Ohne Kirmesgeschäft ist die Existenz bedroht

Bei Darmanns tut sich nichts im großen Imbissstand. Bis Ende August wurden alle Veranstaltungen abgesagt. Foto: Tim Oelbermann
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Bei Darmanns tut sich nichts im großen Imbissstand. Bis Ende August wurden alle Veranstaltungen abgesagt. Foto: Tim Oelbermann

Schausteller sind zu Stillstand gezwungen – Hoffnung liegt auf September

Von Philipp Müller

Resigniert hat Schaustellerin Evelyn Darmann noch nicht. Aber der durch das Verbot von Veranstaltungen bestehende Stillstand sei „existenzbedrohend“. Zusammen mit ihrem Mann Günter leitet sie das Familienunternehmen mit Imbiss-Spezialitäten in der sechsten Generation. Die siebte, Sohn Günter-Ewald, soll die Zukunft sichern. Ob das so gelingt, ist aber unklar. „Wenn wir das Weihnachtsgeschäft nicht mitnehmen können, sieht es für uns ganz schwarz aus. Ich müsste dann nochmals Kredite in Anspruch nehmen. Und das würde uns fünf Jahre nach hinten werfen“, bekennt Günter Darmann.

Bei Frank Decker, der ebenfalls seit Jahrzehnten im Einsatz als Schausteller und Veranstalter ist, sieht es nicht besser aus. Keine Pfingst- und Sommerfeste in Wald, die er sonst beide organisiert, der Zöppkesmarkt gilt als stark gefährdet, die Sommerparty auf dem Neumarkt wurde abgesagt, weitere Volksfeste ebenfalls.

Frank Decker hofft, dass der Weihnachtsmarkt kommt

Noch sorgen die vier Tage auf Wochenmärkten, auf denen er Gewürze verkauft, für einigen Umsatz. Aber das sei nicht viel, bekennt Decker. Zwei Mitarbeiter beschäftigt er im Moment damit, die Fahrgeschäfte und die Lagerhalle in Gräfrath zu renovieren. „Wir machen jetzt Sachen, die sonst immer liegenbleiben.“

Doch ab September brauche er deutlich mehr Umsätze, sagt er. Die Corona-Soforthilfen, die er beantragt hatte, sind dann längst aufgebraucht. Decker hofft, dass er zumindest in diesem Jahr noch seinen Weihnachtsmarkt auf dem Mühlenplatz durchführen kann. Das könne etwas Luft verschaffen.

Solche Wirtschaftshilfen aus den Corona-Maßnahmen nimmt auch Familie Darmann in Anspruch. Außerdem seien sechs Angestellte in Kurzarbeit. Günter Darmann berichtet, gerade habe er einen neuen Lkw für 125 000 Euro angeschafft. Der steht jetzt in Solingen nutzlos neben dem verschlossenen Imbiss-Anhänger.

Ziele wie die Düsseldorfer Rheinkirmes oder die Cranger Kirmes kann er nicht anfahren. Die Mega-Events der Kirmes-Branche in NRW wurden bereits abgesagt. Die Darmanns hoffen, dass sie schon bald wenigstens einen kleinen Ausgleich erwirtschaften können. „Wir suchen einen geeigneten Standplatz in und um Solingen, um unsere Spezialitäten anbieten zu können“, sagt Günter Darmann.

Decker hat so etwas auch überlegt, ist aber skeptisch, ob das kaufmännisch überhaupt zu vernünftigen Erlösen führen würde.

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