Langer Vorlauf im Internet

Online-Termine in Bürgerbüros: Solingen will nachbessern

Online-Termine werden derzeit in vielen Angelegenheiten nur mit einigen Wochen Vorlauf vergeben.
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Online-Termine werden derzeit in vielen Angelegenheiten nur mit einigen Wochen Vorlauf vergeben.

Bei der Terminbuchung im Internet gibt es einen langen Vorlauf. Doch die Bürgerbüros sind nach Wegfall vieler Coronabeschränkungen auch spontan besuchbar.

Von Björn Boch

Solingen. Seit dem Wegfall vieler Coronabeschränkungen ist der Besuch der städtischen Bürgerbüros wieder ohne Termin möglich. Gleichzeitig soll die Möglichkeit, einen Termin vorab online zu buchen, bestehen bleiben. Bei der Vereinbarkeit dieser beiden Ziele hapert es allerdings noch – in vielen Angelegenheiten vergibt die Stadt Online-Termine nur mit einigen Wochen Vorlauf.

Der Solinger Rechtsanwalt und frühere FDP-Ratsherr Patrick Lauterbach etwa versuchte, einen Termin für die Verlängerung eines Kinderausweises zu bekommen: Das Portal bot eine Möglichkeit in gut fünf Wochen an. „Dann ist der Kinderausweis abgelaufen und die Herbstferien stehen vor der Tür“, zeigt sich Lauterbach „fassungslos“. Und findet: „Hier läuft echt was falsch.“

Einige ST-Stichproben ergaben, dass die meisten Termine erst Mitte September zur Verfügung stehen. Das galt für alle drei Anlaufstellen: in Mitte wie in Ohligs und in Höhscheid. Schnell geht es bei der Hochwasserhilfe. Wer aber einen festen Termin für den Antrag auf einen Reisepass oder für Meldeangelegenheiten buchen will, muss viel Vorlauf einplanen.

Bei der Fahrerlaubnisbehörde war kein Termin mehr vor Ende September zu bekommen. Für diese Abteilung gilt – neben der Ausländerbehörde – eine Ausnahme: Hier müssen Termine vereinbart werden, spontanes Vorbeikommen ist nicht möglich, so die Stadt. Bei allen anderen Angelegenheiten, die dringlich seien, empfehle sie den spontanen Besuch im Bürgerbüro – mit Ticketvergabe und Wartezeit. Die Morgen-Kontingente – zwischen 8 und 9 Uhr waren Termine für denselben Tag vergeben worden – gebe es nicht mehr, „weil die Personalplanung jetzt die freie Öffnung berücksichtigen muss“, schreibt Stadtsprecherin Sabine Rische auf Anfrage.

„Die aktuellen Unausgewogenheiten im Hybrid-Verfahren sollen auf jeden Fall noch ausgeglichen werden“, so die Sprecherin.

Grundsätzlich solle das Verhältnis von spontanen und vorab gebuchten Terminen ausgewogen sein. „Darauf arbeiten wir hin.“ Das Hybrid-System werde jedoch ohne Personalaufstockung umgesetzt.

Deshalb sei es nicht möglich, beides unter Volllast anzubieten: „Würden in großem Umfang gebuchte Termine bearbeitet, wären die Mitarbeitenden gebunden und könnten einen größeren Andrang an Personen, die spontan kommen, nicht auffangen. Das Verhältnis muss passen“, erklärt Rische. Aktuell befinde sich die Stadt in einer Übergangsphase. „Die vielen bereits vereinbarten Alt-Termine mussten dabei in der Planung berücksichtigt werden, etliche stehen auch jetzt noch an“, so Rische.

Lesen Sie dazu auch ein Interview: Frau Karmisevic, worüber beschweren sich die Solinger eigentlich? 

Zudem seien die Bürgerbüros während der Sommerferien urlaubs- und krankheitsbedingt nicht durchgängig vollzählig besetzt gewesen. Noch, ergänzt Stadtsprecher Daniel Hadrys, habe man daher eine Priorität auf die unmittelbare Erledigung von Anliegen gesetzt. „Wir werden aber auch sukzessive die Terminschiene ausweiten.“

termin.solingen.de

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