Bergische Symphoniker

Orchesterakademie hat neue Stipendiatin

Im Probenraum der Bergischen Symphoniker in Remscheid bereitet sich die neue Dirigierstipendiatin, Clara Maria Bauer, zusammen mit dem Orchester auf ihren ersten Auftritt morgen Abend vor. Foto: Michael Schütz
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Im Probenraum der Bergischen Symphoniker in Remscheid bereitet sich die neue Dirigierstipendiatin, Clara Maria Bauer, zusammen mit dem Orchester auf ihren ersten Auftritt morgen Abend vor.

Dirigentin Clara Maria Bauer hospitiert ein Jahr bei den Bergischen Symphonikern. Sie arbeitet zwölf Monate mit dem Ensemble.

Von Philipp Müller

Ganz aufgeregt ist Clara Maria Bauer. Gerade kommt sie aus einer Probe mit den Bergischen Symphonikern. Die neue Stipendiatin der Bergischen Orchesterakademie darf schon heute um 19.30 Uhr beim Konzert „Jugend spielt Klassik“ mit dem Profi-Orchester im Teo Otto Theater in Remscheid ans Dirigentenpult. „Ich habe so viel Feedback von den Musikern bekommen, das war ganz toll“, berichtet sie. Die Harmonie passe, bestätigt Almuth Wiesemann vom Orchester. Weber, Schumann und Glasunow erklingen. Weitere Konzerte mit der jungen Dirigentin folgen schon bald (»  Kasten).

Direkt mitten hinein in die Arbeit, das ist der Sinn des seit 20 Jahren vergebenen Stipendiums für Dirigentinnen. Bauer wird so die Chance eingeräumt, mit dem Profi-Orchester Erfahrungen zu sammeln. Das sei auch ganz wichtig für sie, bekennt die 25-jährige in Wien lebende und studierende Österreicherin. „Solisten haben für die Proben ihr Instrument zu Hause. Mein Instrument ist das Orchester. Daher bin ich dankbar, dass ich ausgewählt wurde.“ Unter fünf Mitbewerberinnen, die vor der Sommerpause zum Vorspielen eingeladen worden waren, wurde sie aus der Mitte der Orchester-Musiker ausgewählt.

Auch der neue Generalmusikdirektor Daniel Huppert habe sofort seinen Segen zu dieser Wahl gegeben, berichtet Wiesemann. Finanziert wird das Stipendium vom Kuratorium der Orchesterakademie. Ihr gehört seit kurzer Zeit auch die Remscheiderin Mareike Brzoska an. „Ich bin angenehm überrascht, welch hohes Fachwissen im Kuratorium vereint ist.“ Zugleich berichtet sie von großer Leidenschaft, mit der sich der Kreis der Gönner und Sponsoren für das Orchester und seine Akademie, die auch Stipendien an Instrumental-Solisten vergibt, einsetze. „Da ist ganz viel Herzblut in der Arbeit des Kuratoriums dabei.“

Junge Dirigentin hat einen sehr guten Draht zu den Symphonikern

Eine Freundin habe sie auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, die die Akademie jungen Dirigentinnen biete, erzählt Bauer. Da habe sie sich gesagt: „Das ist genau meine Sache.“ Sie sei von Wien aus zum Vorspiel zu den Symphonikern geflogen und habe sich sofort wohlgefühlt. Das habe sich jetzt für das anstehende Konzert in den Proben fortgesetzt. „Wir haben über die Musik gesprochen und diskutiert.“ Diese Offenheit gebe ihr Sicherheit. Wiesemann lobt ihre geduldige Art, ihren Willen, auf das Orchester einzugehen.

Tilla Clüsserath, die Geschäftsführerin der Orchesterakademie, hört diese Worte gerne. Der 21. Stipendiatin soll ebenfalls ein weiterer und wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zu einer Karriere in der klassischen Musik mit auf den Weg gegeben werden.

FAMILIENKONZERTE

TERMINE Unter der Leitung von Clara Maria Bauer – und von Ralph Caspers moderiert – spielen die Bergischen Symphoniker „Paddington Bärs erstes Konzert“ am 29. September um 16 Uhr im Teo Otto Theater in Remscheid und im Solinger Konzertsaal am 6. Oktober, 16 Uhr.

Der Alltag bis zum Ende der laufenden Spielzeit wird für die junge Dirigentin dann durch Aufenthalte in Wien, Remscheid und Solingen geprägt sein. „Pendeln ist das Leben eines Dirigenten“, philosophiert sie bereits sehr routiniert. Zugleich ist sie zuversichtlich, nach ihrer Ausbildung – sie will noch ein Jahr studieren – einen Job zu bekommen. International bewege sich der Markt und öffne sich für Frauen. „Es kommt.“

Sie will in der Männer-Domäne ihren Platz finden. Es muss auch klappen, denn schon als 13-Jährige hatte sie am Pult der Wiener Symphoniker gestanden. Unter Fabio Luisis Anleitung durfte sie die „Eroica“ von Beethoven dirigieren. „Da wusste ich: Ich will Dirigentin werden!“

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