kistner spielte sein Instrument immer wieder in den Vordergrund.

Konzert mit Frank Kistner und Thorsten Pech in der Klosterkirche Gräfrath.

Von Wolfgang Günther

Solingen. In Gräfrath geht der Orgelsommer in der Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt in die 32. Saison. Zum Auftakt des zweiten Konzertes am vergangene Sonntag sagte Organist und Organisator Kamil Gizenkski: „Unsere sieben Konzerte erfreuen das Publikum diesmal mit einer besonderen musikalischen Vielfalt.“ Und tatsächlich war die Besetzung mit Orgel und Kontrabass schon sehr außergewöhnlich.

Kontrabassist Frank Kistner, Solist der Dortmunder Philharmoniker, spielte auf seinem großen Streichinstrument ein kleines Solo vor den barocken Altären, der preisgekrönte Organist Thorsten Pech begleitet ihn mit einem kurzen, aber fulminanten Orgel-Intermezzo auf dem Weg zur Orgelempore. Von dort führte das Programm der beiden großartigen Solisten durch einige Musikepochen, vom Barock über die Spätromantik des Josef Gabriel Rheinberger bis zur klassischen Moderne.

Begeisternd war die Harmonie der beiden Instrumente. Die Orgel war die behutsame Partnerin des Streichinstruments, im Satz „Adagio“ der Sonate von Giovanni Pergolesi übernahm der Kontrabass sogar die Führung. Das Instrument konnte sich nicht nur behaupten, sondern wurde zum gleichwertigen Partner der Orgel. Purer musikalischer Genuss war die schöne Melodie der „Berceuse“ von Gabriel Fauré. Frank Kistner ließ sein großes Streichinstrument in Passagen wie ein Cello klingen, der Wuppertaler Organist Thorsten Pech zügelte auch beim Adagio von Zoltán Kodály das große Volumen seines Instruments zu filigranen Tönen, beide Solisten verschmolzen zu einer begeisternden musikalischen Einheit.

Höhepunkt des Konzerts war am Ende die viersätzige „Sonate für Viola da Gamba und Basso continuo“, von Johann Sebastian Bach. Noch einmal konnten die beiden gleichwertigen Solisten mit ihrer großen Virtuosität überzeugen. Die Zuhörer dankten am Ende mit langem Applaus, eine Zugabe war der verdiente Dank für den Beifall.

Das nächste Konzert des Orgelsommers am 10. Juli gestaltet der Organist Christoph Kuhlmann mit Musik von Albioni, Bach und Liszt unter dem Titel „Variationen“. Beginn ist um 17 Uhr, Eintritt frei.

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