Flashmob

„One Billion Rising“: Sie tanzen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Eine ganze Reihe von Teilnehmerinnen schlossen sich der Vorführung auf dem Bremsheyplatz spontan an. Foto: Christian Beier
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Eine ganze Reihe von Teilnehmerinnen schlossen sich der Vorführung auf dem Bremsheyplatz spontan an.

Vierte Auflage des Solinger Flashmobs „One Billion Rising“ auf dem Bremsheyplatz in Ohligs.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die Trommelgruppe Thiosan unter Leitung von Fabakary Jobateh, genannt Papa Joe, hatte den rhythmischen Eisbrecher gemacht und die Atmosphäre für das dann Kommende vorbereitet. Rund 40 Frauen gingen mit einsetzender Musik in die Hocke und verharrten dort ein paar Sekunden still und in sich gekehrt. Umso kraftvoller und Energiegeladener war dann ihr Tanz nach dem Aufrichten: mit in die Luft gestreckten Arme, Kreisen, angedeutetem Marschieren, eingesprungenen Grätschen und am Schluss einer zur Versöhnung ausgestreckten Hand performte die Gruppe unter der Leitung von Anne Grafweg auf dem Bremsheyplatz ihren Protest gegen weltweite, tägliche Gewalt an Frauen.

Einstudiert von einem Kern dieser Truppe, waren – nicht nur weibliche – Passanten aufgerufen, spontan mitzumachen: Sich auf diese Art gegen das Unrecht zu stellen, dass global nach wie vor jede dritte Frau körperlichen Übergriffen von Männern ausgeliefert ist.

„Auch in Deutschland erlebt jede vierte Frau in ihrem Leben häusliche oder sexuelle Gewalt.“

Astrid Hofmann, Solinger Gleichstellungsbeauftragte

„Nein heißt Nein“, „Liebe bedeutet Respekt“ oder „Für Respekt, Wertschätzung & Gerechtigkeit in weltweiter Solidarität“ war beispielsweise auf mit der Hand beschrifteten Papptafeln und dem großen Banner zu lesen, das die Frauen hochhielten. Für die vierte Ausgabe des Solinger Flashmobs „One Billion Rising“ (aus dem Englischen für „Eine Milliarde erhebt sich“) – als Teil des zeitgleich weltweiten gesetzten Signals gegen Gewalt an Frauen – hatte die städtische Gleichstellungsstelle nach Ohligs eingeladen.

Vor vier Jahren am Neumarkt in der City begonnen, hatte die Aktion auch im Folgejahr dort stattgefunden. Im vergangenen Jahr war das Ganze aufgrund des herrschenden Lockdowns in die digitale Welt verlegt worden. „Jetzt Ohligs, weil wir im Laufe der Zeit in allen Stadtteilen Präsenz zeigen wollen mit dieser Aktion“, sagt Regina Bonn von der Gleichstellungsstelle dazu. „Wichtig ist, dass wir auf Plätzen tanzen, auf denen wir gesehen werden, wie zum Beispiel hier vor dem Hauptbahnhof.

In ihrer Begrüßung äußerte sie ihre Freude über die zahlreiche Teilnahme, auch spontan von einigen Passanten. Choreographin Anne Grafweg hatte diese Performance vor vier Jahren aus „existierendem Material der Original-Vorgabe“, wie sie sagte, zusammengestellt, aber einiges abgewandelt. Im Vorfeld gab es diesmal zwei offizielle Probentermine in der Volkshochschule.

Dass nicht ganz so viele dabei waren wie bei der Solinger Premiere im Jahr 2019, als die Organisatorinnen des Türkischen Volksvereins, der Gleichstellungsstelle, der Bergischen VHS und des Solinger Frauenforums mehr als 70 Teilnehmerinnen begrüßen konnte, wertete Sandra Ernst, von der Gleichstellungsstelle eher als Erfolg denn als Manko. „Wir sind immer noch in der Pandemie und viele sind, auch bei Aktionen im Freien, immer noch vorsichtig mit Kontakten.“

Die Kampagne wurde 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Sie macht aufmerksam darauf, dass laut einer UN-Statistik weltweit eine von drei Frauen in ihrem Leben Opfer von Gewalt wird. „Auch in Deutschland erlebt jede vierte Frau in ihrem Leben häusliche oder sexuelle Gewalt“, ergänzt Gleichstellungsbeauftragte Astrid Hofmann. Der Flashmob sei eine wichtige Demonstration weiblichen Selbstbewusstseins.

Frauentag

Aktionen: One Billion Rising gehört zu einer facettenreichen Veranstaltungsreihe rund um den Internationalen Frauentag am 8. März. Die Reihe läuft bis April. Das Programm umfasst unter anderem Vorträge, Filme und Podiumsdiskussionen.

Lesung: Einer der Höhepunkt ist die Lesung der Spiegel-Bestseller-Autorin Susanne Abel. Sie schrieb „Stay Away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ und ist am Dienstag, 8. März, 18.30 Uhr, in der Stadtbibliothek zu Gast. Der Eintritt kostet 5 Euro. Um Anmeldung wird gebeten: Stadtbibliothek Solingen, Tel. (02 12) 2 90 - 32 10 oder per E-Mail:

stadtbibliothek@solingen.de

Das Programmheft gibt es zum Herunterladen:

t1p.de/pkwj

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