„On Fire“

Mit englischem Humor durchs Weihnachtsliedgut

Beim 14. Konzert „On Fire“ der Bergischen Symphoniker hieß es „Swinging Christmas“ im großen Konzertsaal. Miki Kekenj begeisterte als Moderator das Abends und Dirigent des Orchesters. Foto: Christian Beier
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Beim 14. Konzert „On Fire“ der Bergischen Symphoniker hieß es „Swinging Christmas“ im großen Konzertsaal. Miki Kekenj begeisterte als Moderator das Abends und Dirigent des Orchesters.

Lange Warteschlangen vor Test und Eingang waren im „On-Fire“-Konzert schnell vergessen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Schnell waren das Frösteln im Freien und das langwierige „Stippeln“ im Eingangsbereich des Theaters und Konzerthauses mit gezückter Eintrittskarte, geöffnetem QR-Code auf dem Handy und ausgedruckter Test-Bescheinigung abgehakt: Das, was Miki Kekenj als federführender Organisator von „On Fire“ mit diesem „Swinging Christmas“-Abend vor seinen Fans im zu drei Viertel vollen Konzertsaal ausbreitete, war durch und durch grandios. Gutgelaunt und voller Spiellust präsentierten sich die Bergischen Symphoniker in voller Besetzung, ergänzt durch ein Jazz-Trio, das für die nötige „amerikanische Note“ vieler Stücke sorgte.

Miki Kekenj, Konzertmeister der Bergischen Symphoniker, bewies einmal mehr sein Talent auf dem Dirigenten- Pult. Aber er führte auch als eloquenter Moderator locker und häufig im munteren Dialog mit seinen Solo-Gästen durchs Programm. Eingebettet in Weihnachtsklassiker wie Melodien aus Tschaikowskys „Nussknacker“ oder Leroy Andersons „Sleigh Ride“, setzte der Abend seinen Schwerpunkt tatsächlich auf alle Herz- und Schmalz-Ohrwürmer aus den Zeiten von Dean Martin, Frank Sinatra oder Michael Bublé. Das Orchester zelebrierte die vielfach als „Kitsch“ abgewerteten Songs als symphonischen Klang-Schatz neu und spannend.

Der englische Sänger Nigel Casey, der aus der Musicalszene stammt, steuerte mit seinem Dean-Martin-Timbre nicht nur mit „Let it snow“, oder „Rudolph the red nosed reindeer“ emotionales Hollywood-Feeling bei, sondern entfaltete seinen Charme auch als begnadeter Witze-Erzähler. Mit seiner peppigen Jazz-Variante von „Leise rieselt der Schnee“, war dann auch Kekenjs Anspruch, „etwas Deutsches“ im Programm-Mix zu haben, aufs Beste abgedeckt.

Star des Abends war aber eindeutig Velina Nenchev. Eigentlich Orchester-Kollegin bei den Bergischen Symphonikern mit ihrer Violine, überraschte sie mit einer umwerfenden Performance als charismatische Sängerin. Voller unbeschwertem Charme hauchte sie beispielsweise samtig-weich und bewusst leicht frivol augenzwinkernd „Santa Baby“ ins Mikro.

Nach der Pause beeindruckte sie mit einem tief berührenden „Have yourself a merry little Christmas“, das Judy Garland alle Ehre machte und mit donnerndem Zwischenapplaus quittiert wurde. Auch Mariah Careys „All I want for Christmas is you“ kam gut an. Am liebsten, das merkte man deutlich, hätte das Publikum mehr von ihrer voluminösen und klangstarken Stimme gehört.

Die von Kekenj neu arrangierte, fetzig verjazzte Weise von Tschaikowskys „Zuckerfee“, wiederum aus dem „Nussknacker“, lenkte die Begeisterung schnell auf sich. Den „völlig überraschenden Wunsch nach einer Zugabe“, wie Kekenj nach erstem donnernden Applaus kommentierte, wechselten die Bergischen Symphoniker plus Solisten mit einer originellen und unterhaltsamen Eigenkreation: Das Orchester wurde kurzerhand zum Background-Chorus für ein finales „I am dreaming of a white christmas“.

Warteschlangen wurden mit Geduld und Humor ertragen

Natürlich hatte es Geduld und Nerven gekostet, sich am Freitagabend vor dem Theater und Konzerthaus im Schlangestehen zu üben: Die 2G-Plus-Regel des Kulturmanagements verlangt ihren Besuchern seit einiger Zeit trotz Doppel- oder Dreifach-Impfung einen tagesaktuellen Antigen-Schnelltest ab. Diese Zugangsvoraussetzungen werden akribisch beim Einlass kontrolliert. Neu ist eine zusätzlich eingerichtete Test-Möglichkeit im Kassenbereich, die gerne genutzt wurde: Folglich dauerte es ein Weilchen, bis sich die zahlreichen Gäste des Cross-over-Formats „On Fire“ der Bergischen Symphoniker bis zum Foyer durchgestanden hatten. Eine Prozedur, die die Besucher mit Geduld und Humor mitmachten.

Weitere Konzerte

Das nächste Mal sind die Bergischen Symphoniker mit dem Weihnachtskonzert am 26. Dezember um 11 Uhr zu hören. Das Silvesterkonzert am 31. Dezember findet gleich zweimal statt: um 16 Uhr und um 18.30 Uhr.

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