Neujahrskonzert

Orchesterverein spielt Operetten für den guten Zweck

Tobias Sykora feierte am Sonntagabend in der Dorper Kirche sein Debüt als Dirigent des Orchestervereins. Foto: Christian Beier
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Tobias Sykora feierte am Sonntagabend in der Dorper Kirche sein Debüt als Dirigent des Orchestervereins.

Beim Neujahrskonzert spenden Besucher in der Dorper Kirche für den Verein „Solingen hilft“. Dirigent Tobias Sykora feierte sein Debüt.

Von Wolfgang Günther

Der Solinger Orchesterverein spielt sein erstes Konzert im neuen Jahr immer zugunsten einer sozialen Einrichtung. Das ist seit 15 Jahren der Fall und meist wird ein Hilfsprojekt des Solinger Arztes Dr. Christoph Zenses unterstützt. So war es auch in diesem Jahr.

An vielen Brennpunkten in der Welt war der Internist bereits tätig. Unter dem Eindruck der Zustände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gründete er den Verein „Solingen hilft“. Zenses wird auch in diesem Jahr wieder dorthin reisen, die Spenden der Konzertbesucher sind ein wertvoller Baustein für seinen unermüdlichen Einsatz.

Das Konzert am Sonntagabend in der Dorper Kirche war auch das Debüt des Dirigenten Tobias Sykora, der vor wenigen Monaten als Orchesterleiter gewählt wurde. Nach dem Einstieg mit einer Ouvertüre von Rossini reiste das Orchester in die goldene Ära der Operette. Wie Dirigent und Orchester hatte sich auch die brillante Sopranistin Karola Pavone in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie sang das Lied der „Christel von der Post“ aus der Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller.

In den 1920er Jahren musste sich die Operette gegen neue Unterhaltungsformen durchsetzen. Eduard Künneke hatte Erfolg mit „Der Vetter aus Dingsda“, Karola Pavone sang daraus gefühlvoll die Arie „Strahlender Mond“. Witzig war das musikalische Duell zwischen Sängerin und Dirigenten bei „Josef, ach Josef“ aus „Madame Pompadour“. Ein Evergreen ist „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ von Robert Stolz. Die dazu gehörige Operette „Der Favorit“ fand aber wenig Anerkennung.

Dirigent Tobias Sykora bewies, dass er auch Walzer beherrscht

Zum Neujahrskonzert gehört Musik aus Wien und Tobias Sykora kann auch Walzer. Er kostete mit dem Orchester Werke von Johann Strauss und Franz Lehár delikat aus, ließ sich Zeit und gab dieser Musik auch noch einen kleinen Dreh vom Wiener Schmäh mit.

Auf welch hohem Niveau der Orchesterverein musiziert, erlebte das Publikum in der überfüllten Kirche zum Abschluss mit dem Intermezzo aus der Oper „Cavalleria rusticana“ von Mascagni. Diese Musik fordert von den filigranen, fast unhörbaren Tönen der Streicher bis zum furiosen Finale die ganze Aufmerksamkeit des Orchesters. Langer Beifall sorgte für eine Zugabe. Karola Pavone sang das Lied der Giuditta „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus der gleichnamigen Operette von Lehár, es war sein letztes Bühnenwerk. Die Begeisterung des Publikums war sehr groß und am Ende wurden auch die Spendenkörbe für „Solingen hilft“ reichlich gefüllt.

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