Oper „Tosca“ begeisterte auch ohne großes Orchester

Die unglückliche Liebe von Floria Tosca endet schließlich mit einem dramatischen Tod. Foto: Tim Oelbermann
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Die unglückliche Liebe von Floria Tosca endet schließlich mit einem dramatischen Tod.

Privates Engagement ermöglicht Vorstellung im Theater

Von Wolfgang Günther

Solingen. Die Aufführung der Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini am Freitagabend im Pina-Bausch-Saal des Theaters und Konzerthauses war ein großer Erfolg. Dazu bot sie ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Kulturmanagement der Stadt, dem technischen Team des Theaters und privatem Engagement – nämlich der Leidenschaft für die Oper. „Die Aufführung heute Abend passt genau zur Stadtkultur, dem neuen Konzept unseres Theaters“, sagte Sonja Baumhauer bei der Begrüßung der etwa 150 Gäste im Saal. Die Leiterin des Kulturmanagements möchte die Menschen noch näher an die Kultur rund um das Theater heranführen.

Da rennt sie bei Horst Bölter offene Türen ein, denn der Solinger Diplom-Optiker ist ein großer Opernfreund. Er genießt aber die Musik nicht nur aus dem Zuschauerraum, sondern stellt sie auch aktiv auf die Bühne. Die Aufführung der Puccini-Oper war bereits seine 24. Inszenierung in klassischer Form und mit großem Bühnenbild. Dazu hat er ein kongeniales Sängerensemble zur Verfügung, gesungen wurde die Fassung in deutscher Sprache. Allerdings musste auf ein Orchester verzichtet werden.

Das mag bei einer der Spielopern oder musikalischen Komödien kein Problem sein, aber geht das auch bei der hoch dramatischen und überwältigenden Musik von Puccini? Ja. In dem vielseitigen Pianisten und Dirigenten Rainer Armbrust hat Bölter einen Partner gefunden, der die romantischen und aufwühlenden Melodien der Oper am Konzertflügel hinreißend interpretiert und dazu auch noch den Solisten perfekte Einsätze gibt.

Verstrickung um Liebe und Tod

Die Handlung spielt in Rom zu Zeiten Napoleons. Publikumsliebling Barbara Felicitas Marin sang die Sopranpartie der Floria Tosca. Sie liebt den Maler Mario Cavaradossi, wird aber von Eifersucht geplagt. Der Maler hilft dem entflohenen politische Gefangenen Angelotti und verstrickt sich damit in politische Querelen mit dem brutalen Polizeichef Scarpia, der auch ein Auge auf die Sängerin Tosca geworfen hat und ihr die Freiheit des Geliebten für eine Liebesnacht vorgaukelt.

Die Oper endet dramatisch mit dem Tode des Liebespaars, auch der Polizeichef war zum Ende des 2. Akts von Tosca erstochen worden. Der Tenor Lemuel Cuento sang die Partie des Malers. Die Sänger Achim Hoffmann in der Rolle des Polizeichefs und Gereon Grundmann als Angelotti überzeugten mit prächtigen Baritonstimmen das Publikum. In kleineren Rollen traten Robin Liebwerth, Valentina Juju und Burkhardt Solle auf.

Polly Olszak war mit Horst Bölter für die Regie zuständig, und entwarf auch die Kostüme. Dazu trat ein kleiner, aber sehr engagierter Chor auf. Der Beifall wollte nach dem letzten Vorhang nicht enden. Er galt sicher nicht nur den Solisten und dem Pianisten, sondern auch dem technischen Team des Theaters. Und besonders dem Opernfreund Bölter, der mit seinem Einsatz dem Solinger Publikum einen klassischen Abend einer der beliebtesten Opern der Musikgeschichte geboten hatte.

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